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Borussia Mönchengladbach: Marcus Thuram wählt beim Eckfahnen-Jubel Stefan Lainer aus

Der Eckfahnen-Jubel ist zurück : Gladbachs Thuram würdigt Lainer in Köln

In Köln hat Marcus Thuram vor einem Jahr erstmals seinen Eckfahnen-Jubel gezeigt. Am Samstag schloss sich damit ein Kreis. Der Franzose würdigte einen der drei Torschützen beim Derbysieg.

Das Derby und die Fahnen – eine schier endlose Geschichte. 2008 nahm sie ihren Anfang, als Gladbachs Ultras von den Kölner Ultras beklaut wurden. Die Sache ging mehrmals hin und her. 2019 feierte schließlich Marcus Thurams Eckfahnen-Jubel nach dem 1:0-Erfolg in Köln seine Premiere. Ein Jahr später hat sich nun ein Kreis geschlossen: Wieder konnte Thuram seine Siegeszeremonie im Stadion des Erzrivalen durchführen, diesmal nach einem 3:1.

Indem er die FC-Fahne etwas grob von der Stange entfernte, zog er den Unmut von ein paar Dutzend Kölner Fans auf sich, nur 300 waren aufgrund der erhöhten Corona-Inzidenz in der Domstadt zugelassen. Sie hatten mit ansehen müssen, wie ihre Mannschaft auch das dritte Bundesligaspiel der Saison verlor und damit im 13. Ligaspiel nacheinander sieglos blieb. Geisterspiele oder Fast-Geisterspiele bleiben der Schrecken des FC.

Thuram selbst muss noch warten auf sein erstes Derbytor, er heimste lediglich eine Vorlage ein, als er den Elfmeter herausholte, den Lars Stindl sicher verwandelte. Sich selbst belohnt der Franzose aber ohnehin selten, wenn er das Trikot aussucht, das feierlich gehisst wird. Die Wahl fiel erstmals auf Stefan Lainer, der per Kopf zum 2:0 getroffen hatte. Nur mit dem Schwenken klappte es nicht so, wie gewollt. In Müngersdorf hatte es den ganzen Nachmittag kräftig geregnet, Lainers Trikot war zu nass und zu schwer.

 Alassane Plea jubelt vor der leeren Kölner Kurve.
Alassane Plea jubelt vor der leeren Kölner Kurve. Foto: dpa/Marius Becker

„Unser Jubel nach dem Spiel war ein Gruß an unsere tollen Fans, die jetzt nicht dabei sein konnten. Das ist sehr schade, aber momentan ist die Situation leider so. Wir haben auf dem Platz während und nach dem Spiel das Beste daraus gemacht“, sagte Torwart Yann Sommer.

Auch Alassane Plea fiel beim Feiern auf: Er kopierte seinen lässigen Jubel vor der Kölner Südkurve aus der vergangenen Saison, samt „Schaut her“-Geste mit der Borussia-Raute zwischen den Fingern. Reizen konnte er diesmal keine Fans, die Ränge waren leer. Damit knüpfte er in gewisser Weise an Breel Embolos „Ich höre nichts“-Jubel im Geisterderby am 11. März an. Tausende leere rote Sitzschalen zu provozieren – das wird ebenfalls in Erinnerung bleiben.