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Borussia Mönchengladbach: Marco Rose analysiert großes Problem der Fohlen

„Schmerzhafter Lernprozess“ : Borussen reden nicht um ihr großes Problem herum

Gladbach und die späten Gegentore - es zieht sich bislang wie ein roter Faden durch die Saison. Nach dem 1:1 gegen den FC Augsburg haben Marco Rose, Florian Neuhaus und Yann Sommer deshalb nicht um den heißen Brei geredet.

Zum vierten Mal in dieser Bundesliga-Saison haben die Gladbacher am Samstag eine Führung verspielt. Nach der Gelb-Roten Karte für den Augsburger Raphael Framberger hätten die Borussen die 1:0-Führung über die Zeit bringen müssen, doch das gelang wieder einmal nicht. „Wir haben Unentschieden gespielt in einem Spiel, das wir eigentlich gewinnen müssen“, ärgerte sich Mittelfeldspieler Florian Neuhaus über das unnötige Gegentor.

Gleich mehrmals hatten er und seine Team-Kollegen in der 88. Spielminute die Gelegenheit, den Ball aus dem eigenen Strafraum zu klären. Dann landete der Ball bei Daniel Caligiuri, dessen Volleyschuss zum Ausgleich im Tor einschlug. Jubel bei den Gästen, hängende Köpfe bei den Gladbachern.

„Wir können es nicht wegdiskutieren, dass wir hinten raus wieder Punkte abgegeben haben, die uns gutgetan hätten. Es ist mittlerweile ein schmerzhafter Lernprozess, weil wir da sehr viel wegschenken, weil wir vorne nicht das zweite machen und hinten in einer Situation erst passiv werden und dann ein Stück weit die Nerven verlieren“, sagte Borussias Cheftrainer Marco Rose, dessen Mannschaft zum dritten Mal in dieser Spielzeit nach einer 1:0-Führung im Borussia-Park am Ende mit einem 1:1 leben muss.

Vorne vergab vor allem Angreifer Breel Embolo die Chancen zum vorentscheidenden 2:0. In der Defensive schlich sich dann erneut kurz vor Schluss der Schlendrian ein. Der Treffer, der sich fast schon angedeutet hatte, fiel. „Wir hatten nie zu 100 Prozent die Kontrolle über das Spiel“, sagte Neuhaus. „Wir haben zu einfach den Ball wieder hergegeben, die Augsburger nicht mehr laufen lassen“, so Neuhaus.

„Vor ein paar Wochen habe ich gesagt, dass es kein Muster gibt. Ein Muster ist jetzt schon zu erkennen: Wir werden in bestimmten Situationen einfach kurz passiv, vor allem am Flügel. Selbst wenn du mal eine Flanke zulässt, heißt das noch lange nicht, dass der Gegner ein Tor machen muss. Dann verteidigst du das in der Box eben sauber“, analysierte Rose.

Yann Sommer, der bereits nach 15 Sekunden und später gegen Rani Khedira glänzend parierte und dafür sorgte, dass die Null hinten so lange Bestand hatte, sagte über die späten Gegentore: „Das darf uns nicht passieren. Wir müssen das auf jeden Fall abstellen. Das kann auch kein Zufall mehr sein, wenn das so oft passiert. Da müssen wir noch konzentrierter sein in der Schlussphase.“

Sein Trainer wollte nicht ausschließen, dass es bei einigen Spielern hinten raus auch eine Kopfsache sei. „Wir alle sind Menschen, jeder tickt anders. Möglicherweise spielte es bei dem einen oder anderen eine Rolle“, mutmaßte Rose. Viel Zeit zur Aufarbeitung, aber auch zum Hadern bleibt den Borussen nicht. Schon am Mittwoch (18.55 Uhr/Dazn) geht es mit dem Heimspiel gegen Schachtjor Donezk in der Champions League weiter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia - Augsburg: die Fohlen in der Einzelkritik