Borussia Mönchengladbach: Marco Rose hat Plan für Spiel gegen RB Leipzig

Er kennt den RB-Fußball : So will Marco Rose Leipzig knacken

Borussia-Trainer Marco Rose können gegen RB Leipzig seine Erfahrungen aus Salzburg, wo ähnlicher Fußball gespielt wird, helfen. Er hat schon einen Plan für den starken Klub.

Statistisch sind die Fronten recht deutlich geklärt. Borussia hat die vergangenen acht Heimspiele nicht gewonnen, gegen Leipzig hat sie ihre bisherigen drei Heimspiele sogar verloren. Auch das letzte, welches in diese Achter-Serie fällt: Ein 1:2 gab es am 20. April. Zudem ist RB mit zwei Siegen und guten Leistungen nahezu perfekt in die Saison gestartet, Borussia hat zwar auch immerhin vier Punkte geholt, dabei aber einige Probleme gehabt. Demnach dürfte Leipzig der Favorit am Freitag sein, wenn die Partie um 20.30 Uhr im Borussia-Park angepfiffen weg. Doch Gladbach hat zwei Asse im Ärmel, die sich bestens mit dem RB-Fußball auskennen.

Im Sommer holte Borussia Marco Rose samt Trainerteam von RB Salzburg an den Niederrhein. Der 42-Jährige sollte den Stil, für den die vom Getränkehersteller geförderten Teams bekannt sind, in Gladbach einführen. Daran arbeitet er, es braucht aber Zeit, um dies zu perfektionieren. Helfen soll dabei mit Stefan Lainer ein Spieler, der in Salzburg einer seiner Musterschüler war. Der Rechtsverteidiger ist verantwortlich für die meisten Rose-Momente bei den Gladbacher Auftritten. Sie sind Borussias RB-Joker.

„Leipzig hat einen herausragenden Kader, sie und Bayer Leverkusen kann man fast in einem Atemzug mit Dortmund und Bayern nennen, sie haben das Zeug, ganz oben mit dabei zu sein“, sagt Rose. „Wir müssen versuchen, das Spiel Stück für Stück auf unsere Seite zu ziehen. Wir müssen ihre Power aufnehmen, und die Lücken bei ihnen nutzen, die entstehen, wenn man wie sie mit Power nach vorne spielt.“ Rose will RB mit seinen eigenen Waffen schlagen – und zuschlagen wie beim Treffer zum 3:1 in Mainz. „Leipzig ist eine richtig gute Mannschaft. Das sind wir aber auch“, sagt Rose.

Auch Lainer denkt, dass man Leipzig „ganz oben einordnen muss, und wir daher umso mehr ans Limit gehen müssen“. In der Europa League waren er und Rose mit Salzburg gegen Leipzig erfolgreich, mit 1:0 und 3:2 entschied ihr Team das RB-Duell für sich. „Aber das wird ein ganz anderes Spiel, das kann man nicht vergleichen“, sagt Lainer. „Jedoch kann es schon sein, dass es ein ähnlich intensives Spiel wird. Ich erwarte schon viele Zweikämpfe, weil beide Teams ähnlich druckvoll spielen. Es wird ein Spiel, in dem Kleinigkeiten entscheiden werden.“

Doch für beide Gladbacher wird es auch eine neue Erfahrung mit den Leipzigern. Mit Julian Nagelsmann ist dort ein neuer Trainer tätig, er hat die Formation verändert, agiert mit Dreierkette und setzt mehr als seine Vorgänger Ralf Rangnick und Ralph Hasenhüttl auf Ballbesitz. „Julian hat genauso seine eigene Ideen mit nach Leipzig genommen wie ich nach Gladbach“, sagt Rose. „Er hat ein Team übernommen, das gegen den Ball schon nah am Optimum war, und jetzt packt er noch seine Arbeit mit dem Ball oben drauf. Aber auch das braucht Zeit wie bei uns die Arbeit am neuen Borussia-Stil.“

Der soll nun auch fußballerisch besser sein als in den bisherigen Pflichtspielen. „Ich habe den Jungs gesagt, dass es Zeit ist, die Handbremse zu lösen. Sie sind derart konzentriert auf das Neue, dass Dinge wie Mut und Kreativität ein wenig auf der Strecke bleiben.“ Rose will Leipzig also nicht nur mit der eigenen Waffe Power schlagen, sondern auch mit dem, was Borussia lange stark gemacht hat: gutem Fußball.

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