Borussia Mönchengladbach: Mehr Spezialisten für nachhaltigen Erfolg

Mehr Spezialisten für nachhaltigen Erfolg : Eberl treibt bei Borussia Veränderungen voran

Sportdirektor Max Eberl treibt die Veränderungen, die 2017 begonnen wurden, voran. Der rote Faden ist: Es kommen mehr Spezialisten dazu. Bei der Torwart-Trainern zeigt sich, dass sich das auszahlt.

Borussia wird sich verändern zur neuen Saison. Dass ein neuer Trainer kommt, ist klar. Es wird, auch wenn es noch nicht offiziell ist, Marco Rose sein, der von RB Salzburg kommt. Zudem soll es, so die Information unserer Redaktion, auf Management-Ebene eine Erweiterung geben: Max Eberl wird Unterstützung bekommen. Derzeit bastelt er am neuen Konstrukt. Namen wie Rouven Schröder, Horst Heldt und Jonas Boldt kursieren, auch Steffen Korell wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Damit führt Eberl die Umbaumaßnahmen mit voller Kraft fort, die er in den vergangenen beiden Spielzeiten angefangen hat. Der rote Faden dabei: Es gibt immer mehr Spezialisten bei Borussia, die von außen kommen und somit neuen Input mitbringen.

Andreas Schlumberger ist seit 2017 Supervisor im medizinischen Team. Seit 2018 ist Ralf Doyscher fest angestellter Teamarzt, Stefan Hertl und Heribert Ditzel haben nun Praxen im Borussia-Park. Hendrik Schreiber ist als leitender Physiotherapeut dazu gekommen. Und Quirin Löppert vom FC Bayern als dritter Athletik-Trainer. Die Folge: Es gab deutlich weniger Verletzungssorgen als in der vergangenen Saison

Otto Addo kümmert sich seit 2017 als Übergangstrainer besonders um die Top-Talente des Klubs. Bei den Torwart-Trainern wurde 2018 erweitert: Steffen Krebs kam aus Hoffenheim. Er betreut nun mit Uwe Kamps Borussias Ballfänger. „Unsere Erfahrung ist sehr gut“, sagt Kamps. Es ist mehr Zeit, sich intensiv zu kümmern. Um die Bundesliga-Keeper, aber auch um den Nachwuchs. Die tägliche akribische Arbeit mit Yann Sommer zahlt sich messbar aus: Der Schweizer spielt eine herausragende Saison. Beim 1:1 gegen Bremen wurde er erneut zum Spieler des Spiels gewählt, elfmal hielt er schon die Null fest, nur Leipzigs Peter Gulácsi hat eine bessere Quote (14). Der Weg bei den Torleuten kann modellhaft sein: Es lohnt sich, in Experten zu investieren. Deswegen ist zu vermuten: Roses Trainerteam wird wohl nochmal wachsen im Vergleich zum aktuellen Status quo.

Frank Geideck, das sagte Eberl im Interview mit unserer Redaktion, wird bleiben. Rose wird vermutlich mindestens einen Co-Trainer mitbringen. Réne Maric, früher Blogger, gilt als Taktik-Nerd, er könnte das bisherige Analyse-Team erweitern. Und dann gibt es Alexander Zickler, den früheren Bayern-Star und Nationalspieler. Zickler ist bei RB vor allem für das Coaching der Offensive zuständig – ein Job, den man sich künftig auch in Gladbach vorstellen kann. Allein Zicklers Titelliste zeigt: Er weiß, wie Erfolg geht. Und Tore kann Gladbach durchaus gebrauchen. Das zeigte sich zuletzt auch gegen Bremen.

Was noch interessant wäre: eine Art Motivations-Coach. Einer, der klare Worte findet, der Probleme anspricht, der den Finger in die Wunde legt, auch wenn sich alles gut anfühlt. Einer, der die Spieler auch antreiben kann. Einen Mann wie Martin Stranzl. Dessen Name hat noch immer einen respektvollen Klang, wenn er in der Borussen-Kabine fällt. Der Österreicher hat sich zwar vom Fußball einigermaßen zurückgezogen, doch ein Typ wie er wäre geeignet, um den viel zitierten Schweinehund-Faktor auch von außen ins Team zu bringen. Als fester Co-Trainer. Oder als externer Berater.

Es wird in den kommenden Wochen und Monaten noch viel passieren im Borussia-Park, davon ist auszugehen. Derzeit wird viel hin und her gedacht, insbesondere quer. „Wir müssen schlauer sein als die anderen“, hatte Eberl im Interview mit unserer Redaktion gesagt. Er wird auch das Scouting aus- und umbauen und im Nachwuchsleistungszentrum, das erweitert wurde, personell nachlegen. Eberl will die Wahrscheinlichkeit des nachhaltigen Erfolgs erhöhen und Borussia mit ihren Mitteln auf die nächste Stufe heben. Dafür schafft er nun die Rahmenbedingungen.

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