Borussia Mönchengladbach: Michael Lang kommt gut an

Nach Debüt für Borussia : Lang kommt gleich gut an

Michael Lang kam nach langer Verletzungspause beim 2:2 der Gladbacher in Wolfsburg zu seinem Debüt als Borusse. Der Schweizer überzeugte auf der rechten Abwehrseite. Vor allem die Kooperation mit Patrick Herrmann lief reibungslos.

Patrick Herrmann und Michael Lang, beide 27 Jahre alt und jeweils mit einer stattlichen Anzahl an Profi-Spielen ausgestattet, werden am Sonntag vermutlich von Ganzkörper-Schmerzen geplagt worden sein. Herrmann, weil er ein extremes Laufpensum absolvierte, mit 12,38 Kilometern war er bei Borussias 2:2 beim VfL Wolfsburg der laufstärkste aller Akteure. Vergleichsweise kurz war die Distanz, die Lang zurücklegte, doch dürften sich für den Schweizer die 9,05 Kilometer, die er auf dem Wolfsburger Rasen unterwegs war, wie ein Marathon angefühlt haben. Schließlich machte er sein erstes Spiel seit dem 0:1 gegen die Schweden im WM-Achtelfinale am 3. Juli, also vor fast drei Monaten.

Weswegen er nach 73 Minuten signalisierte: Es geht nicht mehr. Tony Jantschke kam ins Spiel. „Die ersten Minuten bin ich gleich richtig gut reingekommen, habe mich sehr frisch gefühlt. Am Ende hat dann die Muskulatur zugemacht, die Beine waren wohl noch nicht ganz für 90 Minuten wieder bereit“, sagte Lang. In der anstehenden Trainingswoche, die nach zwei freien Tagen am Dienstag um 10 Uhr beginnt, will er daran arbeiten, dass es möglichst bald auch für 90 Minuten reicht, bestenfalls schon am Samstag beim FC Bayern.

Dass Lang schon in Wolfsburg sein Startelf-Debüt gab, war der Tatsache geschuldet, dass der junge Jordan Beyer nach dem Spiel gegen Frankfurt Hüftprobleme hatte und deswegen ausfiel. „So waren wir dazu gezwungen, Michi zu bringen“, sagte Trainer Dieter Hecking. „Er hat sehr ordentlich gespielt, war ballsicher und hat wenig zugelassen“, befand Hecking.

„Michael ist kein Lautsprecher, aber ein echter Leader. Er ist sehr professionell und verlässlich, er ist ein intelligenter Spieler, einer, der auch in schwierigen Situationen stehen bleibt. Und er ist einer, der sich schnell einfügt“, hatte Georg Heitz, der frühere Sportdirektor des FC Basel, von dem Lang zu Gladbach wechselte, unserer Redaktion gesagt, als Lang im Sommer verpflichtet wurde. Die ersten Eindrücke bestätigen das.

Er musste wegen der Knieverletzung, die er sich an seinem ersten Trainingstag zugezogen hatte, lange auf seinen ersten Einsatz für Gladbach warten. „Deshalb bin ich sehr glücklich, endlich richtig angekommen zu sein“, sagte Lang. Einzig den Pass, der Alassane Plea unter Druck setzte und zum folgenschweren Fehlpass des Stürmers vor dem 1:1 durch seinen Landsmann Renato Steffen führte, den „hätte ich mir lieber gespart. Wenn ich gewusst hätte, was passiert, hätte ich den Ball nach vorn gehauen“, sagte Lang.

Bis auf diese Szene funktionierte die neu formierte rechte Seite tadellos. Langs Kooperation mit Patrick Herrmann lief reibungslos.  „Flaco ist ein super Spieler, das hat man nicht nur bei der Vorlage zum 2:1 durch Thorgan Hazard gesehen. Wir haben auch im Defensivverbund sehr gut zusammengearbeitet, er hat mich gut unterstützt. Es hat Spaß gemacht, mit ihm auf dem Platz zu stehen“, sagte Lang. Auch Herrmann fühlte sich durch Eidgenossen in seinem Rücken gut unterstützt.

Während sein Hintermann zum ersten Mal das Borussen-Trikot trug, war es für den in dieser Saison wieder erstarkten Herrmann bereits Spiel Nummer 277 und sein 47. Assist. Vor allem aber arbeitete Herrmann, wie auf der anderen Seite Hazard sehr seriös nach hinten, gegen den Ball verwandelten die Außenstürmer das 4-3-3 immer mehr in ein 4-4-2 oder 4-2-3-1, bei dem dann Denis Zakaria vom Achter zum Sechser wurde.

Derweil stellte Lang fest, dass die Bundesliga tatsächlich noch mal etwas anderes ist als die Schweizer Liga. „Beim FC Basel war ich als rechter Verteidiger gefühlt 70 Prozent in der gegnerischen Hälfte. Das geht in der Bundesliga natürlich nicht“, sagte Lang und grinste.

Schon gar nicht, wenn er am Samstag in München sein zweites Ligaspiel macht, denn dann wird womöglich ein nach dem 0:2 des Rekordmeisters in Berlin gereizt-motivierter Franck Ribéry auf ihn zukommen. „Natürlich haben die Bayer etwas Druck, das Spiel gegen uns gewinnen zu müssen. Wir wollen frech und mutig in München auftreten und gerne auch etwas mitnehmen. Das muss das Ziel sein“, sagte Lang. Bis zum Bayern-Spiel sollten sich seine Muskeln dann auch wieder erholt haben, hofft Lang. Jetzt, wo er sein Debüt erlebt hat, will er dranbleiben.

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