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Borussia Mönchengladbach: Mamadou Doucouré mit Schritt zur Normalität

Schritt Richtung Normalität : Borussia und Doucouré bleiben sensibel

Bei Mamadou Doucouré wissen Klub und Spieler längst haargenau, wie sie mit der Leidensgeschichte des Franzosen umzugehen haben. Am Freitag konnte sich der 22-Jährige mal wieder auf dem Platz zeigen.

Die Bank gratulierte, nach dem Pausenpfiff beim Testspiel gegen VVV Venlo sammelte Mamadou Doucouré zahlreiche „High Fives“. Sportliche Normalität bedeutet es noch immer nicht, wenn der Franzose 45 Minuten in einem Testspiel unter möglichst realistischen Wettkampfbedingungen bestreitet.

Doch sein Auftritt in Venlo war ein weiterer Schritt in diese Richtung: Dass es irgendwann keine explizite Nachricht mehr ist, dass der 22-Jährige auf dem Platz stand.

Fast genau zwei Jahre ist es jetzt her, dass Doucouré – damals bereits zwei Jahre im Verein – erstmals ein Testspiel absolvierte. „Wir wollen ihm einfach das Gefühl geben, mal ein Trikot anzuhaben für Borussia“, sagte seinerzeit Trainer Dieter Hecking vor dem Duell mit dem VfL Bochum. Nachdem es geklappt hatte mit dem Debüt, flossen Tränen.

Im Juni dieses Jahres dann der nächste Moment der Kategorie: ein großer Schritt für einen Fußballer, ein noch größerer für Doucouré. Gegen Union Berlin sammelte er seine ersten Bundesliga-Minuten.

Lauter war es im Borussia-Park während der Geisterspiele nur am letzten Spieltag, als Gladbach die Champions League klarmachte, so sehr feierten die Borussen ihren Kollegen, der sich vier Jahre zuvor in seinem letzten Spiel für die U19 von Paris Saint-Germain den ersten von tragisch vielen Muskelbündelrissen zugezogen hatte.

„Wir alle wissen, und das wird auch so bleiben, dass wir bei Mams besonders sensibel sein müssen“, sagte Borussia-Coach Marco Rose, als Doucouré zuletzt kurz kürzer trat, weil sein Körper eine Belastungsreaktion gezeigt hatte.

Klub und Spieler wissen längst genau, was wann zu tun ist, deshalb wurde niemand nervös. Am Dienstag vor dem Test in Venlo war Doucouré wieder im Mannschaftstraining, am Freitag stand er in der Startelf. Alles entspannt.

„Das war ein wichtiger Schritt für ihn heute gegen einen guten Gegner, vor Zuschauern, also mit einem gewissen Druck. Er hat das sehr gut gemacht“, sagte Rose nach dem Auftritt des Innenverteidigers, bei dem Borussia ohne Gegentor blieb.

Bald soll er im besten Fall um einen der 20 Kaderplätze konkurrieren. Ob Doucouré im DFB-Pokal gegen Oberneuland (Samstag, 15.30 Uhr) schon dabei sein könnte, ließ Rose offen: „Aber wenn es für Mams reicht, würden wir uns alle freuen.“