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Borussia Mönchengladbach: Marco Rose erzieht seine Spieler mit Psycho-Tricks

Borussen sollen nicht mehr meckern : Mit diesen Psycho-Tricks erzieht Rose seine Spieler

Auch in Düsseldorf sahen Borussen zwei Gelbe Karten aufgrund fehlerhafter Verhaltensweisen. Marco Rose hat seine Methoden, damit sich seine Spieler auf das Wesentliche konzentrieren.

Wenn es um Gelbe Karten wegen mehrfacher Fehlverhalten geht, spielt Fairness keine entscheidende Rolle. Marcus Thuram hat das erfahren müssen beim 4:1 bei Fortuna Düsseldorf. Borussias Stürmer sah dort die Gelbe Karte, nachdem er sich aufgrund eines nicht gegebenen Freistoßes beschwert hatte. Es war die Summe solcher Aktionen, die Schiedsrichter Daniel Siebert zu dieser Verwarnung veranlasste, vorher hatte Thuram schon mal gemeckert, auch eine Schwalbe fabriziert. Nicht in diese Rechnung fiel, dass der Gladbacher in der Anfangsphase nach einem klaren Tritt von Fortuna-Verteidiger Kasim Adams nicht zu Boden ging und ein Vorbild in Sachen Fairness war.

Borussia hat in der jüngeren Vergangenheit so einige leidliche Erfahrungen in dieser Hinsicht machen müssen. In Leipzig wurde Alassane Plea wegen seiner Mecker-Aktion mit Gelb-Rot vom Platz gestellt, Nico Elvedi sah dabei ebenfalls Gelb, auch Rose selbst wurde später noch verwarnt. In Düsseldorf sah auch Lars Stindl wegen Ballwegschlagens den gelben Karton. Doch Rose hat einige Dinge entwickelt, damit sich seine Spieler nun besser im Griff haben.

Im ersten Schritt hat sich Borussias Trainer dazu entschlossen, selbst aktiv als Vorbild voranzugehen. In Düsseldorf zeigte er ein vorbildliches Verhalten, ohne jedoch auf Hilfestellungen für das eigene Team verzichten zu müssen. „Jeder hat gesehen, dass ich mich heute sehr bemüht habe“, sagte Rose nach der Partie. „Das ist auch wichtig, dass dieses Signal von mir ausgeht. Es hat sich gut angefühlt für mich.“

Der Coach will seinen Spielern vorleben, wie man sich richtig gegenüber den Schiedsrichtern verhält. Schließlich ist Rose schon dreimal verwarnt worden, beim Pokalspiel in Dortmund hat er sogar die Rote Karte gesehen. Er hat daraus gelernt und will sich „bessern“, ohne jedoch außer Acht zu lassen, dass es nach wie vor einige Dinge gibt, die ihn stören. Rose fehlt oftmals noch die konsequente Linie bei den Schiedsrichtern.

Mit solchen Themen sollen sich die Spieler in den Partien gar nicht groß befassen. Rose will, dass sie sich auf das Wesentliche konzentrieren, auf das Spiel. Um diesen Gedanken zu verinnerlichen, sorgt er in den Trainingseinheiten dafür, dass es solche vermeintlichen Momente des Ärgers gibt. So sollen sich seine Profis daran gewöhnen, nach Fehlentscheidungen weiterzumachen und nicht zu hadern. „Im Trainingsspielchen werden bei uns bewusst zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen getroffen“, sagte Stefan Lainer nun in der „Sport Bild“. „Unser Co-Trainer Alexander Zickler übersieht auch schon mal das Abseits. Dann wird erwartet, dass wir die Situation annehmen, den Zweikampf suchen und nicht erst meckern oder winken."

Rose will so erreichen, dass aus diesem großen Thema der vergangenen Wochen eins wird, das für Borussia keine Bewandtnis hat. Es soll keine Herausstellungen mehr geben wie für Plea in Leipzig, seine Spieler sollen nicht durch emotionale Ausbrüche in Gefahr laufen, gesperrt zu werden. Borussia will sich auf den Fußball konzentrieren – da braucht es auch mal Psycho-Spielchen des Trainers.