Borussia Mönchengladbach: Marco Roses Team darf sich nicht ausruhen

Viel Arbeit in der Europa League : Roses Borussia darf und wird sich nicht ausruhen

Nach dem 2:1 gegen Rom ist die Ausgangslage für Borussia in der Europa League deutlich besser. Aber es ist noch einiges zu tun, um das Weiterkommen-Ziel zu erfüllen.

Das 2:1 der Borussen gegen die AS Rom hat mal wieder belegt, dass die Wahrscheinlichkeit, ein Tor zu erzielen, wächst, wenn der Ball im gegnerischen Strafraum ist. In vergangenen Zeiten, als das Credo der Borussen war, immer und für alles spielerische Lösungen zu finden, fiel es zuweilen schwerer oder war gar verpönt, einfach mal den Ball reinzuschießen in die Gefahrenzone, hoch und weit stand nicht so recht auf dem Matchplan. Bei Marco Rose hat sich das geändert: Bei ihm ist die, wie es in der modernen Fußballsprache heißt, „Box“ immer das Ziel aller Anstrengungen, und wie der Ball dorthin kommt, ist erst einmal egal. Ob per Kombination oder, wie nun gegen Rom, mit einem weiten Schlag, man nimmt, was man kriegen kann. Und weil die Borussen dieses so lange verfolgen, bis quasi schon die Stadionlampen ausgeschaltet sind, kann eben auch immer noch etwas passieren bis zur letzten Sekunde.

Würde man die Nachspielzeit abziehen von der Europa-League-Saison, dann sähe es recht mau aus bei den Borussen, sie wären Letzter in der Gruppe mit gerade mal einem Punkt. Doch „hätte, wenn und aber“ zählt nicht, was zählt, sind einzig die Fakten. Und die besagen: Der erste,  wichtige Sieg in der Europa League ist geschafft und die Ausgangsposition ist nicht mau, sondern sehr vielversprechend für den neuen Tabellenzweiten der Gruppe F. Tore, zumal Siegtore, können viel verändern im Fußball. Weiter sind die Borussen noch nicht, aber eben „wieder dabei“, wie Rose sagte.

Die Borussen haben mit dem 2:1 gegen die beileibe nicht schlechten Römer nun auch die Schmach gegen den Wolfsberger AC getilgt. War das der bislang ernüchterndste Abend der Ära Rose, so war der nun gegen die Roma der emotionalste. Das wiegt sich auf.

Das Drama gehört wohl dazu, wenn die Borussen auf italienische Teams treffen. 1971 gab es zum Beispiel das Büchsenwurf-Spiel gegen Inter Mailand, 1979 der 3:2-Krimi im Mailänder San Siro bei Inter, 2017 dann das 4:2 in Florenz nach dem 0:2-Rückstand, zuletzt der kuriose Elfmeter in Rom und nun die Thuram-Show in der Extra-Zeit.

In den letzten beiden Spielen dürfen es die Borussen auch mal weniger spannend machen und ganz einfach gewinnen. Gegen Wolfsberg haben sie noch eine offene Rechnung und nach dem letzten Europa-Spiel des Jahres gegen Basaksehir soll dann der Einzug in die nächste Runde fix sein. Rose hat nochmal klargestellt, dass das Ziel der internationalen Übung ist.

Einzig das Pokal-Aus in Dortmund trübt die Bilanz der bisherigen dritten Saisonperiode. In der Liga ist Borussia Erster und hat den Spitzenplatz dreimal verteidigt, in der Europa League ist es „nur“ Platz zwei, doch der fühlt sich gewiss nicht weniger gut an. Doch die Borussen dürfen und werden den Fehler nicht machen, sich auf dem, was sie haben, auszuruhen. Nach dem Sieg ist vor dem nächsten möglichen Sieg, das ist Roses Devise. Genau wie: Ab in die Box  mit dem Ball. Denn da werden Spiele gewonnen. Siehe Rom. Karsten Kellermann

Mehr von RP ONLINE