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Borussia Mönchengladbach: Matthias Ginter mit 3:2-Siegtor beim FSV Mainz 05

Borussia dreht das Spiel : Ginter sorgt für Sieg in Mainz beim Reitz-Debüt

Erst lag Borussia vorne, dann lange hinten - am Ende drehten zwei Standards von Jonas Hofmann das Spiel. Die Korrektur der Rotation gegen Mainz brachte im zweiten Durchgang einen 3:2-Erfolg beim Debüt von Rocco Reitz.

Es war ein besonderer Tag für Rocco Reitz, der Tag, an dem er Bundesliga-Spieler wurde. Als erstes Eigengewächs in der Trainer-Ära von Marco Rose schaffte der 18-Jährige den Sprung in die deutsche Eliteklasse. Der Letzte, der es vor ihm schaffte, war Jordan Beyer vor zwei Jahren.

Reitz gehörte beim Arbeitseinsatz der Borussen beim FSV Mainz 05, an Roses alter Wirkungsstätte, zur Startelf, er war einer von fünf Neuen, die der Trainer brachte. Es war für Reitz, der den zweiten Sechser neben Christoph Kramer gab, ein besonderer Tag, den Matthias Ginters Siegtor krönte. Borussia drehte einen 1:2-Rückstand noch zum späten 3:2-Sieg.

Rose wurde vor dem Anpfiff nett begrüßt vom Ex-Verein, der stolz verkündete, dass der 44-Jährige nun ein Champions-League-Trainer sei, was seit dem Spiel bei Inter Mailand am Mittwoch (2:2) der Fall ist. Reitz trug bei seinem Debüt die Nummer 43 auf dem Rücken – und war stets bemüht, das Spiel nach vorn mit zu initiieren. Eine erste Chance leitete er ein, Patrick Herrmann, wie Lars Stindl, Oscar Wendt und Tony Jantschke ebenfalls ein Neuling in der Startelf im Vergleich zum Mailand-Spiel, scheiterte aber an Torwart Robin Zentner.

Das 1:0 erzielte aber einer, der 14 Jahre älter ist, als Borussias neuester Bundesliga-Spieler: Kapitän Stindl. Kramer spielte diagonal auf Stefan Lainer, der flankte. Breel Embolo legte per Kopf ab auf Stindl. Und der knallte den Ball mit Nachdruck ins Tor, ganz so, wie er es zuletzt auch im Training gemacht hatte, und ballte dann die Hand zur Faust. Stindl war der Zehner im 3-4-1-2-System, das Rose für diesen Tag kreiert hatte.

Die Mainzer hatten es bis dahin nicht schlecht gemacht, sie waren engagiert und offenbar tatendurstig. Doch ihr Problem im Abschluss wurde zunächst allzu deutlich. Borussia ließ dem Gegner einigen Raum. Den er in der 22. Minute nutzte. Quaison traf den Pfosten, Jantschke reklamierte Abseits, doch in dem Stand Jean-Philippe Mateta nicht, als er zum 1:1 traf. Vorher hatte der jetzt chancenlose Yann Sommer gegen Jean-Paul Boetius gehalten (19.).

Borussia und das Nicht-zu-Null-Problem, da war es wieder. Mainz, noch punktlos, blieb so im Spiel mit einfachen Mitteln. Mehr noch: Mateta traf erneut, als ihn Nico Elvedi im Strafraum mit allzu viel Abstand begegnete, binnen 13 Minuten machte Mainz die vorher 199 trefferlosen Minuten vergessen. Neun Minuten vor der Pause führte der Tabellenletzte gegen den Champions-League-Teilnehmer 2:1, der Doppeltorschütze malträtierte vor Freude die Eckfahne. Und auf der Tribüne trauten die Ersatz-Borussen, darunter Alassane Plea, Marcus Thuram, Ramy Bensebaini, Florian Neuhaus und Topscorer Jonas Hofmann, ihren Augen nicht – nach dem 1:0 schien alles seinen Weg zu gehen, doch nun war das Spiel gekippt.

Dass die Gladbacher das Geschehen nervte, belegt die Tatsache, dass recht vehement einige Schiedsrichter-Entscheidungen kommentiert wurden, erst von Marco Rose, dann von Manager Max Eberl. Herrmann hätte die Seinen beruhigen können, als er in der 45. Minuten allein auf Zentner zulief, doch er schoss den Torwart an.

Wechseloptionen hatte Rose reichlich, um der Geschichte des Spiels noch einen neuen Dreh zu geben. Plea, der vergangene Saison beim Sieg in Mainz getroffen hatte, bekam in der Pause dann auch eine Bedienungsanleitung für seinen anstehenden Einsatz von Offensivtrainer Oliver Neuville, auch Thuram, Hofmann und Neuhaus machten sich warm. Zunächst ging es aber in alter Besetzung weiter, nun war es die Mission: Niederlage abwenden.

Als der Mainzer Kapitän Danny Latza dann zentral einen Ball verlor, machte erneut Herrmann Tempo, seinen Schuss hielt aber erneut Zentner – und Embolos wurde auf der Linie geklärt. Derweil machten sich Thuram und Plea bereit und kamen dann für Stindl und Jantschke. Mit Viererkette und der größtmöglichen Wucht ganz vorn wollte Rose das Spiel noch drehen. Stindl war sichtlich sauer, als er vom Platz ging, wie zuvor in Mailand war es für ihn ein wenig erfreulicher Arbeitstag.

Nun war die Frage: Würde die Wucht die nötige Energie auf den Platz bringen? Erstmal musste aber Sommer alle Energie aufbringen, um das 3:1 zu verhindern, als Levin Öztunali vor ihm auftauchte. Der Schweizer machte den Schussweg zu und klärte. Kurz darauf war der Arbeitstag von Reitz vorbei. Er und Kramer mussten raus, Hofmann und Neuhaus kamen. Rose ließ erneut die personellen Muskeln spielen. Weiter jedoch taten sich die Borussen schwer, vorne Chancen zu kreieren und hinten, Mainz nachhaltig abzuschirmen. Allerdings waren die Gastgeber bei ihren Kontern im Strafraum zu unbeholfen.

Dann zahlten sich die Einwechslungen von Thuram und Hofmann aus. Der Franzose holte den nächsten Elfmeter heraus, dieses Mal gab es ein Handspiel im Mainzer von Moussa Niakhaté im Strafraum. Wie gegen Wolfsburg verwandelte Hofmann, der Topscorer, diesmal verlud er Zentner. Und dann war es Matthias Ginter, der nach Hofmanns Ecke mit seinem Kopfballtor doch noch für den Sieg sorgte. Das 4:2 von Thuram wurde zurückgepfiffen, Plea hatte zuvor im Abseits gestanden.

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