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Borussia Mönchengladbach: Luca Netz und Jordan Beyer mit Problemen auf B-Position

Polyvalenz kein Selbstläufer bei Borussia : Nicht nur Netz und Beyer mit Problemen auf der B-Position

Nach 45 Minuten war der Arbeitstag von Luca Netz am Wochenende beendet. Der 18-Jährige wird dennoch weitere Chancen erhalten. Auch Jordan Beyer musste ausweichen und konnte nicht überzeugen. Trainer Adi Hütter ist allerdings gezwungen, zu improvisieren.

Zuletzt gegen Bielefeld hatte sich Luca Netz über sein erstes Heimspiel vor Publikum gefreut. Die junge Karriere des 18-Jährigen wird noch einige Premieren bereithalten. Doch wer am Samstag in Augsburg eine weitere witterte, lag falsch: Zur Pause ausgewechselt worden war Netz bereits als Profi von Hertha BSC einmal. Der Gegner Ende Januar: Adi Hütters Frankfurter. Der Pausenstand: 0:0. Das Ergebnis: 1:3.

Dass es grundsätzlich ein Fehler ist, Netz frühzeitig rauszunehmen, lässt sich daraus aber nicht schlussfolgern. Der Youngster wirkte links vorne, auf der Position, die er ursprünglich gelernt hat, etwas verloren. Nach 45 Minuten hatte Netz nur 16-mal den Ball berührt, zweimal davon bei der Ausführung eines Eckballs. Ein guter Vorstoß verpuffte, weil die Strafraumbesetzung nicht stimmte. Netz war beileibe kein Bauernopfer, durfte sich aber damit trösten, gegenüber dem sonstigen Niveau der Mannschaft bei der 0:1-Pleite in Augsburg nicht sonderlich abgefallen zu sein. Er wird weitere Chancen erhalten, wenn auch vielleicht nicht so schnell in der Offensive als Linksaußen.

Das Spiel in Augsburg zeigte einmal mehr, wie hoch es einzuordnen ist, dass Joe Scally als angestammter Rechtsverteidiger auf der linken Seite ohne nennenswerten Leistungsabfall agiert. Er durfte sich am Samstag über das fast schon obligatorische Lob des Trainers freuen, Scally ist längst so etwas wie Hütters Exempel, wenn der Trainer deutlich machen will: Es war nicht alles verkehrt. Nur Nico Elvedi und Yann Sommer haben ebenfalls noch keine Pflichtspielminute in dieser Saison verpasst.

Doch es ist bei Borussia in dieser komplizierten Phase eher die Regel, dass sich scheinbar polyvalente Spieler auf ihren Zweitpositionen schwertun. Neben Netz galt das am Samstag für Jordan Beyer, der die Rechtsverteidiger-Position mit Ball bieder interpretierte, aber glücklich sein dürfte, nun überhaupt regelmäßig zu starten. Der 21-Jährige – in einer vergleichsweise jüngeren Borussia-Elf nur der drittjüngste – sieht sich selbst als Innenverteidiger, und eigentlich will Hütter die Bundesliga-Reife des Gladbacher Eigengewächses auch im Zentrum auf die Probe stellen. Allerdings zwingt die aktuelle Verletztenmisere den Trainer dazu, anderweitig Erkenntnisse zu sammeln.

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Auch der Mann, der Netz ersetzte, durfte weder auf seiner Paradeposition ran noch überzeugte er. Wobei Hannes Wolf seine allerbeste Rolle noch immer sucht. Vermutlich ist sie, wenn Kapitän Lars Stindl spielt, ohnehin belegt. Fest steht, dass der Flügel nicht Wolfs Zuhause ist. In Abwesenheit von Jonas Hofmann, Marcus Thuram und Akzenten auf dem Transfermarkt wird der Österreicher dort allerdings noch öfter auftauchen.

Auch Alassane Plea ist ein Opfer der Personalsorgen, weil Hütter ihn, wie seine Vorgänger Dieter Hecking und Marco Rose, nicht primär als Mittelstürmer sieht, sondern ihm gerne eine mitspielende, hängende Rolle zuteilen würde. Dass zwischen theoretischer und praktischer Polyvalenz große Unterschiede bestehen, hat die Niederlage in Augsburg noch einmal gezeigt. Dennoch ist Luca Netz keineswegs außen vor, wenn Hütter diese Woche die beste Elf für Dortmund sucht. Vielleicht stellt der Trainer einfach so auf, dass es vorne gar keinen Linksaußen gibt.