Borussia Mönchengladbach: Max Eberl mahnt zur Bescheidenheit

Borussias 1:1 gegen Schalke: Eberl mahnt zur Bescheidenheit

Borussia ist auch nach dem Unentschieden gegen Schalke auf Europa-Kurs. Doch die Kuscheligkeit in der ersten Tabellenhälfte birgt auch Gefahren.

Das mit der Wartezeit kennt Thorgan Hazard. Gegen Hannover 96 stand er wegen des Videobeweises fast drei Minuten am Elfmeterpunkt, gegen den FC Bayern zwei und nun ebenso viele gegen Schalke. Der Unterschied war nur: In den ersten beiden Fällen schoss der belgische Offensivmann in Diensten von Borussia Mönchengladbach den Ball ins Tor. Dieses Mal trollte er sich unverrichteter Dinge, denn Schiedsrichter Sascha Stegemann korrigierte sich nach Ansicht des Bildmaterials und zog den Strafstoß zurück. Hazard hätte vielleicht das 2:0 erzielt und damit die Führung komfortabler gemacht, vielleicht so komfortabel, dass Schalke nicht mehr zum Ausgleich gekommen wäre.

So reichte den Gladbachern der erste Treffer von Christoph Kramer seit 1088 Tagen nicht, weil Jannik Vestergaard ein Eigentor passierte zum 1:1. Borussia war spielerisch überlegen, trotzdem fühlte sich das 1:1 auch glücklich an "nach hinten raus", wie Trainer Dieter Hecking sagte. Denn hätte nicht Torwart Yann Sommer großartig gegen Guido Burgstaller pariert (87.), hätte Schalke noch gewonnen. Am Ende des Tages konnten sich daher einige Menschen nicht so richtig freuen über das Ergebnis des Topspiels. Das wiederum regte Gladbachs Manager Max Eberl auf. Der Manager mahnt zu etwas mehr Bescheidenheit. Mit einem 1:1 gegen Schalke, den Dritten, dürfe man in Gladbach durchaus zufrieden sein.

Es war der 25. Punkt der Borussen, das sind 1,67 Zähler im Schnitt, damit sind sie auf Europakurs. Doch bleibt das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre in der bisherigen Saison, allein in den letzten beiden Partien (0:3 in Wolfsburg, 1:1 gegen Schalke) verpassten es die Gladbacher, vom mit dem 2:1 gegen die Bayern verdienten vierten Rang weiter nach oben zu klettern auf Platz zwei, respektive drei. Zugleich hätten sie den Abstand nach unten vergrößern können. So aber bleibt Borussia eine von "acht Mannschaften, die dabei sind", wie Eberl sagte.

Kuscheligkeit tut gut angesichts der winterlichen Wetterlage, doch in der Bundesliga-Tabelle birgt sie auch Gefahren. Schnell kann man abrutschen, wenn eine Schwächephase kommt. Borussia hat viel erreicht bislang, aber gefühlt nicht so viel, wie möglich war. Daher kein Polster und die Offenheit in alle Richtungen.

Sechs Punkte gibt es noch zu holen vor Weihnachten. Am Dienstag ist das Spiel beim SC Freiburg. Im Breisgau haben die Borussen zuletzt 2002 in der Bundesliga gewonnen. Damals war Eberl noch Rechtsverteidiger, das 1:0-Siegtor schoss Arie van Lent, heute U 23-Trainer der Borussen. Am Freitag kommt dann der Hamburger SV. In beiden Fällen ist Borussia Favorit, weswegen Sommers Ansage, beide Partien gewinnen zu wollen, nicht allzu utopisch klingt. "Die Ausgangslage "ist gut", sagte Eberl. Sie kann (und soll) aber noch verbessert werden

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(kk)