Borussia Mönchengladbach: Marcus Thuram steht für den Gladbacher Erfolg

Dank des Franzosen im Hoch : Thuram und die unaufhaltsamen Borussen

Marcus Thuram ist ein Grund für den sportlichen Erfolg des Bundesliga-Tabellenführers. Die Borussia geht derzeit unaufhaltsam ihren Weg und ist erfolgreich. Dabei hat sie bereits einige negative Erfahrungen machen müssen.

Wenn man an den Niederrhein schaut, bemerkt man, dass es heutzutage in der Fußball-Elite noch möglich ist, mit verhältnismäßig kleinem Geld Top-Transfers zu landen, die sehr viel bewirken. Marcus Thuram kostete Borussia Mönchengladbach im Sommer neun Millionen Euro. 21 Spieler, die in Bundesliga wechselten, kosteten mehr, doch keiner hinterließ bislang einen derart eindrucksvollen Eindruck wie der 22-Jährige. Beim 2:1-Sieg der Gladbacher in der Europa League gegen AS Rom war Thuram mit einem Tor in der Schlussminute und einem Assist wiederholt der entscheidende Mann – er ist ein Sinnbild für den Erfolg der Gladbacher, bei denen sich die Frage stellt: Wer oder was soll sie aufhalten?

Unter Trainer Marco Rose schwebt Borussia spätestens jetzt auf der sportlichen Wolke sieben. In der Bundesliga ist sie seit über einen Monat Tabellenführer und in der Europa League gab es nun den ersten Sieg, der die Gladbacher sogleich auf Platz zwei in ihrer Gruppe katapultierte. Dies ist das Resultat von nun schon drei Toren in der Nachspielzeit allein in diesem Wettbewerb.

Dabei ist Gladbach aber nicht der typische Emporkömmling, sondern musste schon einige Negativerfahrungen meistern. Beim Europa-League-Auftakt gab es ein 0:4 gegen den Wolfsberger AC. Die Verletztenliste beinhaltete zeitweise Profis im zweistelligen Mengenbereich, darunter Topspieler wie Alassane Plea und Matthias Ginter. Doch weder die sportlichen als auch die personellen Rückschläge wirkten sich nachhaltig aus.

Nachhaltig eingeimpft hat Rose jedoch alles, was er sich vorstellt, in die Köpfe und Herzen seiner Spieler. Thuram ist ein Sinnbild dafür. Er kam spät im Sommer, war körperlich nicht ganz im Saft und spielte zu sorglos. Doch der Franzose hat gezeigt, dass er lernen will und kann, er spielt jetzt mit einer unglaublichen Zielstrebigkeit, Freude und zeitgleicher Seriosität.

Zum vierten Mal bereitete er gegen Rom einen Treffer mit einem Sololauf auf der Außenbahn und einer abschließenden flachen Hereingabe vor. Die meisten seiner eigenen Tore erzielte er aber aus einer typischen Mittelstürmer-Position in der Nähe des gegnerischen Tores. Das zeigt: Thuram ist überall. Und mittlerweile in aller Munde.

„Ich will nicht sagen, dass er alles kann, aber er kann sehr vieles“, sagt sein Teamkollege Jonas Hofmann. „Er steht oft am richtigen Ort. Es ist super wertvoll für uns, so jemanden vorne drin zu haben“, ist die Meinung von Vize-Kapitän Yann Sommer. Und auch sein Trainer gerät immer mehr ins Schwärmen. „Marcus leistet im Moment Unglaubliches. Er ist ein richtiger Vielspieler, er beißt sich in die Spiele rein“, sagt Rose über Thuram. „Er ist ein ganz wichtiger Spieler, weil er Bälle behaupten kann, gutes Tempo hat und ein guter Fußballer ist.“

Thuram selbst ist dagegen keiner, der persönliches Lob derart annehmen will, er ist Teamplayer. „Wir haben es der Stärke der gesamten Mannschaft zu verdanken, dass wir das Spiel gegen Rom noch gewonnen haben“, sagte der 22-Jährige nach seiner erneuten Heldentat.

Am Sonntag will Gladbach gegen Werder Bremen (13.30 Uhr/DAZN) mit Thuram in der Startelf den nächsten Sieg feiern, es wäre bereits der achte Erfolg in der Bundesliga und die Borussen würde zum zweiten Mal hintereinander als Spitzenreiter in eine Länderspielpause gehen. Dann würde sich die Frage, wer Gladbach und Thuram noch stoppen soll, verfestigen. „Wir wissen das alles vernünftig einzuschätzen. Aber wir genießen den Moment und die Erfolgserlebnisse geben uns Mut für die nächsten Aufgaben“, sagt Kapitän Lars Stindl.