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Borussia Mönchengladbach macht mit Sieg gegen Bayern München die Bundesliga glücklich

Borussia lässt Liga frohlocken : Gladbachs Sieg erstickt Bayerns Alleingang im Keim

Das 3:2 gegen den FC Bayern nach 0:2-Rückstand tut nicht nur Borussia Mönchengladbach gut. Die Fohlen verkürzen selbst den Rückstand auf die oberen Plätze. Und die anderen Top-Teams können aufatmen, dass ihre Patzer nicht bestraft wurden.

Verwundbar, aber unbesiegbar – so hatte der FC Bayern in den vergangenen Wochen gewirkt und den Eindruck mit einem Rekord untermauert. Achtmal in Folge gerieten die Münchner in Rückstand, trotzdem gingen sie nicht einmal als Verlierer vom Platz. Beim Gastspiel in Mönchengladbach lief nun alles anders.

Borussias Trainer Marco Rose erzählte nach dem 3:2 seiner Mannschaft von allerlei taktischen Manövern, die zumindest nach dem zwischenzeitlichen 0:2 wunderbar aufgegangen waren. Aber in Nachhinein wirkte der Rückstand selbst wie ein genialer Kniff: Die Bayern durften mal 1:0 in Führung gehen, während die in dieser Saison notorisch Führungen verspielende Borussia ihre Comeback-Qualitäten untermauern konnte.

Die Bundesliga darf nach diesem Spieltag frohlocken. Gladbachs Sieg gegen die Bayern – der achte seit der Saison 2011/12, nur sechs Mannschaften schafften in dieser Zeit mehr als einen – verhinderte den Beginn eines möglichen Alleingangs an der Tabellenspitze. RB Leipzig, Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg und Union Berlin konnten alle am Samstag nicht gewinnen, von den besten Sechs siegte nur Borussia Dortmund. Gladbach wiederum ist somit wieder dran an den Europacup-Plätzen. Und überhaupt kann sich eine Tabelle, in der den Ersten und Neunten zehn Punkte trennen, nach 15 Spieltagen doch sehen lassen.

„Der FC Bayern bleibt der FC Bayern“, sagte Gladbach-Coach Rose am Freitag. Der 44-Jährige strengte sich an, die offensichtlichen Defizite des Rekordmeisters in der Defensive ohne Überheblichkeit zu kommentieren. „Sie verteidigen auch viel weg“, gab sich Rose selbst als Verteidiger. Aber Borussia genügten bei ihren drei Toren, inklusive Eroberung und Abschluss, eben exakt 20 Ballberührungen, um zum Erfolg zu kommen. Im Mittelpunkt: Kapitän Lars Stindl als „Quarterback“ mit zwei Weltklasse-Pässen und Jonas Hofmann als „Wide Receiver“ mit zwei coolen Toren.

Rose hatte in Christoph Kramer, Florian Neuhaus und Denis Zakaria seine drei Premium-Sechser erstmals gemeinsam starten lassen, wenn sie den Ball hatte, war Borussia fast mit einer Mittelfeld-Raute unterwegs. „Die Idee dahinter war, Jonas Hofmann mit Ball als Stürmer mehr in die letzte Linie zu nehmen, um seine guten tiefen Läufe nutzen zu können, und Lars mit seinen Qualitäten mehr von der Zehn weg spielen zu lassen“, erklärte Rose. Der Plan ging voll auf.

Während die Bayern nun schon 24 Gegentore kassiert haben und damit mehr als in jeder der Spielzeiten von 2012 bis 2017, kann Gladbach das „Projekt 30“ in Angriff nehmen. Mit Siegen in den letzten beiden Hinrundenspielen gegen den VfB Stuttgart und Werder Bremen kämen die Borussen noch auf 30 Punkte. Dreimal in Folge haben sie diese Marke in einer Halbserie zuletzt Mitte der 1970er Jahre erreicht. „In einigen Wochen“ will Rose sagen, was der Erfolg gegen Bayern bewirkt hat. „Einiges“ könnte die Antwort sein. Wenn Gladbach den Schwung nutzt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: „3:2-Coup erwärmte das Borussen-Herz“