Gladbachs Leistung im Blick Was bei Borussia gut und schlecht war gegen Leipzig

Mönchengladbach · Dass das Ergebnis für Borussia beim 1:0 gegen RB Leipzig gut war, ist offensichtlich. Wir schauen aber mal einzig auf die Leistung, nachdem Marco Rose diese Sicht nach dem Unentschieden gegen Madrid gefehlt hatte.

Breel Embolo konnte sich in den Zweikämpfen gegen Leipzig fast immer durchsetzen.

Breel Embolo konnte sich in den Zweikämpfen gegen Leipzig fast immer durchsetzen.

Foto: dpa/Martin Meissner

Nach dem Spiel gegen Real Madrid monierte Marco Rose, dass die gute Leistung der Borussen im Nachgang zu wenig Beachtung fand. Zu sehr hätte der Fokus darauf gelegen, dass in der Schlussphase erneut ein Vorsprung eingebüßt wurde und es am Ende lediglich ein 2:2 gab, obwohl Gladbach bis kurz vor Schluss sogar noch 2:0 geführt hatte. Unsere Redaktion analysiert deswegen an dieser Stelle einzig die Leistung der Borussen gegen Leipzig, unabhängig vom 1:0-Sieg, und zeigt auf, was gut und schlecht war.

Borussia Mönchengladbach gegen RB Leipzig: die Fohlen in der Einzelkritik
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Borussia - Leipzig: die Fohlen in der Einzelkritik

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+ Kampfkraft Gladbach hatte mit 53 Prozent gewonnener Zweikämpfe die Nase vorn gegen RB. Vor allem die wichtigen Duelle entschieden die Borussen in großen Teilen für sich. Selbst bei hohen Bällen behaupteten sich Nico Elvedi, Matthias Ginter und Ramy Bensebaini gegen die kopfballstarken Stürmer Yussuf Poulsen und Alexander Sörloth. Gerade in den entscheidenden Situationen brachten die kampfstarken Gladbacher immer wieder einen Fuß in die Schussbahn der Leipziger. Bei 15 Versuchen des Gegners musste Yann Sommer deswegen auch nur dreimal parieren.

- Harmlosigkeit Nach vorne ging nicht allzu viel bei Borussia. Ein Beleg dafür war das Verhalten von Florian Neuhaus. Gladbachs Mittelfeldspieler schnappte sich häufig den Ball, richtete sich sofort nach vorne aus, musste aber feststellen, dass die Anspielstationen fehlten. Deswegen musste der Nationalspieler dann häufig den sicheren Weg des Rück- oder Querpasses wählen. Die Folge: Es gab nur fünf Torschüsse für Borussia.

Bundesliga 20/21: Borussia Mönchengladbach gegen RB Leipzig - die Bilder des Spiels
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Borussia - Leipzig: die Bilder des Spiels

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+ Effektivität Dass aus diesen fünf Versuche drei Punkte entstanden sind, spricht für sich. Vier Schüsse fanden aber auch den Weg auf das Tor, das ist eine herausragende Quote von 80 Prozent. In den vergangenen Wochen, speziell beim Spiel gegen Wolfsburg war diese Ausbeute deutlich schwächer. Da trafen nur zwei von elf Versuchen das Gehäuse des VfL, es gab ebenfalls ein Tor. Laut Statistik der „Expected Goals“, bei denen die Trefferwahrscheinlichkeit der Torchancen addiert wird, endete das Spiel 0,62:0,70 aus Sicht der Borussen. Ein weiteres Indiz für ein effizientes Verhalten am Samstagabend.

- Abspielfehler Matthias Ginter versuchte zweimal, seine gefürchteten Diagonalpässe zu schlagen, beide Male glückte es nicht. Auch Jonas Hofmann hatte in gefährlichen Situationen einige Fehlpässe aufzuweisen. Insgesamt kamen in der Partie gegen Leipzig 109 Zuspiele nicht beim eigenen Mann an, so viele wie in keiner anderen Ligapartie in dieser Saison. Gleichzeitig gab es mit 404 angekommenen Pässen auch nur gegen Wolfsburg weniger gelungene Zuspiele in den vorigen fünf Spielen.

+ Widerstandsfähigkeit Nicht nur die Stärke der Defensive ist hervorzuheben, sondern auch die von Breel Embolo. Wenn er am Ball war, hatten die Leipziger keine Mittel, ihn zu stoppen. Nur eines blieb ihm übrig: Foulspiele. Sechsmal wurde Embolo mit unfairen Mitteln zu Boden gebracht. Er gewann 79 Prozent seiner Zweikämpfe. Gegen Alassane Plea tat sich RB ebenfalls sehr schwer, bei ihm war aber das Problem, dass er schnell spielerische Lösungen fand und seine Mitspieler mit guten Pässen fand. Einer davon leitete auch das Siegtor ein.

+ Fleiß Trotz der Champions-League-Belastung zeigte Borussia mit 119,79 Kilometern die bislang größte Laufleistung in dieser Bundesliga-Saison, auch wenn Leipzig noch ein wenig mehr Strecke zurücklegte (121,23 Kilometer). Die Gladbacher Spieler drückten in dieser Partie auch häufig aufs Gas. 219-mal sprinteten sie gegen RB, einzig gegen Köln gab es mal zwei Volltempoläufe mehr in dieser Spielzeit.

Fazit: Spielerisch hat Borussia gegen Leipzig einiges vermissen lassen, daraus aber das Optimum herausgeholt. Das große Plus gegen Leipzig war die kämpferische Stärke und die Lust, für den Sieg alles zu geben.