Borussia Mönchengladbach: Michael Lang fällt aus - die Alternativen

Borussias Neuer gleich verletzt : Langs Ausfall ist ein Rückschlag für Hecking

Michael Lang, der neue Rechtsverteidiger aus der Schweiz, fällt mit einem Außenband-Teilriss im rechten Knie aus. Nun muss Trainer Dieter Hecking erst mal umdisponieren.

Es war kurz vor halb 11 am Mittwochmorgen, als bei vielen Menschen, die da gerade am Sportplatz am Birkenmoos in Rottach-Egern waren, um das Training der Borussen anzuschauen, die Mobiltelefone „wieherten“. Das Geräusch kündigt an, dass es Nachrichten des Bundesligisten gibt. So wurden all überall die Telefone aus Hosentaschen und Rucksäcken genestelt, und es gab ein kollektives: „Oh nein!“ Im Sinne von: Es geht schon wieder los ...

Was gemeldet wurde, war die erste schwere Verletzung dieser Saisonvorbereitung: „Neuzugang Michael Lang hat sich im Training einen Teilriss des Außenbandes im rechten Knie zugezogen. Das ergab die MRT-Untersuchung im Krankenhaus in Hausham. Der Schweizer Nationalspieler fällt damit bis auf Weiteres aus“, war in der Mitteilung des Klubs zu lesen.

„Bis auf Weiteres“ heißt wohl konkreter: vier bis sechs Wochen. Die ersten drei Pflichtspiele wird Lang vermutlich verpassen. Für den Schweizer, der am Montag vorzeitig ins Training eingestiegen war, ist das ein ganz bitterer Start seiner Zeit als Borusse. Und für Trainer Dieter Hecking fällt wochenlang ein wichtiger Baustein seines Defensivplans weg. Lang, der offensiv ausgerichtete Rechtsverteidiger, ist als Stabilisator und Ball-in-den-Strafraum-Schaffer vorgesehen. Da muss erst mal ein neuer Plan her.

Da werden durchaus Erinnerungen wach an die vergangene Saison, als es zeitweise ein aberwitziges Verletzungspech gab und bis zu 13 Profis fehlten. Oft traf es Spieler, die gehobene Rollen hatten in den Gedankenspielen des Trainers. Langs Verletzung setzt diese Geschichte scheinbar nahtlos fort. Gerade drei Tage ist er da und schon fällt er aus.

Gerade in der Phase, da das 4-3-3 auch defensiv eingeübt werden soll, fällt Lang weg. Nun muss Hecking umdisponieren. Naheliegend wäre, Nico Elvedi, der nach der Lang-Verpflichtung nach innen rücken und neben Matthias Ginter verteidigen sollte, einfach wieder auf die rechte Außenverteidiger-Position zu stellen. Tobias Strobl könnte den freien Platz neben Ginter einnehmen. Dann jedoch wäre auch der Elvedi-Plan für die innere Sicherheit erst mal vom Tisch und damit der gesamte neue Denkansatz für die Abwehr. Das ist nicht zu erwarten.

Und auch nicht, dass die Gladbacher nun einen Notkauf machen. Dass vielleicht noch ein Mann für die Defensive geholt werden soll, ist bekannt, doch dürfte die Suche durch die Lang-Verletzung nicht unbedingt eine extreme Dynamik bekommen. Der Kader gibt Alternativen her, Routiniers ebenso wie junge Wilde.

Tony Jantschke ist seit Montag wieder voll im Trainingsbetrieb, auch Strobl könnte den Job hinten rechts übernehmen, sogar Fabian Johnson, der indes aktuell als starker Linksaußen Borussias torgefährlichster Mann ist. Und dann sind da noch die Nachwuchskräfte Mandela Egbo (20) und Jordan Beyer (18), die am Mittwoch im Training die Position besetzten. Langs Ausfall ist für die Konkurrenten wie üblich die Chance, sich zu positionieren.

Für Lang ist die Verletzung sehr ärgerlich, denn sie wird ihn viel Zeit kosten. Er ist hinten dran, wenn er wieder fit ist, statt sogleich ein Fixpunkt im Team zu sein, das jedenfalls war der Anspruch, mit dem er vom FC Basel gekommen ist.

Er ist nicht der einzige Eidgenosse mit Kniebeschwerden, auch Denis Zakaria und Nico Elvedi haben Probleme, allerdings der leichteren Art. Lang hat im Training eine falsche Bewegung gemacht, und dann war es passiert. Seit November 2016 war der 27-Jährige verletzungsfrei, nun hat es ihn ausgerechnet zum Start beim neuen Klub erwischt. Wie schwerwiegend so eine Situation sein kann, hat in den ersten Wochen der Vorsaison der Fall Vincenzo Grifo gezeigt. Auch er fehlte zu Beginn und kam danach nie richtig an bei Borussia.

Eine ähnliche Geschichte soll es mit Lang natürlich nicht geben. Und es soll, so hoffen die Borussen auch, keine Fortsetzung der Verletzten-Problematik der Vorsaison, sondern ein Einzelfall werden. Erst mal jedoch ist die Sache vor allem eines: ernüchternd.

Mehr von RP ONLINE