Borussia Mönchengladbach: Michael Lang muss sich noch gedulden

Testspiel kommt für Borussias Neuen zu früh : Lang muss sich noch etwas gedulden

Ein Einsatz des neuen Gladbacher Rechtsverteidigers im Testspiel gegen Bochum kommt zu früh. Das Spiel gegen Schalke am 15. September will Michael Lang aber noch nicht abhaken.

Michael Lang hat es vergangene Saison noch selbst miterlebt und seinen Teil dazu beigetragen, dass der FC Basel in Europa keine kleine Nummer ist. Der Schweizer Topklub setzte sich in einer Champions-League-Gruppe mit Manchester United, Benfica Lissabon und ZSKA Moskau durch, Schluss war erst im Achtelfinale gegen Manchester City. Beim 0:4 im Hinspiel hatte Basel keine Chance, im Rückspiel gab es ein 2:1 gegen Citizens, bei denen Pep Guardiola zwar ein paar seiner Stars schonte, aber immer noch genügend von ihnen aufbot. Das Siegtor für Basel erzielte: Michael Lang.

Der ist seit Anfang Juli bei Borussia Mönchengladbach angestellt, und seitdem lief es weder für den Borussia-Profi Lang noch für den Basel-Sympathisanten gut. Ein Teilriss des Außenbandes im rechten Knie hindert den Rechtsverteidiger weiterhin daran, am Mannschaftstraining teilzunehmen. Während Lang in dieser Hinsicht sagen kann, es fehle „nicht mehr viel“, gibt es für Basel im Europapokal schon keine Hoffnung mehr.

Der Serienmeister, vergangene Saison von den Young Boys Bern entthront, schied in den Play-offs zur Europa League aufgrund der Auswärtstor-Regelung gegen Apollon Limassol aus. Borussia-Fans erinnern sich vielleicht: Die Zyprer schlug ihr Verein vor vier Jahren 2:0 und 5:0. „Das hat mich schon traurig gemacht, dass die Jungs sogar die Europa League verpasst haben“, sagt Lang. „Basel gehört einfach ins internationale Geschäft.“

Doch das ist Vergangenheit für den 27-Jährigen, in der Gegenwart schuftet er für sein Comeback, um in der Zukunft die großen Erwartungen zu erfüllen. Lang wurde mit dem Anspruch geholt, ein Führungsspieler zu werden. Immerhin, das betont er, fühle er sich nach sechs Wochen in Gladbach schon gut integriert. „Die Mannschaft ist super, das kann ich schon sagen, obwohl ich noch gar nicht im Mannschaftstraining bin“, betont er. „Wie soll die Antwort erst ausfallen, wenn ich tagtäglich mit den Jungs trainiere?“

Sein Trainer Dieter Hecking hatte gehofft, dass Lang vielleicht am Donnerstag gegen den VfL Bochum sein Comeback feiern könnte. Doch das Testspiel in Willingen kommt zu früh. „Mit höchstens zwei Mannschaftstrainings vorher wäre es wahrscheinlich zu risikoreich gewesen. Natürlich wäre ich gerne dabei gewesen“, sagt Lang. In seiner Abwesenheit hat Jordan Beyer die Position hinten rechts eingenommen, der 18-Jährige ist wie Nico Elvedi, Tony Jantschke und Tobias Strobl, die diese Position ebenfalls schon gespielt haben, eher ein Defensivallrounder.

Lang dagegen soll die 1a-Lösung als Rechtsverteidiger werden, wenngleich er mal gestand: „Gerade zu Juniorenzeiten war es eigentlich so, dass ich ein schlechtes Bild von den Außenverteidigern hatte. Die Spieler, die nicht so gebraucht wurden, die wurden ein bisschen nach außen abgeschoben. Ich habe mich lange gegen diese Position gewehrt.“

Ihr Comeback werden gegen Bochum nun erst einmal andere feiern: Ibrahima Traoré, Nico Elvedi und sogar Mamadou Doucouré, dem Hecking ein paar Minuten fürs Gemüt schenken will. Einen Einsatz gegen den FC Schalke am 15. September will Lang dagegen noch nicht abhaken, sondern von Tag zu Tag schauen. Dass er seit dem Schweizer WM-Aus am 3. Juli kein Spiel absolviert hat, findet er nicht so dramatisch. „Ich sehe das wie bei einem jungen Spieler: Wie soll er die Erfahrung sammeln, wenn der Trainer ihm immer sagt, er sei zu unerfahren?“ Das immerhin ist Lang auf keinen Fall.

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