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Borussia Mönchengladbach: Marco Rose hat keine Lust auf Dauer-Nörgler

Borussia-Trainer hat keine Lust auf Dauer-Nörgler : „... dann kann ich das Toreschießen gleich verbieten“

Das DFL-Konzept sieht vor, dass die Spieler sich beim Torjubel nicht mehr Umarmen oder Abklatschen. Marco Rose hat das mit Borussias Profis besprochen. Er hofft aber, dass die Kritiker nicht nur darauf warten, dass jemand etwas falsch macht.

In der Politik und Gesellschaft gibt es nach wie vor viele Kritiker vor dem Neustart der Fußball-Bundesliga. Dass es im Spielbetrieb einfach nicht möglich ist, die Abstandsregeln einzuhalten, ist ein Punkt, der immer wieder angeführt wird. Wo es aber möglich ist, sollen die Profis, so steht es auch im DFL-Konzept beschrieben, die Distanz auch zu ihren Kollegen wahren. Auch für den Torjubel soll das gelten, da soll es eben keine Umarmungen oder andere Berührungen wie im Normalfall geben.

Borussias Trainer Marco Rose weiß um diese Besonderheit und hat seine Spieler darauf eingestellt. „Wahrscheinlich werden wir keine normalen Torjubel mehr sehen. Ich denke aber, dass dadurch einige nette Anekdoten zum Schmunzeln zu sehen sein werden. Wir haben darüber gesprochen, wie alle anderen Klubs sicherlich auch, und werden das runterfahren. Die Jungs werden sich da sicher etwas einfallen lassen“, sagte der 43-Jährige. Ihm sei aber auch bewusst, dass es wohl zu Momenten kommen wird, in denen die Spieler aus der Emotion heraus nicht an die Vorgaben denken. Dann könnte wieder die Stunde der Dauer-Nörgler schlagen. „Aber ich hoffe auch, dass einige Leute nicht ständig auf Fehler warten. Es ist möglich, dass auch mal ein Tor fällt, dass einen so unglaublich glücklich macht, dass man seine Gefühle rauslässt und jemanden berührt“, sagte Rose und stellte klar: „Wenn ich meine Jungs darauf einstelle, dass sie an die Wand gestellt werden, wenn sie einen Fehler machen, kann ich das Toreschießen gleich verbieten.“

Bei Borussia werden alle Vorgaben, die in dieser Corona-Krise gelten, eingehalten, berichtete Rose weiter. „Unsere medizinische Abteilung und Heimi (Teammanager Christopher Heimeroth, Anm. d. Red.) haben alles perfekt vorbereitet. Wir essen im großen Loungebereich mit großen Abständen voneinander, bei der Essensausgaben gibt es Abstandslinien, vor jeder Tür Desinfektionsmittel“, sagte Borussias Trainer. „Ich habe beobachtet, ohne Druck auf unsere Spieler auszuüben, dass sich alle auch mit den Masken arrangiert haben. Ich finde, dass die Mannschaft da auf einem sehr guten Niveau ist.“

Auch deswegen ist Rose guter Dinge, dass die Saison, wie von der DFL geplant, bis zum 30. Juni zu Ende gespielt werden kann und alle neun Spieltage in den kommenden sechs Wochen ausgetragen werden können. „Ich bin da sehr optimistisch, das Konzept plant viele Probleme ein. Eine hundertprozentige Sicherheit ist einfach schwierig, aber wir lernen jeden Tag im Umgang mit dieser Situation dazu, man muss eben Kompromisse eingehen – und das machen wir alle. Deswegen bin ich sehr positiv, dass wir die Saison zu Ende spielen, wenn wir uns auch die Zeit geben und alle vorsichtig bleiben“, sagte Rose.