Borussia Mönchengladbach: Matthias Ginters Pläne rund um die Fußball-WM 2018

Borussias Verteidiger: Ginters Pläne rund um die Fußball-Weltmeisterschaft

Matthias Ginter wird am Dienstag dabei sein, wenn der vorläufige DFB-Kader benannt wird. Schafft er es zur WM? Und was macht er nach dem Sommer?

Wenn der letzte Eindruck zählt, könnte die Planung von Matthias Ginter in Unordnung geraten. Eigentlich hat er sich diese Woche so zurechtgelegt: Samstag das letzte Bundesliga-Spiel mit Borussia beim Hamburger SV, Sonntag die erste Veranstaltung zugunsten seiner Stiftung in Freiburg, am Dienstag die Nominierung für den vorläufigen WM-Kader, von Dienstag bis Donnerstag noch drei Trainingseinheiten in Mönchengladbach und schließlich am Samstag seine Hochzeit in Freiburg. Das indes, was er beim 1:2 in Hamburg bot, war keineswegs dazu angetan, ihn in einen WM-Kader zu berufen. "Um erfolgreich zu sein, brauchen wir Charaktere, die im Wind stehen", monierte Trainer Dieter Hecking und meinte damit auch seinen Abwehrchef.

Doch wird Bundestrainer Joachim Löw nicht nur das eine Spiel ins Kalkül ziehen. Ginter wird daher zum vorläufigen DFB-Aufgebot gehören, das am Dienstag um 12.30 Uhr im Dortmunder Fußballmuseum bekanntgegeben wird. Ob Ginter, dessen Nebenmann Jannik Vestergaard gestern ins dänische Aufgebot berufen wurde, zur endgültigen Russland-Reisegruppe zählen wird, entscheidet sich bis zum 4. Juni.. Dann muss sich Löw festlegen. Die Flitterwochen mit seiner Zukünftigen, Christina Raphaella, hat Ginter vorsorglich für die Zeit nach der WM terminiert. Er ist also strategisch vorbereitet auf den Fall, dass er zum zweiten Mal WM-Teilnehmer wird. Indes geht er das Turnier sicherlich mit dem Ansatz an, nicht wie 2014 dabei zu sein, aber ohne Einsatz zu bleiben. Das Erlebnis Brasilien war für den damals 20-Jährigen und seine Entwicklung "sehr wichtig". Jetzt dürfte er andere Ansprüche haben.

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Ginter ist vier Jahre weiter, war 2017 beim Triumph beim Confed-Cup Stammspieler in Löws Dreierkette und hat dabei nachgewiesen, dass er in großen Turniere bestehen kann. Danach hat er den nächsten Karriereschritt gemacht mit dem Wechsel von Borussia Dortmund nach Gladbach. Er kam, um fix auf einer Position zu spielen, um Führungsspieler zu werden. Ginter verpasste keine Minute dieser Saison, er machte alle 34 Liga- und auch die drei Pokalspiele komplett mit. In 34 seiner 37 Pflichtspiele war er Innenverteidiger, in den übrigen dreien Sechser. "Der Schritt war für mich wichtig", sagte Ginter. Dass er sich nebenbei in einer für seinen eigentlichen Job untypischen Disziplin hervorgetan hat als fünfmaliger Torschütze, hat er seinem Profil als Plus hinzugefügt. Die erste Konsequenz seiner Fortentwicklung soll die erneute WM-Teilnahme sein. Kurios ist, dass im Vergleich zu den Konkurrenten für ihn vor allem die Vielseitigkeit spricht, die er eigentlich nicht mag. Er kann nicht nur Innenverteidiger, sondern auch Sechser oder Außenverteidiger sein.

2014 war er nach der WM von seinem Heimat-Klub SC Freiburg zum BVB gewechselt, nach dem Confed-Cup von Dortmund nach Gladbach. Dort hat er einen Vertrag bis 2021. Konkrete Hinweise, dass er dennoch nach der möglichen WM-Teilnahme den nächsten Karriereschritt angehen könnte, gibt es nicht, wohl aber das Gefühl, dass nicht alles im Lot ist mit ihm und Borussia und er nach nur einem Jahr in Gladbach wieder entschwinden könnte. Ginter selbst hat mit kryptischen Äußerungen zu seiner Zukunft dazu beigetragen. Und es gibt die Gerüchte, dass Juventus Turin interessiert sei. Für Ginter könnte also eines der unmoralischen Angebote eingehen, von denen Manager Max Eberl gesprochen hat. Ab 25 Millionen Euro aufwärts dürfte nachgedacht werden in Gladbach.

(kk)
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