Borussia Mönchengladbach: Max Eberl erklärt den Deal mit Marco Rose

Der frühe Vogel... : Eberl erklärt, wie er Rose zu Borussia lotste

Max Eberl hat in einem Interview erklärt, wie er Marco Rose von Borussia überzeugt hat. Entscheidend waren nicht nur die Argumente des Sportdirektors, sondern auch der Zeitpunkt der Kontaktaufnahme.

Für sehr viele kam die Entscheidung im Frühling dieses Jahres überraschend, dass Marco Rose der neue Trainer bei Borussia wird und Dieter Hecking ablöst. Zum Einen war sein Vorgänger erfolgreich, am Ende der Saison landete Gladbach unter Hecking auf Platz fünf. Außerdem war Rose „der Gehypteste“ (Zitat von Jürgen Klopp) auf dem Trainermarkt, und Borussia setzte sich gegen jede Menge Konkurrenten, auch aus dem Segment der Spitzenklubs, durch. „Wir hatten schon sehr lange gesprochen, sehr intensiv, bevor dieser ganze Hype anfing“, erklärte Sportdirektor Max Eberl nun im Interview mit „Eurosport“. „Ich habe unseren Klub dargestellt, darüber gesprochen, wie wir arbeiten, wie wir sind. Es ist bestimmt kein Nachteil, wenn man dann eher an einem Trainer wie Marco Rose dran ist.“ Ganz nach dem Motto: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

Überzeugt hat Eberl seinen neuen Coach offenbar mit Argumenten, wobei auch das ein oder andere Kaltgetränk geholfen haben könnte. Zumindest deutete Borussias Sportdirektor das mit einem Lächeln an. „Es war auf jeden Fall kein Red-Bull-Drink im Spiel, es war wahrscheinlich Düsseldorfer Alt“, sagte Eberl. Und irgendwann sollen es so viele gewesen sein, dass Rose „irgendwann nicht mehr reden konnte, da hat er dann unterschrieben“.

Dass dieser Vorgang wohl nicht eine neue Schmonzette der kuriosesten Verpflichtungen im Bundesliga-Geschäft ist, dürfte klar sein. Rose wird bei Sinnen gewesen sein, als er sich für Borussia entschieden hat. „Am Ende waren zwei, drei Vereine dabei, die unsere Konkurrenten gewesen sind. Jedoch glaube ich, dass dieser Vorsprung und die Art und Weise, wie wir gesprochen haben, inklusive der Argumente, die wir hatten, was Borussia betrifft, einen gewichtigen Ausschlag gegeben hat“, sagte Eberl.

Nun ist die spannende Frage, ob Rose den Hecking-Erfolg wiederholen oder sogar ausweiten wird. Sowohl der 42-Jährige als auch Eberl haben schon mehrfach dafür plädiert, dem neuen Projekt samt der Umstellung der Spielidee Zeit zu geben. Doch die Hoffnungen, die in die Rose-Borussia gesteckt werden, sind groß. In und um den Verein. Wir wollen mit ihm den erfolgreichen Fußball der letzten Jahre fortsetzen. „Wir sind in acht Jahren fünf Mal in Europa dabei gewesen. Und das wollen wir versuchen, wieder zu schaffen“, sagte Eberl. „Marco soll seine Attitude, dieses Pressing, bei uns noch draufsetzen, seine Ideen einbringen. Es wird ein wenig Zeit benötigen, aber dann haben wir eine gute Hoffnung, dass es erfolgreich wird.“

Bestenfalls so erfolgreich, dass Borussia schon bald wieder in der Champions League auflaufen darf. In der vergangenen Saison waren die Gladbacher schon nah dran an der Königsklasse. Gelingt dem Klub unter Rose der große Wurf? „Träume sind wichtig und treiben an. Der Traum lebt, aber es wäre weiterhin eine große Überraschung, wenn wir einen Champions-League-Platz holen“, sagte Eberl.

Mehr von RP ONLINE