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Borussia Mönchengladbach: Max Eberl äußert wegen Adi Hütter Bedauern gegenüber Eintracht Frankfurt

Gladbach-Manager über Hütter-Wechsel : Eberl empfindet neben Erleichterung auch Bedauern

Am Dienstag haben Max Eberl und Borussia Mönchengladbach bei der Trainersuche die Ziellinie überquert: Adi Hütter wird es. Dass er ihn aus Frankfurt holt, tut Gladbachs Manager in einer Hinsicht sogar leid. Warum Hütters Wechsel einen Domino-Effekt in der Liga verstärkt.

Er erklärte, dass es keinen Kontakt zu Wolfsburgs Oliver Glasner gegeben habe. Er schmunzelte, als er auf Thomas Tuchels Co-Trainer beim FC Chelsea, Zsolt Löw, angesprochen wurde. Und er berichtete von einem Treffen mit Xabi Alonso, als das Thema längst durch war, weil der Spanier seinen Vertrag verlängert hatte. Ansonsten hielt sich Max Eberl mit konkreten Kommentierungen von Trainer-Kandidaten tatsächlich acht Wochen lang zurück. Das Credo des Gladbacher Managers: „Ich will in Ruhe meinen Job im Hintergrund machen.“

Am Dienstag überquerte Borussia bei der Trainersuche die Ziellinie: Adi Hütter von Eintracht Frankfurt hat bis 2024 unterschrieben. Und Eberl verspürte große Erleichterung. „Es war ein Thema, das mich seit der Verkündung, dass Marco geht, sehr, sehr belastet und angestrengt hat“, erklärte er im Podcast der Kroos-Brüder Toni und Felix („Einfach mal Luppen“). „Jetzt bin ich umso glücklicher, dass wir unseren Trainer gefunden haben.“

Eberl äußerte aber auch Bedauern, obwohl oder vielleicht eher weil er eine Situation wie Frankfurt mit Hütter selbst gerade erst erlebt hatte, als Marco Rose nach anderthalb Jahren in Gladbach seinen Abschied in Richtung Dortmund ankündigte. „Leider habe ich einem anderen Verein geschadet, der jetzt auf seiner Seite wieder einen neuen Trainer suchen muss“, sagte Eberl. Für ihn sei aber relativ früh klar gewesen, wer sein Kandidat ist: „Da gab es nur eben das Problem, dass er unter Vertrag steht und einen sehr erfolgreichen Job bei seinem Verein macht. Deshalb waren da etwas größere Hürden, was das Umfeld betrifft.“

Wenn man so will, hat allein die Entlassung Lucien Favres im vergangenen Dezember drei Trainerwechsel unter den aktuellen Top Acht der Bundesliga verursacht: Rose geht zum BVB, Gladbach holt Hütter aus Frankfurt und die Eintracht sucht einen Nachfolger, es könnte Ralf Rangnick werden, der aktuell immerhin keinen Job hat.

Hinzu kommt Joachim Löws Abschiedsankündigung beim DFB, die die Reihe der Dominosteine von der anderen Seite anstoßen könnte, falls Hansi Flick, wovon mittlerweile auszugehen ist, den FC Bayern verlässt und neuer Bundestrainer wird. Leipzig-Coach Julian Nagelsmann könnte auf ihn folgen. Da Bayer Leverkusen, unabhängig von allen anderen Rochaden, gerade erst Peter Bosz entlassen hat, könnten von den acht besten Teams der Liga zu Beginn der neuen Saison gleich sechs einen anderen Trainer haben als zu Beginn der aktuellen Spielzeit. Nur Glasner wäre noch in Wolfsburg und Urs Fischer bei Union Berlin.

Eberl hofft, dass die anstrengende Phase nun vorbei ist. Schließlich hatte er parallel zur Trainersuche ein hochaufgeregtes Umfeld in Gladbach moderieren müssen, das – auch weil die Mannschaft zwischenzeitlich sieben Spiele verlor – einem Pulverfass glich. Nun fordert Eberl, dass die Konzentration voll dem Endspurt in der Liga gilt. „Wir kämpfen jetzt noch um die Europa-League-Plätze. Wir sind voll mit dabei und wollen jetzt diesen Europa-League-Platz auch noch schaffen“, sagte Eberl.

Als Achter ist Borussia punktgleich mit dem Siebten Union und hat vier Punkte Rückstand auf Leverkusen. Am Samstag kommt es zum Duell mit Eintracht Frankfurt – und mit Adi Hütter. „Ab sofort wird auch gar nicht mehr über Adi Hütter gesprochen“, kündigte Eberl an. Dass das mindestens in dieser Woche und unter diesen Umständen kaum funktionieren wird, dürfte dem Manager allerdings bewusst sein.

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