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Borussia Mönchengladbach: Max Eberl und Co. sind in Doppelpass, Sky90 und Co. am häufigsten vertreten

Kein anderer Klub ist so häufig in Talkformaten : Borussia ist auf dem Weg zum TV-Meister

Kein Klub ist so häufig in den größten Talk-Formaten über Fußball vertreten wie Borussia. Das passt zu ihrem Aufstieg und Image.

Am Sonntagabend gab es für Fußballfans wieder ein gutes Unterhaltungsprogramm, obwohl kein Spiel in der Bundesliga lief. Das ist nämlich immer, wenn Max Eberl in einem Talk-Format zu Gast ist. Bei „Sky90“ sprach Borussias Sportdirektor insbesondere über die Fan-Problematik der vergangenen beiden Spieltage und die starke Saison der Gladbacher. Auch die Meisterfrage wurde Eberl gestellt, und er beantwortete sie durchaus forsch. „Wir haben 46 Punkte, sind gut dabei – und haben Lust auf mehr“, sagte der 46-Jährige.

Eberl ist häufiger auch abseits der Partien seines Teams im Fernsehen zu sehen. Er wird gerne eingeladen, weil er in problematischen und guten Zeiten Rede und Antwort steht, immer ausführlich ist, keine 08/15-Floskeln aufsagt, sondern emotional und recht frei von der Seele spricht, das sagt, was er denkt. Genau das wollen Fernsehmacher und Zuschauer.

Eberl hat den Traum, einen Titel mit den Gladbachern zu gewinnen. In Sachen Auftritte im Fernsehen ist er mit seinem Klub in dieser Saison auf Meisterkurs, kein anderer Verein war seit dem 1. Juli 2019 so häufig in den vier bekanntesten Fußball-Talkformaten Doppelpass (Sport1), Sky90, Wontorra on Tour (beide Sky) und 100% Bundesliga (Nitro) überregionaler Sender sowie dem aktuellen Sportstudio (ZDF) als Sport-Talk zu sehen. Zehnmal stand ein Borusse in einem solchen Ambiente bereits Rede und Antwort, neben Eberl auch Trainer Marco Rose, Vize-Präsident Rainer Bonhof, Präsidiumsmitglied Hans Meyer sowie die Spieler Christoph Kramer und Jonas Hofmann.

Das hilft Borussia, eine große Medienpräsenz ist immer auch ein Argument in finanziellen Angelegenheiten, beispielsweise auch aktuell bei der Suche nach einem neuen Hauptsponsor. Doch es ist nicht nur der Wunsch nach PR und Werbung, der dafür sorgt, dass Borussia eine große TV-Präsenz hat. Sie ist die Folge aus dem Werdegang des Klubs und ein Beleg für das Image, das die Gladbacher sich auferlegt haben und auch ausleben.

Borussia will in dem teils überhitzten Geschäft Bundesliga, dem man häufig nachsagt, sich von der Normalität zu entfernen, nahbar bleiben. Gladbach ist einer von wenigen Klubs, bei denen es noch möglich ist, dass Journalisten nach Trainingseinheiten kurze Interviews mit den Spielern führen dürfen, auch den Fans wird nahezu jeder Autogramm- und Selfiewunsch erfüllt. Die Borussen wurden im vergangenen Sommer zum siebten Mal in Folge zum familienfreundlichsten Klub der Bundesliga gekürt. Das zeigt, wie offen der Verein für andere ist, er verschließt sich nicht – weder gegenüber Fans noch Journalisten.

Diese Offenheit lebt Gladbach in Sachen Medienpräsenz aus. Der Klub blockt kaum Anfragen ab, Kramer durfte beispielsweise nicht nur bei „Wontorra on Tour“ talken, sondern auch bei „Schlag den Star“ (Pro7) teilnehmen – obwohl es dort auch Spiele gibt, bei denen eine gewisse Verletzungsgefahr herrscht.

Es ist nicht nur so, dass Borussia gerne die eigenen Werte medial vertritt, sondern die große Präsenz ist auch ein Sinnbild für ihren Aufstieg. Zum zweiten Mal in Folge ist Gladbach mittendrin im Rennen um die Champions League, vielleicht diesmal sogar um die Meisterschaft. Die Borussen sind auf dem Weg zum Bundesliga-Topteam, wenn sie es nicht schon sind. Entsprechend wichtig ist der Klub für die Fernsehmacher, die Gladbacher wissen gerade mit der Spielweise unter Rose zu begeistern, haben einen großen Entertainment-Faktor. Und sie haben Personen in ihren Ämtern, die etwas zu sagen haben und deren Meinung Gewicht im Geschäft hat. Eberl ist auch in dieser Hinsicht derjenige, der als Kopf des Ganzen wahrgenommen wird. Als Kopf des aktuellen Fernseh-Meisters und vielleicht sogar Fußball-Meisters.