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Borussia Mönchengladbach: Matthias Ginter könnte noch gebraucht werden

Borussias Innenverteidiger : Was Ginters Rückkehr am Geburtstag deutlich gemacht hat

Am vergangenen Samstag gegen Leverkusen wurde Matthias Ginter nicht berücksichtigt. Im Pokal bei Hannover 96 war der Abwehrspieler, der am Mittwoch 28 Jahre alt wurde, wieder erste Wahl. Warum sich das eigentlich nicht mehr ändern dürfte, solange Ginter Borusse ist.

Matthias Ginter hat schon weitaus schönere Geburtstage im Borussen-Trikot erlebt. Am 19. Januar 2019 feierte er nicht nur mit Borussia in der Bundesliga einen 1:0-Erfolg bei Bayer Leverkusen, sondern auch seinen 25. Geburtstag. Exakt ein Jahr später wurde sein Sohn Matteo geboren. Und im vergangenen Jahr gab es an seinem Ehrentag einen 1:0-Heimsieg gegen Werder Bremen. Am Mittwoch, als er 28 Jahre alt wurde, wurde Ginters schöne Geburtstagsserie jedoch nicht fortgesetzt, ganz im Gegenteil: Borussia blamierte sich beim 0:3 im DFB-Pokalachtelfinale gegen Hannover 96.

Ginter durfte immerhin wieder mitspielen und kehrte in die Gladbacher Startformation zurück, nachdem Trainer Adi Hütter vier Tage zuvor im Ligaspiel gegen Bayer Leverkusen (1:2) noch auf ihn verzichtet hatte. Die Nicht-Berücksichtigung des Nationalspielers, der Borussia spätestens im Sommer verlassen wird, hatte für viel Diskussionsstoff gesorgt und auch den Druck auf Hütter erhöht. Denn nicht für jeden Beobachter war wirklich nachvollziehbar, warum Ginter nach einem sehr guten Spiel in München weichen musste und stattdessen neben Winter-Zugang Marvin Friedrich und dem gesetzten Nico Elvedi Routinier Tony Jantschke in der Dreierkette auflief.

Hütter bemühte sich in den Tagen nach Leverkusen zu betonen, dass natürlich auch Ginter, der bald Geschichte sein wird in Gladbach, und Friedrich, der für die Zukunft in Borussias Verteidigung steht, zusammen auflaufen könnten. In Hannover war das nun erstmals der Fall – wenngleich die Umstellung auch nicht von Erfolg gekrönt war. Womit der Eindruck bleibt, dass das Rotationstheater um Ginter, der Borussia nur noch eine Ablöse bringen kann, wenn er im laufenden Winter-Transferfenster wechselt, letztlich allen Beteiligten nur geschadet hat.

Dass Borussia selbst beim Tabellenzwölften der Zweiten Bundesliga schlecht aussah und drei Treffer kassierte, lag allerdings noch am wenigsten an Ginter. Der Nationalspieler, der in der schlimmen Phase vor der Winterpause seine Aktien an so manchem Gegentor gehabt hatte, machte deutlich weniger schwerwiegende Fehler als seine Nebenleute. Er ließ gegen den flinken Linton Maina noch relativ wenig zu, während Friedrich, dem anzumerken ist, dass er erst vor wenigen Tagen zur Borussia stieß, Probleme mit Doppeltorschütze Maximilian Beier hatte und zudem mit nun zwei verursachten Elfmetern in zwei Partien grundsätzlich einen denkbar unglücklichen Start in Gladbach hatte.

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Weitaus gravierender ist indes, dass Ginter langjähriger Partner in der Innenverteidigung, Nico Elvedi, derzeit weit entfernt davon ist, die Rolle eines Leistungsträgers ausfüllen zu können. Dafür unterlaufen dem ruhigen Schweizer zu viele Patzer – in Hannover führte ein Klärungsversuch mit der Hacke zur 1:0-Führung für 96.

Da die sonstigen Alternativen Jordan Beyer und Tony Jantschke immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen sowie keinen Spielrhythmus haben und Ramy Bensebaini mit Algerien noch beim Afrika-Cup aktiv ist und womöglich eher auf dem Flügel gebraucht wird, kommt Hütter gar nicht an Ginter vorbei – zumindest wenn der Trainer bei der Dreierkette bleibt. Dann wird der nun 28-Jährige noch gebraucht, das hat nicht zuletzt die Rückkehr an seinem Geburtstag gezeigt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Matthias Ginter