Borussia Mönchengladbach Eberl steckt zwischen Vertrauen und Verantwortung

Meinung | Mönchengladbach · Es ist fast ein wenig tragisch. Das Spiel beim FC Barcelona im Camp Nou ist das "größte Ereignis" für die Borussen, wie André Hahn zurecht sagt. Sie haben es sich erarbeitet über die vergangenen Jahre hinweg, und das Losglück hat es ihnen beschert. Doch es liegt ein Schatten auf dem Spiel. Der Schatten der Bundesliga-Krise. Das macht den Umgang mit dem Barca-Spiel kompliziert.

Max Eberl: Seine Karriere in Gladbach und in Leipzig
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Das ist Max Eberl

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Foto: dpa/Uwe Anspach

Denn eigentlich ist das Großereignis Nebensache. Man sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren, die Bundesliga. Mainz statt Barcelona muss Punkt eins auf der Agenda sein. So ist es auch für Manager Max Eberl. Auch ihn wird das wurmen. Denn er ist der Architekt des Aufschwungs, dessen Höhepunkt das Spiel heute ist. Doch muss sich Eberl nun sorgen. Für die Borussia, die in einer Ära entstanden ist, steht in diesen Wochen sehr viel auf dem Spiel.

Eberl ist hin- und hergerissen zwischen Vertrauen und Verantwortung. Er hat sich für den Trainer André Schubert entschieden, dazu steht er. Die Vertragsverlängerung war auch ein Vertrauensvorschuss. Doch nun fehlen Punkte. Und Eberl kennt die Mechanismen, wenn sich das nicht ändert, sie haben ihn schon 2010 eingeholt, als es um Michael Frontzeck ging, der gehen musste. Aber so weit wie damals ist es noch nicht. Wachsamkeit ist nötig, doch kein Grund zur Panik.

Eberl will dem Ansatz treu blieben, der sich bei Borussia bewährt hat. Doch er weiß auch um die Verantwortung für den Klub. Es geht um Gespür, um richtige Zeitpunkte, Entscheidungen zu treffen. All das schien weit weg zu sein in Gladbach. Doch der Fußball ist unberechenbar. Erfolge von heute sind kein festes Versprechen für die Zukunft.

Eberl vertraut aber dem Trainer und dem Team. Allerdings hat er klare Ansagen gemacht. So geht es nicht weiter. Taten müssen den Worten folgen. Jetzt. Drei Spiele verbleiben, das Vertrauen zurückzuzahlen und eine Basis zu schaffen, um 2017 neu anzugreifen. Heute in Barcelona sollten Eberl und alle Borussen den Abend aber trotz der Krise genießen. Er ist eine Belohnung für vergangene Großtaten. Und er muss ein Ansporn sein, Sonntag die Wende zu erzwingen. Die gibt es nur, wenn man viel weiter oben in der Tabelle steht. Wenn ein Barca-Erlebnis als Ansporn nicht reicht, was dann?

(kk)
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