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Borussia Mönchengladbach: Matthias Ginter ärgert sich über Standard-Gegentore

Borussia bei Standards verwundbar : „Es zieht sich ein bisschen durch die Saison“

Beim 2:2 in Freiburg kassierten die Borussen zwei Tore nach Standardsituationen. Vor allem nach Eckbällen haben die Gladbacher in dieser Saison Probleme. Abwehrchef Matthias Ginter fand dafür deutliche Worte.

„Es zieht sich so ein bisschen durch die Saison. Es ist grundsätzlich so, dass wir bei Standards nicht hellwach sind“, stellte Ginter fest. In Freiburg war das deutlich zu sehen. Denn nicht nur die Ecke, nach der Philipp Lienhart zum zwischenzeitlichen 1:1 traf, sorgte für Gefahr. Immer wieder gelang es den Freiburgern vor allem bei hohen Bällen, den Borussen wehzutun. Keven Schlotterbeck hatte in der 34. Minute eine Großchance, kam freistehend nach einem Eckball aus fünf Metern zum Kopfball.

Sein jüngerer Bruder Nico hatte es ihm schließlich vorgemacht, traf er doch beim 1:1 der Gladbacher gegen Union Berlin nach genau diesem Muster: Ecke, Kopfball, Tor. Schon damals kostete die Borussen das Punkte. „Es ist eigentlich mit das Leichteste, einfach seinen Gegenspieler nicht das Tor schießen lassen. Bei uns ist es so, dass wir dadurch oft Gegentore bekommen“, sagte Ginter am Samstag.

Beim Tor durch Lienhart hatte Vorlagengeber Baptiste Santamaria ungestört den Raum, sich den Ball für einen Fallrückzieher selbst aufzulegen – Florian Neuhaus ließ sich sowohl von dessen Laufweg als auch von der Flugkurve des Balles irritieren. Christoph Kramer hatte vor allem den Ball im Auge und machte einen Schritt von Lienhart weg, um das Abseits aufzuheben. Das nutzte Lienhart und schlich sich intuitiv davon. Kapitän Lars Stindl entschied sich dafür, den kurzen Pfosten abzusichern, wodurch Lienhart weder im Abseits stand noch gedeckt wurde.

Zuordnung, Timing, Absprache und am Ende auch das Quäntchen Glück – all das fehlte. Und dann war es wie so häufig im Fußball: Eine Aneinanderreihung individueller Fehler sorgt für das Gegentor.

Dabei wirken Ginter und die übrigen Borussen tatsächlich häufig nicht entschlossen genug, den ersten Ball zu verteidigen. Ginter ärgerte sich schon nach dem 2:2 in Mailand, als Romelu Lukaku nach einer Ecke am langen Pfosten nur noch den Fuß hinhalten musste, nachdem der Ball an allen vorbei verlängert worden war. „Es ist ärgerlich, weil es absolut vermeidbar war. Auch wenn wir nach den Wechseln nicht mehr ganz die Körpergröße auf dem Feld hatten, müssen wir uns alle straffen, damit wir das am ersten Pfosten verteidigen können“, sagte Ginter nach dem ersten Champions-League-Spiel.

In Freiburg fielen beide Gegentore nach einer Standardsituation. Vincenzo Grifo verwandelte nach der Pause einen Foulelfmeter. Zuvor hatte es Stefan Lainer nicht gut gemacht, ließ sich erst von Nicolas Höfler tunneln und streckte dann sein Bein aus, was Höfler strafwürdig zu Fall brachte. „Wir haben da ein bisschen geschlafen und waren fahrlässig. Da haben wir vorher zwei-, dreimal den Fuß zurückgezogen“, sagte Breel Embolo, der zurecht anmerkte, dass die Borussen die Situation schon vorher hätten klären können.

Dass Borussia aktuell bei Standards verwundbar ist, dürfte auch der kommende Gegner in der Königsklasse, Real Madrid, mitbekommen haben. Bis Mittwoch haben die Gladbacher jetzt Zeit, um ihre Schlüsse aus dem Freiburg-Spiel und den Standard-Gegentoren zu ziehen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Freiburg - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik