Borussia Mönchengladbach: Marco Rose sucht nach perfektem System

Roses Systemfrage : Muss Borussia doch beim 4-3-3 bleiben?

Im 4-Raute-2-System, das der Trainer favorisiert, fühlt sich Borussia offenbar noch nicht so wohl. Die alte Grundordnung 4-3-3 war zuletzt deutlich erfolgreicher.

Marco Rose ist ein Fan der Formation, die er selbst als „4-Raute-2“ bezeichnet. Es ist die Aufstellung, mit der er bei RB Salzburg als Jugend- und Profitrainer große Erfolge feiern konnte, in der vergangenen Saison beispielsweise das Meister-Pokal-Double. Auch bei Borussia will er dieses System etablieren, doch offenbar fühlt sich das Team noch in seiner alten Formation, dem 4-3-3, wohler, zumindest zeigten das die vergangenen Spiele.

Gegen Düsseldorf stellte Rose von Beginn an seine Raute auf, Fortuna ging schnell in Führung, dominierte die Partie – Gladbachs Trainer stellte daraufhin auf ein 4-3-3 um, und Borussia gewann die Partie noch 2:1. Auch die beiden sehr erfolgreichen Spiele in Sinsheim gegen 1899 Hoffenheim (3:0) und gegen den FC Augsburg (5:1) bestritt das Team in der Variante, die Dieter Hecking vor der vergangenen Saison einführte. Beim 1:1 in Istanbul gegen Basaksehir FK lief es zwischen diesen beiden Partien im 4-Raute-2 nicht wirklich gut. Ein Zufall oder passt das 4-3-3 besser zu Borussia?

Der aktuelle Trend spricht jedenfalls dafür, dass sich die Gladbacher bei den Vorgaben, die Rose in seiner Spielweise hat, etwa hohes Pressing und schnelles, vertikales Offensivspiel, immer sicherer fühlen, sich jedoch in ihrer „alten“ Formation wohler fühlen. „Es gibt da viele Faktoren“, sagt Rose. „Natürlich richten wir uns da auch ein Stück weit nach den Gegnern, wobei wir trotzdem unsere eigenen Prinzipien durchbringen wollen.“

Und die Art ist Rose auch deutlich wichtiger als die engültige Formation, zumal der Unterschied zwischen dem 4-Raute-2 und dem 4-3-3 seiner Meinung nach gar nicht so groß ist. „Es sind nur Nuancen, die sich da unterscheiden. Wenn wir mit engen Flügelstürmern spielen und der Mittelstürmer abkippt, ist es schon wieder eine Raute. Es ist also alles relativ nah beieinander“, sagt Borussias Trainer.

Doch auch ihm ist aufgefallen, dass es bei aller Nähe zu seiner Lieblings-Aufstellung gerade schon so ist, dass sich die Gladbacher im 4-3-3 wohler fühlen und entsprechend auch besser spielen. Beispielhaft dafür ist, dass sowohl gegen Hoffenheim als auch gegen Augsburg jeweils ein Treffer nach einem identischen Muster fiel. In Sinsheim spielte Stefan Lainer als rechter Außenverteidiger einen langen Pass die Linie entlang auf Marcus Thuram, der für Alassane Plea das 1:0 vorlegte. Gegen Augsburg passte Ramy Bensebaini auf der linken Seite weit in den Lauf von Plea, dessen Zuspiel Patrick Herrmann verwerten konnte. „Fakt ist, dass das 4-3-3 auch flexibel ist und gegen den Ball oft zu einem 4-2-3-1 oder 4-3-2-1 wird, außerdem haben wir auf den beiden Achter-Positionen viele Rochaden drin. Das scheint den Jungs ganz gut zu liegen“, gibt Rose zu.

So hat Borussias Trainer erstmal wohl keinen Anlass, an dieser Grundordnung etwas zu verändern, auch wenn er auf Dauer das 4-Raute-2 schon etablieren will. Doch Gladbach ist auch Tabellenführer, weil das Team im 4-3-3 in den vergangenen Wochen die entscheidenden Akzente gesetzt hat und darin gerade im Offensivbereich seine Stärken ausspielen konnte, während es im Angriff im Rauten-System nicht so passte. „Wir versuchen auch, immer wieder das auf den Platz zu bringen, bei dem sich die Jungs am wohlsten fühlen“, sagt Rose. Und das ist momentan noch nicht die Raute, sondern das 4-3-3.