Borussia Mönchengladbach: Marco Rose ärgert sich über die vielen Verletzungen

Entwarnung bei Bénes und Kramer : Borussia hat Glück im Verletzungspech

Borussias Slowake Laszlo Bénes verletzte sich beim 3:1 gegen Bremen, doch Borussia gab am Montag Entwarnung. Auch bei Christoph Kramer.

„Aggressiv“ ist ein Wort, das keinen guten Klang hat. Iim Zusammenhang mit der Art Fußball zu spielen, die Laszlo Bénes an den Tag legt, passt es dann aber doch. Es bekommt indes einen ganz anderen Klang. Der schmale Slowake hat einen aggressiven Touch auf dem Rasen, weil er nicht locker lässt, weil er hartnäckig ist, weil er sich, trotz seiner wenig robusten Statur, reinstellt in die Zweikämpfe, wenn es nötig ist.

Dass er körperlich noch zulegen darf, ist fraglos ein Fakt, andererseits hat er, so wie er ist, viel Eleganz, denn Bénes ist bei allem Einsatz und bei allem Willen auch ein toller Fußballer. Vor allem ist er stark bei Standards. Das war schon öfter zu besichtigen, doch jetzt gegen Bremen schoss er einen Freistoß, der nahezu perfekt war, denn dass Ramy Bensebaini im Anschluss das 1:0 erzielte, schien fast logisch angesichts der sauberen und exakt bemessenen Flugbahn des Balles.

Bénes ist bis hierhin einer der großen Gewinner der Saison, neben Denis Zakaria und Marcus Thuram vielleicht sogar der Größte. Doch seine Leihzeit bei Holstein Kiel hat ihm den letzten Schliff gegeben offenbar, er ist viel fertiger zurückkgekehrt. Und voller Selbstvertrauen. Hinzu kommt, dass er wie gemacht ist für den Fußball, den Trainer Marco Rose haben will: aktiv, aggressiv, aber eben auch mit der nötigen Finesse. Dass es Bénes gern auch mal aus der Distanz versucht, kommt hinzu. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis er mal einen seiner Freistöße direkt verwandelt. Klar ist: Der Kerl traut sich was, das hatte er schon bei seinem Startelf-Debüt im April 2017 gezeigt: Da knallte er den Ball aus 22 Metern zum 1:0-Siegtor ins Tor von Hertha BSC. Bénes hat, was Rose-Fußball ausmacht: Mut.

Am Sonntagabend aber, da bangte sein Trainer um ihn, das war spürbar. Bremens Nuri Sahin hatte böse gegrätscht und Bénes am Sprunggelenk getroffen. Zunächst spürte der Malträtierte seinen Fuß nicht mehr, weil ein Nerv getroffen worden war, das berichtete Manager Max Eberl. Und gut sah es auch nicht aus, als er vom Platz geführt wurde. Es waren gewiss entsetzliche Momente für Bénes. Denn er hat schon öfter länger gefehlt, seit er  2016 Borusse wurde. Darum weiß er, wie schnell der Anschluss verloren geht. Gerade jetzt, da er so gut drin ist in der Saison, wäre ein längerer Ausfall sehr traurig gewesen. Doch der 22-Jährige erlitt beim 3:1-Heimsieg gegen Werder „nur“ eine Prellung am Sprunggelenk. Schlimmeres war zu befürchten gewesen, von daher hat Bénes offenbar Glück. Und somit auch Borussia. Entwarnung gab es auch bei  Christoph Kramer, der eine Zerrung am Innenband hat. Bei beiden besteht die Hoffnung, dass sie nach der Länderspielpause wieder zur Verfügung stehen.

Mit den Verletzungen von Kramer und Bénes setzte sich eine skurrile Serie der Borussen fort. Im vierten Pflichtspiel in Folge musste Rose vor der Pause verletzungsbedingt wechseln. Gegen Frankfurt (4:2) zog sich Breel Embolo eine Muskelverletzung zu, kurz nach der Pause musste Tony Jantschke raus. Im Pokalspiel in Dortmund (1:2) verletzte sich Ramy Bensebaini, gegen die AS Rom (2:1) Tony Jantschke. Beim 5:1 gegen Augsburg mussten Stefan Lainer und Matthias Ginter in der Schlussphase des Spiels raus.

Rose gefällt diese Serie natürlich nicht sonderlich.  „Es wäre schön, wenn ich mal wieder wechseln kann, weil ich es möchte und nicht weil ich es muss“, stellte er klar. Aber auch, dass sich sein Team von den Rückschlägen nicht beirren lässt und die, die von der Bank kommen, einen guten Job machen. Roses Ansatz ist ohnehin teamorientiert. „Der Kader ist gut, wir sind gut drauf. Es funktioniert richtig gut“, sagte Rose. Wenn alle Spieler in dieselbe Richtung denken –  und so ist es derzeit bei den Borussen – dann kann genau genommen auch jeder ersetzt werden. „Ich ziehe den Hut vor meinen Jungs, wie sie diesen Block mit sieben Spielen absolviert haben und immer marschiert sind“, sagte Rose. Er ist froh, dass es nun eine Pause gibt. „Jetzt können wir mal ein bisschen durchatmen. Die, die hier bleiben, können sich etwas erholen, die die zur Nationalmannschaft fahren, sind hoffentlich erfolgreich und kommen gesund zurück“, sagte Rose.

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