Borussia Mönchengladbach: Mamadou Doucouré hofft auf mehr Glück mit der 4

Borussias Pechvogel : Doucouré will es mit einer neuen Rückennummer schaffen

Borussias größter Pechvogel der vergangenen drei Jahre hofft, dass es nun endlich richtig für ihn losgeht. Der Franzose hat eine neue Rückennummer. Sie hat für ihn symbolische Bedeutung.

Mamadou Doucouré lächelt. Die 10? Ja, die ist frei, weil Thorgan Hazard, der diese Rückennummer hatte, entschwunden ist in Richtung Dortmund. Aber das sei doch keine Nummer für ihn, sagt Doucouré. Ebenso verhält es sich mit der Nummer 9, die ebenfalls derzeit nicht vergeben ist bei Borussia. „Das sind Nummern für die offensiven Spieler“, sagt Doucouré. Und das ist er nicht, sondern ein Abwehrmann. Und zwar ein richtig guter. Das sagt jeder, der ihn schon mal hat spielen sehen. Mehr als ein paar Minuten in Freundschaftsspielen waren es indes noch nicht, seit er 2016 aus der A-Jugend von Paris St. Gemain nach Gladbach kam. Meistens war der 21-Jährige verletzt.

Als Doucouré vor drei Jahren kam, bekam er die Nummer 29. Doch sie brachte ihm kein Glück. Als er im vergangenen September endlich sein Debüt gefeiert hatte beim Testspiel gegen Bochum in Willingen, schien sich das zu ändern, seine Einwechslung war ein sehr emotionaler Moment für ihn und alle Borussen. Doch dann gab es bald die nächste Verletzung. Erneut kämpfte sich Doucouré zurück und will nun endlich sein Debüt auch in der Bundesliga geben. Mit einem neuen Glücksbringer: der 4. Das ist die neue Rückennummer.

In der vergangenen Saison gab es niemanden, der die 4 trug bei Borussia. Jannik Vestergaard hatte sie auf dem Trikot, doch nach dem Wechsel des Dänen zum FC Southampton blieb die Zahl unbesetzt. Michael Lang, der Zukauf für die Defensive, bekam die 3. Nun ist auch die 4 wieder besetzt. „Die 4 steht für meinen Neustart“, sagt Doucouré zu unserer Redaktion. Es ist auch ein Zeichen an ihn, dass er näher dran ist am Team: Er ist zumindest nummerisch unter den ersten Elf angekommen. Doch er will sich nicht nur auf eine vermeintliche Glückszahl verlassen. Er hat in der Sommerpause hart an sich und seinem Körper gearbeitet, um bereit zu sein, wenn es losgeht. Nun läuft die Vorbereitung und Doucouré ist voll dabei.

So kann sich der neue Trainer Marco Rose ein reales Bild von ihm und seinen Qualitäten machen. „Ich habe sehr viel Gutes über den Jungen gehört. Leider ist seine Verletzungshistorie bis hierhin sehr dramatisch“, hatte Rose am Freitag bei seinem Dienstantritt in Gladbach gesagt. Er sagte aber auch, dass noch ein neuer Abwehrmann gesucht wird, einer der den Job links in der Innenverteidigung und den auf der linken Abwehrseite machen kann. Malang Sarr von OGC Nizza soll der Auserwählte sein, doch wegen Veränderungen in der Chefetage des französischen Klubs zieht sich die Geschichte hin. Hätte Doucouré nicht die grässliche Verletzungsgeschichte hinter sich (drei Muskebündelrisse, einen Muskelfaseriss), „dann müssten wir für die Defensive eigentlich gar keinen mehr suchen“, sagte Rose.

Es wird noch dauern, bis Doucouré soweit ist, es soll kein Druck aufgebaut werden. Er bekommt alle Zeit, und schließlich gibt es viel aufzuholen. Sein letztes Pflichtspiel hat er vor drei Jahren noch für Paris gemacht. Dabei begann das Drama, er zog sich den ersten Muskelbündelriss zu.

Doch solche Geschichten soll es nun nicht mehr geben in Verbindung mit dem Namen Doucouré. Er wirkt stabil im Training. Groß reden möchte Doucouré noch nicht über seine Situation. Er will erst mal wieder richtig da sein auf dem Rasen, will zeigen, was er kann.

„Ich freue mich auf diesen Jungen, werde ihn so gut ich kann unterstützen, damit er wieder spielfit wird. Und dann hoffen wir, dass dieses Thema irgendwann auch mal vorbei ist und er das machen kann, was er am liebsten macht, nämlich Fußball zu spielen“, sagte Rose. Er spricht Doucouré damit aus dem Herzen.

Dass die 9 oder die 10, die für Doucouré nicht in Frage kamen, vielleicht ein französischer Landsmann tragen wird, ist kein abwegiger Gedanke. Marcus Thuram von EA Guingamp soll dem Vernehmen nach Borusse werden. Er ist Stürmer. Wie Breel Embolo. Der ist zwar ein Mittelstürmer, wollte aber die freie 9 nicht haben, sondern bleibt bei der 36, die er schon auf Schalke trug, auch wenn sie ihm dort kein Glück brachte. „Als ich noch Jugendspieler war, bin ich immer mit der Buslinie 36 zum Training gefahren. Zudem sind 3 plus 6 gleich 9 – und das ist die klassische Nummer eines Mittelstürmers“, erklärte Embolo mal in einem Interview seinen Hang zu 36.

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