Borussia Mönchengladbach: Marco Rose war zufrieden mit der Leistung gegen Mainz 05

Nach dem 3:1 gegen Mainz : Borussias Profis verdienen sich Roses Party-Freigabe

Beim 3:1 gegen Mainz 05 zeigte Borussia nicht nur eine Reaktion auf das 0:2 auf Schalke, sondern auch auf den frühen 0:1-Rückstand. Marco Rose hat zurecht gefallen, was er gesehen hat, meint unser Autor.

Marco Rose hat am späten Samstagnachmittag mal den Fußball Fußball sein lassen, und seine Spieler Menschen. Er gab die Party-Erlaubnis nach dem 3:1-Sieg gegen Mainz 05, er selbst sei auch dafür offen „durch die Clubs zu ziehen“. Für Borussias Trainer haben sich die Spieler das mit ihrer Leistung beim ersten Heimspiel des Jahres verdient. Tatsächlich erinnerte sehr viel an die Darbietungen in der Hinrunde und machte vieles vergessen, was vor gut einer Woche auf Schalke passiert ist. Roses Spieler haben für die Wiedergutmachung gesorgt.

Dabei gab es relativ früh im Spiel einen „richtigen Nackenschlag“ (O-Ton Rose) mit dem 0:1 durch Robin Quaison. Es wurde danach schon unruhig im Stadion, die Angst wurde ein Stück weit größer, dass die Rückrunde wieder zu einer Enttäuschung im Vergleich zur ersten Saisonhälfte werden könne, wie es in der vergangenen Saison der Fall war. Viele Fans hatten diese Furcht nach dem Abrutschen in den vergangenen Tagen geäußert.

Doch Borussia offenbarte Mut, Selbstbewusstsein und Klasse. Fortan hatte Gladbach das Spiel im Griff, die Innenverteidiger Nico Elvedi und Matthias Ginter räumten alles ab und spielten selbst tolle Bälle in die Offensive. Lars Stindl kreierte viele gute Situationen mit seinem räumlichen Denken und seiner Übersicht. Und dann stand Alassane Plea nach einer Freistoßflanke von Oscar Wendt goldrichtig, und so zeigte dann auch die Anzeigetafel, was das Spiel schon erahnen ließ: Borussia ist in der Rückrunde angekommen.

Und sie zeigte, dass sie noch das gleiche Spitzenteam wie vor dem Jahreswechsel ist. Über 85 Prozent der Pässe kamen an, dabei ging Gladbach oft ins Risiko. Einige Male fehlte das Glück, Marcus Thuram und Breel Embolo trafen den Pfosten. Doch es war auch da: Glück, weil Mainz bei den Standardsituationen nahezu in einen Kurzschlaf verfiel. Und Glück, weil Borussia mit Yann Sommer einen Keeper in den eigenen Reihen hat, der erneut seine Weltklasse bei zwei grandiosen Paraden zeigte.

Unter der Woche im Training unterbrach Rose bei einer Spielform kurzzeitig und brüllte seinen Spielern entgegen: „Ja, genauso. Das war Glück. Aber das Glück muss man sich erarbeiten.“ Diese Worte, die da mit großer Lautstärke den Spielern entgegenkamen, kamen offenbar genauso gut an wie die enttäuschten Äußerungen von ihrem Trainer nach der Partie auf Schalke. Denn am Samstag erarbeitete sich Borussia wieder das Glück. Es war die Wiedergutmachung für den Rückrundenauftakt, der Startschuss für eine aus Gladbacher Sicht hoffentlich erfolgreiche zweite Saisonhälfte, die bestenfalls in der Champions League enden soll und schon eine Kampfansage an RB Leipzig, wo Gladbach am kommenden Samstag zum Spitzenspiel antritt. Und deswegen haben sich die Borussen auch die Party-Freigabe von Rose verdient.