1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Marcus Thuram gedenkt George Floyd mit Protest-Jubel

Bei Borussias 4:1 gegen Union : Thuram setzt ein Zeichen gegen Gewalt gegen Schwarze

Nach seinem ersten von zwei Treffern ging Marcus Thuram auf sein linkes Knie. Die Pose, die Borussias Stürmer einnahm, ist ein Symbol für den Protest gegen Gewalt gegen Schwarze. Eine Reaktion auf die Geschehnisse in den USA.

Für Marcus Thuram läuft es sportlich ziemlich rund, seitdem die Bundesliga vor drei Wochen ihren Restart erlebte. Im vierten Spiel erzielte der Franzose seinen dritten und vierten Treffer, gegen Union Berlin machte er beim 4:1 das 2:0 und 3:1 jeweils nach Vorlage von Alassane Plea. Doch statt danach in Jubel auszubrechen, zeigte er gerade nach seinem ersten Tor seine nachdenkliche Seite und dass es im Leben wichtigere Dinge als Fußball gibt.

Thuram stellte nach seinem Treffer das linke Knie auf den Boden und senkte seinen Kopf. Diese Pose machte Colin Kaepernick, ehemaliger Quarterback in der amerikanischen Profiliga im American Football (NFL), bekannt, der auf diese Art und Weise während der US-Nationalhymne, die vor jeder Partie in der NFL gespielt wird, gegen Gewalt gegen dunkelhäutige Menschen protestierte.

Thuram nutzte seinen Moment am Sonntagnachmittag, um ebenfalls auf diese Missstände aufmerksam zu machen. Unter der Woche starb der dunkelhäutige George Floyd in Minneapolis, nachdem ihn ein Polizist mit dem Knie minutenlang zu Boden gedrückt hat. Das Opfer hatte mehrfach gesagt, er könne nicht mehr atmen, doch der Beamte drückte weiter mit einem Knie auf Floyds Kopf und Hals. Seitdem gibt es gerade in den USA vehemente Proteste gegen Gewalt gegen Schwarze, oftmals kommt es dabei auch zu Ausschreitungen und körperlichen Auseinandersetzungen.

Auch die dunkelhäutigen Spieler in der Bundesliga beschäftigt dieses Thema sehr. Vor Thurams „Kniefall“ am Sonntag hatte Schalkes Weston McKennie an seinem linken Arm eine Binde mit der Aufschrift „Justice for George“ (Deutsch: Gerechtigkeit für George) getragen und hinterher getwittert: „Ich will meine Plattform nutzen, um auf ein Problem aufmerksam zu machen, das es schon lange gibt. Wir müssen für das eintreten, woran wir glauben, und ich glaube, es ist Zeit, dass wir gehört werden.“

Ähnlich geht es offenbar Thuram, der schon vor dem Spiel in den sozialen Medien Stellung bezogen hatte. Auf Instagram hatte er einige „Stories“ (löschen sich nach 24 Stunden automatisch) gepostet, in denen er seinem Ärger über die Vorkommnisse in den USA freien Lauf ließ.