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Borussia Mönchengladbach: Marco Roses Team braucht den Hinrundenmodus

Straffes Programm bis Saisonende : Warum Borussia in den Hinrundenmodus schalten muss

In der ersten Saisonhälfte musste sich Borussia wegen der Mehrfachbelastung und Verletzungen durchbeißen. Das wird in den letzten Wochen wieder gefragt sein, die Erinnerungen können Marco Roses Team dabei helfen.

Christoph Kramer hat schon eine Vorahnung, was da auf ihn und seine Kollegen zukommen wird. In mehreren Interviews hat Borussias Mittelfeldspieler den Restart mit dem körperlichen Zustand bei Testspielen in der Vorbereitung verglichen. Wenn man dort die ersten 25 Minuten bestritten habe, würde man sich fragen, wie man jemals wieder 90 Minuten überstehen soll, erklärte er. Der körperliche Zustand wird nicht vergleichbar sein mit dem im normalen Saisonbetrieb, es gab kein wochenlanges, höchstintensives Mannschaftstraining, sondern eben nur etwas mehr als eine Woche. Und das vor einer Zeit, in der innerhalb von 42 Tagen neun Spiele zu bestreiten sind. Um die zu bewältigen, muss Borussia nun wieder in den Hinrundenmodus schalten.

Da war es bereits so, dass das Team von Marco Rose große Kämpfer-Qualitäten zeigen musste. Aufgrund der Teilnahme an der Europa League und bis zum Aus im DFB-Pokal gab es die Mehrfachbelastung, und die wurde intensiviert durch eine Vielzahl von Verletzungen, es gab Spiele, in denen eine ganze Elf nicht zur Verfügung stand. Doch Borussia hat sich durchgebissen, Stammspieler wie Denis Zakaria haben sich durch diese Wochen gekämpft, andere Profis sind für die Verletzten eingesprungen. Die Tiefe der Qualität des Kaders war eine wesentliche Ursache dafür, dass Borussia acht Spieltage lang die Tabellenführung innehatte – obwohl sie körperliche teilweise auf dem Zahnfleisch lief. Und diese Erinnerungen können nun auch helfen.

Denn es werden schon aus Gründen der Fitness viele Wechsel notwendig sein zwischen den Spielen. In den nächsten Wochen gilt mehr denn je, was auch Rose immer wieder predigt: Jeder Spieler im Kader ist wichtig. Es werden eben nicht nur viele Partien sein, die zu absolvieren sind, sondern sie werden auch unheimlich intensiv. Es wird um das Erreichen der sportlichen Ziele gehen, solange für die Teams etwas geht, sind das die härtesten Spiele, dazu wird es aufgrund der Vorbereitungs-Möglichkeiten eben nicht so viel Finesse-Fußball geben. Es wird eine unheimlich kräftezehrende und -raubende Angelegenheit in diesen Wochen, die sehr viele Rotationen zur Notwendigkeit machen.

Auch Rose wird also wieder in den Hinrundenmodus schalten müssen. Denn häufig hat er Außenstehende mit seinen Aufstellungen überrascht. Das war einerseits ein Mittel, um für den Gegner unberechenbar zu bleiben, aber andererseits eben auch Überzeugung, weil er dem gesamten Kader vertraut. Kaum etwas wäre kostbarer, als wenn all seine Spieler ihm dieses Gefühl in diesen Tagen wieder geben würden. Denn Rose braucht jetzt erst recht nicht nur elf Stammspieler, sondern sicherlich 20. Jeder Profi muss zu jeder Zeit bereit sein und die Mannschaft nach vorne bringen. So war es in der Hinrunde, und so muss es nun wieder sein.