Borussia Mönchengladbach: Michael Cuisance könnte Gladbach bald verlassen

Talent schon wieder unzufrieden : Verlässt Cuisance Borussia in diesem Sommer?

Michael Cuisance soll laut Max Eberl mit seinen 19 Jahren bei Borussia eine Stammplatz-Garantie einfordern. Da der Klub ihm die nicht geben kann, kann es noch in diesem Sommer zu einem Wechsel kommen.

Es herrschte viel Harmonie bei Borussia in der Vorbereitung. Die Mannschaft stellte sich in kurzer Zeit auf die Neuerungen, die Marco Rose mit nach Mönchengladbach brachte, ein und versuchte sie vom ersten Moment an umzusetzen. Die Spieler zeigten auf dem Trainingsplatz, dass sie die Situation für sich nutzen wollen, dass es einen neuen Trainer gibt, und sich bei ihm durchsetzen wollen. Auch Rose gab allen Akteuren die Gelegenheit dazu. Während der 42-Jährige jedem Spieler eine Chance gibt, bekommt er selbst aber offenbar von einem seiner Schützlinge keine echte Chance.

Denn zum wiederholten Male hat Michael Cuisance seine Unzufriedenheit bei Sportdirektor Max Eberl hinterlegt. „Wir führen seit Wochen Gespräche mit ihm und seinem Management“, sagte Eberl am Dienstag beim „Rheinischen Fußballgipfel“ der Rheinischen Post. „Es ist ein bisschen überraschend, dass die Unzufriedenheit bei einem 19-Jährigen so groß ist, dass er quasi eine Stammplatz-Garantie haben möchte, die bei uns kein Spieler hat. Es gibt entsprechend einiges zu besprechen, mal sehen, wo die Reise hinführt.“

Schon in der vergangenen Saison hinterlegte der Franzose seinen Wechselwunsch beim Gladbacher Sportdirektor, da er unter Dieter Hecking nur selten zum Einsatz kam. Diesen Frust plagt ihn auch in der ersten Saison unter Rose. „Man kann schon sagen, dass das jetzt ein Neustart für mich ist. Aber ich habe auch nicht vergessen, was vergangene Saison passiert ist“, sagte Cuisance vor dem Trainingslager am Tegernsee. Dort hatte sein Berater Olivier N‘Siabamfumu  das Gespräch mit Rose gesucht. Was der Agent da gehört hat, scheint für ihn nicht zufriedenstellend gewesen zu sein.

Die Unzufriedenheit von Cuisance geht offenbar so weit, dass er gar nicht erst abwarten will, wie es für ihn unter Rose laufen wird. Der Spieler will Borussia offenbar verlassen. Denn klar ist: Der Trainer kann Cuisance´ Forderung nach einem gesicherten Stammplatz nicht entsprechen. Der Franzose müsste sich wie alle anderen Borussen durchbeißen, was möglich ist, gerade nachdem sich nun Jonas Hofmann einen Innenbandriss zuzog und bis zu drei Monate ausfallen wird. Cuisance scheint dafür aber nicht bereit zu sein und höhere Ansprüche zu haben.

Die Gladbacher sind offenbar erstmals bereit, den Franzosen, dessen Vertrag noch vier Jahre läuft, bei einem lukrativen Angebot gehen zu lassen. „Wir wollen ihn nicht abgeben, sondern ihn bei uns groß werden lassen“, hatte Eberl über seinen Plan mit dem Youngster noch im Juni gegenüber unserer Redaktion betont. Das Verhalten des Spielers scheint den Sportdirektor nun aber zu einem Umdenken bewegt zu haben. In Foren kursieren bereits Gerüchte über Interessenten, Bayern München wird als solcher genannt.

Cuisance will sich selbst nicht zur Sache äußern. „Man hat im Training, glaube ich gesehen, dass von meiner Seite alles soweit in Ordnung ist. Ich nehme die Dinge, wie sie kommen. Wenn da irgendwann eine Entscheidung getroffen wird, werde ich mich möglicherweise noch dazu äußern, aber er ist jetzt dabei und wir werden in den nächsten Tagen sehen, wie sich die Dinge entwickeln“, sagte derweil Rose.

Seitdem der 19-jährige Cuisance in der Saison 2017/2018 von den Fans zum besten Borussen gewählt wurde, geht es für ihn bergab. Erst kam er unter Hecking kaum zum Einsatz, dann wurde er beim Fahren ohne Führerschein erwischt und dafür bestraft, nun sorgt er bei den Verantwortlichen der Borussen erneut für Ärger.

Möglich, dass das dazu führt, dass Cuisance bis zum Ende der Transferperiode am 2. September noch den Klub wechselt.

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