Borussia Mönchengladbach - Mainz 05: Bei Borussia wird es Härtefälle geben

Kaum Ausfälle vor Mainz-Spiel : Bei Borussia wird es Härtefälle geben

Für das Heimspiel gegen Mainz am Sonntagabend sind fast alle Borussen fit. Für Trainer Dieter Hecking ist das eine neue Situation, die Probleme mit sich bringt.

Für das Heimspiel am Sonntag (18 Uhr) gegen den FSV Mainz 05 kann Trainer Dieter Hecking bei Borussia aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Raffael (Trainingsrückstand nach Wadenproblemen), der in der kommenden Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll, sind alle Spieler fit. „Ich bekomme vor jeder Einheit einen Zettel, auf dem mit drei Farben vermerkt ist, wer trainieren kann und wer nicht“, berichtete Hecking. „Und ich bin kurz davor, zum ersten Mal einen Zettel zu bekommen, auf dem alles grün ist. Wenn das so weit ist, hänge ich den in der medizinischen Abteilung auf, denn die hat einen fantastischen Job gemacht“, ergänzte Borussias Trainer.

Er ist „erst einmal froh, dass bis auf Raffael alle fit sind“, auch wenn das natürlich für jedes Spiel bedeutet, dass er die Qual der Wahl hat. „Es gibt sogenannte Härtefälle“, sagte Hecking und hatte da sicher Fabian Johnson, der beim 3:0-Sieg in München zuletzt nicht mehr im Kader stand, und Patrick Herrmann, der nach einer guten Vorstellung in Wolfsburg danach dennoch wieder auf die Bank musste – von dort aber gegen die Bayern ins Spiel kam und zum Endstand traf, im Blick. Oder Tobias Strobl, den Christoph Kramer einstweilen wieder verdrängt hat. „Es wird nie auf Gegenliebe treffen, wenn ich den Spielern mitteilen muss, dass ich sie diesmal nicht berufe“, sagte Hecking und fügte an: „Aber das sind die Dinge, die es braucht, um erfolgreich Fußball zu spielen. Natürlich wünsche ich mir das Wohlwollen der Spieler und dass sie meine Entscheidungen akzeptieren. Mir ist aber klar, dass es mit den Personalentscheidungen vielleicht nicht immer so gut laufen wird wie in München. Und es wird auch wieder Phasen geben, in denen wir vielleicht Ausfälle haben, und dann kriegen wieder andere ihre Chance.“ Das Credo lautet: „Wir brauchen jeden Einzelnen“, und das hat bislang gut funktioniert – siehe Herrmann, dem in gerade einmal 256 Bundesligaminuten (von 630 möglichen ohne Nachspielzeit) zwei Tore und zwei Vorlagen gelangen.

Nun kommt in Mainz ein Gegner, der mit vier Gegentoren die stärkste Defensive der Liga und mit vier eigenen Treffern die schwächste Offensive ausweist. Borussia wiederum ist dank des guten Starts mit 14 Punkten aus sieben Spielen Tabellendritter und hat in jedem ihrer jüngsten 13 Ligaspiele mindestens ein Tor erzielt. All das euphorisiert die Fans – woran der Bayern-Sieg natürlich einen großen Anteil hat. Intern wisse man all das sehr gut einzuschätzen, sagte Hecking und ergänzte: „Aber die Euphorie von außen – warum sollte ich die bremsen? Die kann uns ja auch tragen.“ Gerade auch gegen einen unangenehmen Gegner wie Mainz, der sich vermutlich tief hinten reinstellen wird, was das Spiel durchaus zäh werden lassen kann.

Dass mehr als 50.000 Zuschauer erwartet werden, freut Hecking: „Das ist schon erwähnenswert an einem Sonntagabend gegen Mainz.“ Borussias Trainer mahnte aber auch: „Es darf nicht die Erwartungshaltung geben: Wir schießen die Mainzer jetzt aus dem Stadion. Wenn das so ist, gut, aber wir müssen weiter demütig sein vor jedem Gegner, das gilt auch für unsere Fans. Selbst wenn es lange 0:0 steht oder wir in Rückstand geraten gegen Mainz, was ja auch passieren kann – dann müssen wir alle zusammenstehen.“

Für das Team gelte, das eigene Spiel durchzubringen und seine Stärken in die Waagschale zu werfen, was bislang in dieser Saison sehr gut geklappt hat. Dass es nach der eher enttäuschenden Rückrunde der Vorsaison nun derart gut läuft, sorgt bei Hecking allerdings nicht für „persönliche Genugtuung“, sagt er. „Das kommt in meinem Vokabular nicht vor. Ich bin froh, dass die Maßnahmen, die wir uns zusammen vor der Saison überlegt haben, greifen und dass wir so gut gestartet sind. Ich weiß aber auch: Irgendwann wird es einen Rückschlag geben. Den wollen wir aber so lange wie möglich nach hinten schieben.“