Borussia Mönchengladbach: Matthias Ginter und Nico Elvedi passen in Marco Roses Spielidee

Herzstück von Borussias Defensive : Das macht Ginter und Elvedi zum perfekten Abwehr-Duo

Matthias Ginter und Nico Elvedi bilden ein Abwehr-Duo, das harmoniert und bestens zu Borussias Spielidee passt. In der Rückrunde könnte auch Tony Jantschke in einer Dreierkette oft an ihrer Seite sein.

Bei Borussias Abwehr-Duo ist schon anhand der Statistiken und persönlichen Trophäen abzulesen, dass es sich um eines der besten Gespanne in der Bundesliga handelt. Matthias Ginter wurde vom „Kicker“ zum besten Innenverteidiger der Liga gekürt, die Fans wählten ihn zur Nummer Eins der Nationalspieler im Jahr 2019. Sein Nebenmann Nico Elvedi ist der Mann mit der stärksten Passquote in der Liga, fast 96 Prozent seiner Zuspiele kommen an. Dazu gewinnt der Schweizer Nationalspieler fast zwei Drittel seiner Zweikämpfe, nur Leipzigs Willi Orban (68 Prozent) ist in der Hinsicht besser. Ginter und Elvedi haben unter Trainer Marco Rose den nächsten Schritt gemacht, sie sind für dessen Spielidee praktisch gemacht – und auch füreinander.

Seit eineinhalb Jahren agieren beide nun gemeinsam im Gladbacher Abwehrzentrum. „Es macht wahnsinnig viel Spaß mit ihm, er hat enorm viel Qualität, ist noch zwei Jahre jünger als ich, und ich bin froh, dass wir hier zusammen spielen können“, sagt Ginter über seinen Abwehrpartner, der sich ähnlich positiv äußert. „Ich verstehe mich sehr gut mit Matze, und es ist toll, dass ich so einen guten Partner neben mir habe“, sagt Elvedi. „Ich denke, das sieht man auch auf dem Platz.“

Da ergänzen sich beide sehr gut. Ginter ist der Mann mit dem besseren Stellungsspiel, er bringt die Erfahrung mit, die Elvedi hilft. Der Schweizer ist dagegen ein wenig schneller als sein Kollege. Beide glänzen im Kopfballspiel, sie sind auch in Sachen Spielaufbau zwei der führenden Verteidiger in der Liga. Elvedi mit seinem Kurzpassspiel, das nicht nur auf Sicherheit ausgelegt ist, wie beispielsweise das Tor zum 3:1 gegen Freiburg zeigte, als er Denis Zakaria mit einem Schnittstellenzuspiel bediente, der den vorletzten Pass vor Patrick Herrmanns Treffer spielte. Ginter dagegen ist der Mann für die langen Bälle, für die Momente, in der das Spiel geöffnet wird, die den Gegner in Bewegung bringen. „Es ist mein Ziel, dass ich immer wieder versuche, viele Gegenspieler zu überspielen, wenn es angebracht ist“, sagt Ginter. „Ich glaube aber, dass man immer abwägen muss, was das Beste für die Mannschaft ist. Ich mache das nicht, um mich zu inszenieren.“

Das macht auch Elvedi nicht, beide sind bei allem Selbstvertrauen keine Selbstdarsteller. „Ein Lautsprecher werde ich nie“, sagt Elvedi, Ähnliches dürfte auch für Ginter gelten. Er ist jedoch der Spieler im Kader, dessen Wort mit das meiste Gewicht hat. Deswegen will er auch andere Aufgaben übernehmen, um die Chemie im Mannschaftsgefüge zu bewahren. „Wir haben jetzt mit anderen Problemen zu kämpfen wie die anderen Vereine. Wir haben so viele gute Spieler und von denen können nur 18 im Kader sein, nur elf spielen. Es sitzen immer auch Spieler auf der Tribüne“, sagt Ginter. „Da müssen wir sensibel sein, und ich gehe da auch mal auf die Spieler zu. Es ist wichtig, die Mannschaft da in den Vordergrund zu stellen, auch wenn es schwierig ist, mehrere Wochen hintendran zu sein.“

Borussia Trainingslager 9.1. Foto: Dirk Päffgen

Für Ginter und Elvedi dürfte das selten bis nie gelten. Und in der Hinterhand hat Borussia dann noch mit Tony Jantschke einen Verteidiger mit Klasseformat. Gut möglich, dass Gladbach deswegen in der Rückrunde häufiger mit einer Dreierkette agieren wird. „Jeder weiß, dass ich ein Fan der Dreierkette bin. Wir haben dabei gegen den Ball einen Spieler mehr hinten und mit dem Ball andere Winkel“, sagt Ginter. „Wir müssen daran weiter arbeiten, dass wir nicht ausrechenbar sind und mehrere Systeme spielen können.“