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Borussia Mönchengladbach: Michael Cuisance muss nun kämpfen

Top-Talent unzufrieden mit Bankplatz : Borussias Cuisance muss um seine Chance kämpfen

Michael Cuisance wurde zum Spieler der Saison 2017/2018 gewählt. Doch aktuell ist der Franzose bei Borussia nicht erste Wahl. Die Verantwortlichen hoffen nun auf seinen Kampfgeist.

Im Anfangsstadium einer Fußballerkarriere ist es ganz normal, dass es nicht nur bergauf geht. Akzeptieren will das jedoch keiner. So ergeht es derzeit auch Borussias Michael Cuisance. In der vergangenen Spielzeit wurde der Franzose zum Shootingstar, danach von den Fans sogar zum Spieler der Saison 2018 gewählt. Der 19 Jahre alte Jungstar hatte sich danach wohl vorgestellt, dass es weiter so steil bergauf für ihn gehen würde. Doch in dieser Saison muss sich Cuisance bislang damit begnügen, nicht die erste Wahl für Trainer Dieter Hecking zu sein. Erst einmal beim 1:1 in Sinsheim gegen Hoffenheim stand er in der Startelf, in nur sieben weiteren Spielen wurde er eingewechselt.

Grund genug für Cuisance, der gewiss in seinem jungen Alter noch viel lernen muss, wie viele andere Teenager dies aber nicht so ganz einsehen wollen, mit seiner Situation nicht zufrieden zu sein. Das ging sogar so weit, dass der Franzose im Winter Sportdirektor Max Eberl darüber unterrichtet hat, mehr spielen zu wollen. Eine Ausleihe war für Cuisance wünschenswert. Doch Borussia lehnte dies prompt ab. „Wir haben ihm gesagt, dass wir von ihm überzeugt sind und auf ihn setzen“, sagt Eberl, der für den Mittelfeldspieler immer wieder das Wort „Juwel“ benutzt.

Ungeschliffen ist dieses Juwel noch, hat jedoch, und da ist man sich bei Borussia einig, das Potenzial, zukünftig als kostbarer Diamant zu erstrahlen. „Wir glauben an ihn und er hat eine große Zukunft“, sagt Gladbachs Sportdirektor über Cuisance. Deswegen kam für Eberl nicht infrage, den Franzosen im Winter abzugeben, ob im Zuge einer Ausleihe oder eines Verkaufs. Er will vielmehr, dass Cuisance, ein begnadeter Techniker, nun auch seine kämpferischen Fähigkeiten für sich entdeckt. „Michael hat ein großes Selbstverständnis, was nach seiner herausragenden vergangenen Saison auch berechtigt ist. Jetzt befindet er sich in einer komplizierteren Situation, in der er kämpfen und Gas geben muss“, sagt Eberl.

Ein Vorbild soll Cuisance dabei ein ehemaliger Mittelfeldstar der Borussia sein. „Granit Xhaka ist so ein Beispiel dafür, dass man sich auch mal durchbeißen und die Faust in die Tasche machen muss. Das hat jeder junge Spieler mal erlebt“, sagt Eberl. Der Schweizer Top-Spieler, der im Sommer 2016 die Gladbacher in Richtung Arsenal London verließ, kam zu Beginn seines vierjährigen Aufenthalts bei Borussia ebenfalls nicht wie gewünscht zum Zuge und war deswegen unzufrieden.

Doch Xhaka biss sich durch und entwickelte sich zum Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld der Gladbacher, wurde sogar Kapitän. Eine solche Entwicklung wünscht sich Eberl auch bei Cuisance.

Bei Borussia sind die Hoffnungen groß, dass der Franzose in den nächsten Jahren zum Top-Spieler avanciert. Jedoch fällt den sportlichen Verantwortlichen auch auf, dass ihm ein Schuss mehr Seriosität im Spiel guttun würde. Oftmals agiert Cuisance zu riskant. Das war im Training schon aufgefallen und am vergangenen Wochenende auch bei seinem Jokereinsatz gegen den FC Augsburg (2:0). Da verlor er beispielsweise beim Stand von 1:0 leichtsinnig einen Ball in der eigenen Hälfte und foulte seinen Gegenspieler anschließend in einer gefährlichen Position nahe des eigenen Sechzehnmeterraums.

Solche Leichtsinnigkeiten verzeiht man einem jungen Spieler schnell. Zumal Cuisance die Gelegenheit bekommen wird, sich von einer besseren Seite zu zeigen. Denn die Rückrunde wird er auch bei Borussia verbringen. Anders hat der sich der Klub  bei einem anderen hoffnungsvollen Talent entschieden.

Laszlo Bénes haben die Gladbacher an den Zweitligisten Holstein Kiel verliehen. Der defensive Mittelfeldspieler soll bei den Nordlichtern die Spielpraxis sammeln, die ihm die Gladbacher aktuell nicht versprechen können. Im defensiven Mittelfeld war Bénes zuletzt gegen die starken Konkurrenten Tobias Strobl und Christoph Kramer deutlich im Hintertreffen.