Borusse ohne Chance unter Rose Michael Lang muss sich entscheiden

Mönchengladbach · Borussias Cheftrainer Marco Rose hat über die Situation des Schweizers Michael Lang gesprochen. Wenn er einen anderen Klub findet, kann er gehen.

 Michael Lang (r.) im Testspiel gegen den SC Paderborn.

Michael Lang (r.) im Testspiel gegen den SC Paderborn.

Foto: dpa/Guido Kirchner

Bleibt Michael Lang oder geht er? Das ist zu einem Großteil vom Schweizer Defesnivmann selbst abhängig. „Wir werden hier niemanden vom Hof jagen. Er gehört zur Mannschaft und zwar bis zu dem Tag, an dem er entscheidet, er möchte irgendwo anders mehr Fußball spielen“, sagte Borussias Trainer Marco Rose nach dem 2:0-Sieg im Testspiel gegen den SC Paderborn.

Dass die Worte, die Rose gewählt hat, keine leeren Hülsen sind, zeigt die  Tatsache, dass Lang bislang in allen drei Testspielen zum Einsatz gekommen ist. Den Verantwortlichen bei Borussia dürfte aber auch bewusst sein, dass Wettkampfpraxis dabei helfen kann, dass Interesse von anderen Klubs auf Lang zu lenken.

Aktuell ist Lang ein Borusse. Er trainiert fleißig mit, lässt sich nicht hängen. Aber möchte er ein weiteres Jahr seiner Karriere mit geringer Aussicht auf Spielpraxis vergeuden? Eine realistische Chance auf Einsatzzeiten hat er trotz der Dreifachbelastung aus Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League nicht. Ihm mangelt es vor allem an Power, Tempo und Dynamik – Attribute, die Rose besonders wichtig sind. „Man muss sich die Kader-Konstellation anschauen. Wir haben Stefan Lainer auf der Position. Wir haben Valentino Lazaro verpflichtet. Wir wissen, dass Patrick Herrmann Flügelverteidiger spielen kann. Wir wissen, dass Jordan Beyer das spielen kann. Wir sind auf dieser Position sehr gut besetzt“, sagte Rose und skizzierte damit die klare Rangordnung.

Dessen ist sich Lang, der im Sommer 2018 für eine Ablösesumme von rund 2,80 Millionen Euro vom FC Basel verpflichtet wurde, bewusst. Sollte sich ein Abnehmer für Lang finden, dürfte Borussia sich bei den Verhandlungen entgegenkommend zeigen. So würde der Klub bei der Ablöse wohl ein Minus-Geschäft machen, würde sich aber gleichzeitig das Gehalt des 29-Jährigen, dessen Vertrag noch bis 2022 läuft, sparen.

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Foto: Dirk Päffgen

„Die Trennung ist vor allem abhängig von Michis Möglichkeiten und natürlich auch seinen Ambitionen“, sagte Rose. In der Bundesliga dürfte es für Lang schwierig werden, einen passenden Verein zu finden. Im Leih-Jahr bei Werder Bremen kam er nur auf 542 Liga-Minuten, spielte in der Rückrunde gar keine Rolle mehr. Einen Wechsel zurück in seine Heimat dürfte er selbst als Rückschritt empfinden. „Wir sind in ganz offenen Gesprächen. Michi ist ein super Typ. Wenn er eine Idee hat, wird er auf uns zukommen. Wenn er da bleibt, ist er herzlich willkommen“, sagte Rose.

Als neunter Schweizer in der Borussia-Historie wurde Lang verpflichtet. Im Jahr zuvor holten die Gladbacher Denis Zakaria. Dann kam Lang, im vergangenen Jahr Breel Embolo. Zakaria und Embolo dürfen in der Transfer-Bilanz von Sportdirektor Max Eberl als Volltreffer eingehen. Lang kam Schweizer Nationalspieler, der bereits an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen hat. Dass es am Niederrhein nicht geklappt hat, wird er sich selbst eingestehen müssen. Und dennoch, das zeigt die aktuelle Situation, will Langs nächster Karriereschritt wohlüberlegt sein.