Borussia Mönchengladbach: Max Eberl schützt Granit Xhaka von Arsenal London

Bei Arsenal in Ungnade gefallen : Eberl kann scharfe Kritik an Xhaka nicht nachvollziehen

Bei Arsenal London steht Granit Xhaka seit einigen Wochen in der Kritik. Borussias Sportdirektor Max Eberl kann die Aufregung um den ehemaligen Gladbacher nicht nachvollziehen. Eine Rückholaktion ist jedoch nicht denkbar.

Es gibt in den sozialen Medien viele Fans der Borussen, die Granit Xhaka bereits die Türe öffnen für eine Rückkehr an den Niederrhein. Sie würden den Schweizer gerne wieder in Gladbach spielen sehen. Anders als es offenbar gerade in London ist, bei Arsenal ist Xhaka nämlich insbesondere bei den Fans in Ungnade gefallen. Das führte dazu, dass der Kapitän der „Gunners“ am vergangenen Wochenende einen Wutausbruch hatte, der seine Situation nicht gerade verbessern dürfte. Als er beim 2:2 gegen Crystal Palace ausgewechselt wurde, drückte er Pierre-Emerick Aubameyang wütend die Kapitänsbinde in die Hand und quittierte die folgenden Pfiffe der Fans mit animierenden Armbewegungen, ihn noch lauter auszupfeifen. Auch ein „Fuck off“ entwich ihm, ebenso verunglückte ein Handschlag mit seinem Trainer Unai Emery.

Der Arsenal-Coach fand deutliche Worte für Xhakas Aktion. „Er hat sich falsch verhalten", sagte Emery. „Ich werde in den nächsten Tagen in Ruhe mit ihm sprechen und eine Entscheidung treffen. Man muss die Fans respektieren, egal, ob sie applaudieren oder pfeifen.“ Für sie ist Xhaka gerade in Phasen, in denen es sportlich nicht so gut läuft, immer wieder der Sündenbock, es war nicht der erste Vorfall, bei dem der Spieler und die Anhänger aneinander gerieten.

In Gladbach war es anders, da entwickelte sich Xhaka während seiner Zeit von 2012 bis 2016 zum absoluten Publikumsliebling. Genau diese Fans senden nun ein Zeichen, dass sie sich jederzeit darüber freuen würden, den Schweizer wieder im Trikot der Borussia zu sehen. Doch ein solches Szenario ist vorerst nur Wunschdenken.

Max Eberl wurde bei einer Pressekonferenz am Dienstag nach einer möglichen Rückholaktion Xhakas gefragt. Der Sportdirektor lächelte zunächst, schaute sich im Presseraum des Borussia-Parks um und entdeckte schließlich denjenigen, der wohl das größte Problem mit einem solchen Transfer hätte. „Der Herr Schippers steht hinten links“, verwies Eberl lachend die Frage an den Geschäftsführer des Klubs. Stephan Schippers ist für die Finanzen bei Borussia verantwortlich – und genau daran würde ein solches Vorhaben scheitern.

„Ich habe mich noch nicht an solche finanziellen Mammutaufgaben herangewagt“, sagte Eberl, der zudem betonte: „Ich bin auch kein großer Freund von Rückholaktionen, dementsprechend habe ich mich auch gar nicht damit beschäftigt.“ Bei Christoph Kramer und Raul Bobadilla, die eine zweite Zeit in Mönchengladbach haben bzw. hatten, seien die Umstände einfach anders gewesen.

Eberl arbeitet also, anders als vielleicht von einigen erträumt, nicht an einer erneuten Zusammenarbeit mit Xhaka. Verteidigen wollte Borussias Sportdirektor den ehemaligen Gladbach- und heutigen Gunners-Kapitän dennoch. „Arsenal hat damals berechtigt sehr, sehr viel Geld für Granit bezahlt. Er ist nach London gegangen, um den nächsten Schritt zu machen, und er hat das definitiv auch getan“, sagte Eberl. „Ich kann die Vorfälle nicht nachvollziehen und finde es befremdlich, weil ich den englischen Fußball eigentlich anders kenne, dort ist der Support für den eigenen Verein und die Spieler eigentlich außergewöhnlich.“