1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Marcus Thuram bei Frankreich vor EM-Start außen vor

EM-Borussen : Thuram bei Frankreich außen vor

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps hat auch im letzten Test vor der EM gezeigt, wer bei ihm in der Offensive gesetzt ist. Der Gladbacher Marcus Thuram, der zuletzt noch einmal über seine Spuck-Attacke gesprochen hat, gehört nicht dazu.

399 Millionen Euro – das ist der geschätzte Marktwert der prominent besetzten Offensive der französischen Nationalmannschaft, mit der sich der Gladbacher Marcus Thuram im Kampf um einen Platz in der Startelf messen muss.

Eine Antwort darauf, wo sich Thuram zwei Tage vor dem EM-Start einordnen darf, haben die beiden Testspiele der Franzosen gegen Wales (3:0) und Bulgarien (3:0) gegeben. Nachdem Thuram den Sieg gegen Wales in der vergangenen Woche 90 Minuten lang von der Bank aus verfolgen musste, stand er beim Freundschaftsspiel gegen Bulgarien am Dienstagabend gar nicht erst im Kader. Verletzt ist Thuram nicht, aber offenbar muss er darum zittern, in den Gruppenspielen gegen Deutschland, Ungarn und Portugal überhaupt zum 23er-Kader zu gehören.

Für Nationaltrainer Didier Deschamps sind Antoine Griezmann, Kylian Mbappé und Karim Benzema, der erstmals seit 2015 wieder dabei ist, derzeit die erste Wahl. Ein Trio, das das Prädikat Weltklasse verdient hat. Dahinter hoffen neben Thuram Spieler wie Kingsley Coman, Ousmane Dembéle und Wissam Ben Yedder auf einen Einsatz. Angesichts dieser Konkurrenz ist es kein Wunder, dass sich Thuram, der bei seinen bisherigen drei Länderspieleinsätzen überzeugen konnte, erst mal hinten anstellen muss. Für den 23-Jährigen, der 2016 den U19-Europameistertitel feiern konnte, ist es die erste Turnierteilnahme auf großer Bühne.

Sein Vater, Welt- und Europameister Lilian Thuram, dürfte ihm raten, demütig mit der aktuellen Situation umzugehen und abzuwarten, ob sich im Laufe des Turniers nicht doch noch die Gelegenheit bietet, sich zu zeigen. Dass seinem Sohn die vergangene Hinrunde mit der Champions-League-Teilnahme etwas zu Kopf gestiegen sei, hat dieser in einem Interview mit der „L’Equipe“ erklärt.

Dabei ging es auch um die Spuck-Attacke gegen Hoffenheims Stefan Posch im Dezember. „Auch auf die Gefahr hin, dass es seltsam klingen mag: Heute bin ich froh, dass so etwas passiert ist“, wird Thuram dort zitiert. „Ohne diesen Zwischenfall wäre es vielleicht noch schlimmer gekommen. Vielleicht wäre ich ein anderer Mensch geworden. Es war ein Einschnitt, aus dem ich Konsequenzen gezogen habe. Jetzt habe ich verstanden“, sagte Thuram, dessen eigener Marktwert aktuell bei rund 35 Millionen Euro liegt.

Der dürfte in diesem Sommer erst dann steigen, wenn Thuram tatsächlich doch noch auf seine Einsätze kommt. Für den Moment haben andere Spieler ihre Chance bekommen und genutzt. Olivier Giroud, der am Dienstag für den angeschlagenen Karim Benzema vor der Halbzeit eingewechselt wurde, traf kurz vor Schluss doppelt zum 3:0-Endstand.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Marcus Thuram