Borussia Mönchengladbach: Marco Rose hat Alassane Plea verändert

Zweitbester Scorer der Bundesliga : Darum ist Borussias Plea in dieser Saison so stark

In der vergangenen Saison hat man Alassane Plea als Vollstrecker in Gladbach kennengelernt, zwölf Tore erzielte er für Borussia. Doch unter Marco Rose hat er den nächsten Schritt gemacht. Der Trainer erklärt das Rezept.

Nach wenigen Tagen bei Borussia hatte Alexander Zickler, früher selbst erfolgreicher Bundesliga-Stürmer und nun Offensiv-Coach der Gladbacher, etwas Besonderes in Alassane Plea gesehen. „Alassane ist ein genialer Kicker, ein toller Stürmer, der sich extrem schlau bewegt und auch ein Näschen dafür hat, wo der Ball hinkommt“, sagte Zickler über den Franzosen.

Auch Chef-Coach Marco Rose äußerte sich schnell positiv über Plea, der die Eindrücke, die das neue Trainerteam von ihm gewann, schnell in den Spielen bestätigte. Denn von Beginn an zählt der Franzose zu den absoluten Leistungsträgern beim Bundesliga-Tabellenführer. Er hat bereits vier Treffer in den ersten sieben Ligaspielen erzielt, macht er so weiter, toppt er seine Bilanz der ersten Saison bei Borussia, als er nach seinem Wechsel für 23 Millionen Euro von OGC Nizza zwölf Tore in der Bundesliga erzielte.

Doch Gladbachs Rekordeinkauf hat unter Rose den nächste Schritt gemacht, ist nicht mehr „nur“ der eiskalte Knipser. Plea ist sowas wie ein offensiver Spielmacher, der Mann für die kreativen Momente. Er nimmt die Rolle ein, die Thorgan Hazard innehatte, bevor er im Sommer nach Dortmund wechselte. Und die Kombination aus Knipser und Spielmacher spiegelt sich auch in Pleas Leistungsdaten wider: In der Liga kommen zu seinen vier Treffern noch fünf Assists hinzu, damit ist er gemeinsam mit BVB-Youngster Jadon Sancho (drei Tore, sechs Vorlagen) der zweitbeste Scorer hinter Bayerns Stürmer Robert Lewandowski (elf Treffer, ein Assist).

Es gibt viele Erklärungen für diese Leistungssteigerung. Dass sich Plea in seinem zweiten Jahr noch besser an den Fußball in Deutschland gewöhnt hat zum Beispiel. Oder dass ihn das tolle Verhältnis zu seinen französisch-sprachigen Gladbacher Kollegen Marcus Thuram, Breel Embolo, Denis Zakaria und Mamadou Doucouré so beflügelt. Gerade im Zusammenspiel mit Thuram und Embolo ist das auch auf dem Feld zu sehen. Doch Rose hat für Pleas Leistungssprung eine ganz einfache Erklärung: hartes Training.

„An seinem Spiel haben wir nichts verändert. Aber ich denke, dass Lasso einfach weiß und nun realisiert hat, wie wichtig es für ihn ist, dass er gut trainiert. Darüber haben wir schon des Öfteren gesprochen“, sagt Borussias Trainer. „Es ist wichtig, dass er schon dort fleißig ist und matchbereit ist. Denn seine Qualitäten kennen wir alle, aber jeder Spieler auf der Welt – außer vielleicht Lionel Messi – muss auch hart arbeiten. Am Anfang steht immer die Arbeit, und dann kommt die Qualität. Und genau das hat Lasso in den vergangenen Spielen eingebracht.“

Denn seine neue Qualität zeigte sich besonders in den beiden Liga-Partien gegen Hoffenheim (3:0) und Augsburg (5:1), da trat Plea jeweils als Torschütze und Vorbereiter in Erscheinung, beim 3:1-Erfolg in Mainz war ihm das ebenfalls schon gelungen. „So wird diese harte Arbeit dann auch belohnt, das ist relativ simpel für mich“, sagt Rose.

Eine besondere Belohnung gab es nun von Didier Deschamps, dem Trainer der französischen Nationalmannschaft. Nachdem Kylian Mbappé verletzungsbedingt abreisen musste, nominierte der 50-Jährige Plea für die Équipe Tricolore nach. Damit gehört er zum zweiten Mal nach der Länderspielperiode im November 2018 zum Team des amtierenden Weltmeisters aus Frankreich. Diese Wertschätzung wird dem neuen Plea weiteren Antrieb geben, hart zu arbeiten.

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