Borussia Mönchengladbach: Marcus Thuram und Alassane Plea zeigen Qualitäten

Analyse zum 2:2 gegen Chelsea : Thuram und Plea waren die positivsten Erscheinungen

Borussia Mönchengladbachs neuer Stürmer Marcus Thuram hatte auch ohne Tor ein gutes Startelf-Debüt, sein Sturmpartner und Landsmann Alassane Plea zeigte seine Effektivität. Beide dürften vorn zunächst gesetzt sein.

Marcus Thuram hätte fast den perfekten Einstand gehabt beim 2:2 der Borussen gegen den FC Chelsea. 71 Sekunden seines ersten Spiels von Beginn an waren vorüber, als er zum ersten Mal Richtung Tor schoss. Aus 16 Metern zielte er knapp am linken Pfosten vorbei. „Leider habe ich nicht getroffen, ich hoffe, das kommt aber noch“, sagte der 21-jährige Franzose. 45 Minuten dauerte sein Einsatz. Er nutzte die Zeit, weil er nach nur zwei Wochen der Zusammenarbeit mit seinem neuen Trainer Marco Rose dessen Prinzip gleich verkörperte. Thuram war aktiv, entschlossen und zielstrebig – alles Merkmale, die Rose einfordert.

Thuram ist gekommen, um Gladbachs Offensive mehr Wucht zu geben, ebenso wie Breel Embolo, der Schweizer, der am Ende noch zu seinem Debüt kam und ein, zwei gute Szenen hatte. Embolo ist auf einem guten Weg. Beide Herren deuteten also an, dass sie den Auftrag erfüllen können. Dass Thuram noch ohne Tor ist, störte ihn nur am Rande. „Es war ein erster guter Test“, sagte er mit Blick auf seine Leistung. Er scheint jemand zu sein, der sich schnell akklimatisiert, taktisch und gefühlsmäßig. Borussias Fans applaudierten ihrer neuen Nummer 10, Thuram verdiente sich die Anerkennung. Und belegte damit Roses These: Wenn der Wille zu spüren ist, wird auch mal etwas verziehen. Dass Thuram an seiner Coolness vor dem Tor noch arbeiten muss, weiß er selbst.

Alassane Plea und Jonas Hofmann sorgten für die Tore, weil sie das Spiel im richtigen Moment schnell und vertikal machten. Während Plea, der Hofmanns Tor vorbereitete, seine Effektivität mal wieder belegte und somit klarmachte, dass im Zweier-Angriff kein Weg an ihm vorbeigeht, wurde beim Achter Hofmann deutlich, dass die Laufwege, die das neue 4-Raute-2-System einfordert, noch nicht zu 100 Prozent abgespeichert sind. Sie sind anders als im 4-3-3, in dem Hofmann in der ersten Hälfte der vergangenen Saison so stark spielte. Vor dem Tor machte er aber alles richtig, weswegen Hofmann verkörperte, was Borussia allgemein betrifft: Nach vorn war vieles gut, auch wenn die großen Pressingmomente nach der ersten halben Stunde ausblieben. Gegen den Ball ist einige Luft nach oben. Rose muss sein Team noch ausbalancieren.

Nebenbei bastelt der Trainer an der Hierachie im Team. Er  setzt auf die Erfahrung der Erfahrenen und will jene, die er als Führungsfiguren ausgemacht hat, in dieser Rolle stärken. So bekam Matthias Ginter zum ersten Mal als Borusse die Kapitänsbinde. André Schubert hatte Granit Xhaka, als er ihn zum Kapitän beförderte, zur echten Führungspersönlichkeit gemacht, in der vergangenen Saison stärkte Dieter Hecking so Yann Sommer, den er zum Vizekapitän machte. Nun hofft Rose bei Ginter auf diesen Effekt. So richtig war der noch nicht zu sehen gegen Chelsea, auch Ginter konnte die Löcher in der Defensive nicht schließen. Er muss noch mehr in die Chefrolle hineinwachsen.

So waren Thuram und Plea (neben dem überragenden Yann Sommer) die positivsten Erscheinungen gegen Chelsea. Das französische Duo dürfte für den Saisonstart gesetzt sein. „Ich hoffe, es geht so weiter“, sagte Thuram. Klappt das, wird er nicht lange auf Tore warten müssen.

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