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Borussia Mönchengladbach: Max Eberl hat den viertbesten Kader der Bundesliga gebaut

Auch personell vor Leverkusen : Borussias Kader ist jetzt die Nummer vier in der Liga

Nachdem Bayer Leverkusen nun ohne Kai Havertz spielt und Max Eberl das Borussia-Team weiter verstärkt hat, ist Gladbach auch personell vorbeigezogen. Der Marktwert ist bei Bayer noch ein bisschen höher.

Am Ende der vergangenen Saison haben die Borussen das geschafft, was ein Jahr zuvor nicht gelang. Sie konnten Bayer Leverkusen hinter sich lassen und in die Champions League einziehen als Vierter in der Bundesliga. Davor standen in den vergangenen beiden Spielzeiten mit Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig die Teams, die auch den stärksten Kader hatten. Bei Borussia und Leverkusen hielt es sich die Waage, Bayer 04 war und ist zwar nach wie vor wirtschaftlich stärker, aber Gladbach hat mit Sportdirektor Max Eberl in den vergangenen Jahren so gute Arbeit geleistet, dass das aufgefangen werden konnte – und nun ist Borussias Kader sogar in der Gesamtheit stärker als der des Rivalen.

Beim Blick auf die Marktwerte des Portals „transfermarkt.de“ fällt auf, dass die drei tabellarisch vor den beiden Klubs liegenden Vereine deutlich vor ihnen liegen, die 13 übrigen Bundesligisten dagegen deutlich geringer eingeschätzt werden als Borussia und Bayer. Aktuell hat Leverkusen laut der Einschätzung des Portals einen Marktwert von 321,45 Millionen Euro, Gladbach von 314,68 Millionen Euro. Doch in dieser Rechnung sind alle Spieler des Kaders bedacht, der Kern der Borussia-Mannschaft ist stärker.

Auch wenn Lukas Hradecky ein guter Bundesliga-Torhüter ist, zieht er im Vergleich zu Yann Sommer den Kürzeren. Der Schweizer ist mittlerweile einer der Besten, nicht nur in der Liga. Das gilt auch für die Innenverteidiger Matthias Ginter und Nico Elvedi. Leverkusens Innenverteidiger wie Jonathan Tah und Edmond Tapsoba sind zwar ebenfalls leistungsstark, aber spielen deutlich fehlerhafter. Auf den Außenpositionen ist Bayer zwar doppelt gut besetzt, in der Spitze kommen Mitchell Weiser, Lars Bender, Wendell und Daley Sinkgraven aber nicht an die Qualität von Stefan Lainer und Ramy Bensebaini heran.

Ähnlich ist es im Mittelfeld. Sind Denis Zakaria und Florian Neuhaus fit, gehört das Duo zur Crème de la Crème in der Bundesliga. Leverkusen hat mit Charles Aránguiz, Kerem Demirbay, Exequiel Palacios und Nadiem Amiri jedoch auch Männer, die auf Top-Niveau spielen können.

Auf den offensiven Außen ist Leverkusen aktuell stärker besetzt. Zwar hat Borussia mit Marcus Thuram dort einen Top-Spieler, dazu mit Valentino Lazaro, Patrick Herrmann und Jonas Hofmann weitere starke Spieler, aber Bayer hat mit Moussa Diaby, Leon Bailey, Karim Bellarabi, Paulinho und Florian Wirtz eine extrem talentierte Gruppe, die an einem guten Tag jede Defensive auseinander nehmen kann.

Im Angriffszentrum liegen nach dem Abgang von Kai Havertz, der von Leverkusen zum FC Chelsea wechselte, jedoch ganz klar die Vorteile bei Borussia. Mit Alassane Plea, Breel Embolo, Lars Stindl und Hannes Wolf hat Eberl in der offensiven Mitte ein tolles Paket zusammengestellt. Leverkusen hat dort aktuell Patrik Schick und Lucas Alario, ein Duo, das keineswegs mit dem Borussia-Sturm mithalten kann, aber auch noch verstärkt werden soll.

Beim Blick auf den gesamten Kader zeigt sich, dass Leverkusen in der Masse zwar wertvoller ist, aber in der Spitze liegt Borussia vorne. Bleibt das große Verletzungspech aus und kommen die Profis an ihre Form der Vorsaison heran, ist Gladbach der Favorit auf Platz vier, weil es geschafft hat, ein besseres Team zusammenzustellen als der größte Konkurrent um die Königsklasse. Doch als Kollektiv müssen die Borussen beweisen, dass sie (mindestens) die Nummer vier der Liga sind.