Borussia Mönchengladbach: Laszlo Bénes macht laut Marco Rose den Unterschied aus

Überraschung der bisherigen Saison : Warum Bénes für Borussia plötzlich unverzichtbar ist

Nur zweimal kam Laszlo Bénes in dieser Saison bei Borussia nicht zum Einsatz, weil er verletzt war. Dem Spiel ist sofort anzumerken, wenn der 22-Jährige dabei ist. Gerade bei Standards ist er so gut wie kein anderer im Team.

Es ist wohl unbestritten, dass Laszlo Bénes die größte Überraschung der bisherigen Saison der Borussen ist. Der 22-Jährige hat sich einen Stammplatz erarbeitet, seit dem 0:4 gegen den Wolfsberger AC, als er der einzige Lichtblick war, stand er immer in der Startelf, sofern er einsatzbereit war.

Bei all seinen Auftritten konnte Bénes bislang auch seinen Trainer Marco Rose überzeugen. „Laci ist nicht nur ein intuitiver Spieler. Diese Fähigkeit hat er zwar auch, aber vor allem macht er die meisten Dinge sehr bewusst“, sagt der 43-Jährige. „Er hat eine sehr gute Orientierung, einen sehr guten ersten Ballkontakt, spielt gute Pässe und gute Standardsituationen.“

Und genau die zuletzt genannte Eigenschaft ist die, die ihn von seinen Teamkollegen am meisten abhebt, die den Unterschied ausmacht. Kein anderer Spieler ist derzeit in der Lage, ruhende Bälle annähernd so gut zu treten wie Bénes. „Der Laci bringt die Bälle genau dahin, wo sie hingehören, und schon sind wir bei diesen Situationen auch gefährlich. Bei Standardsituationen ist das so, aber auch aus dem Spiel heraus.“

Der starke linke Fuß von Bénes, gepaart mit seiner Kontrolle über den Ball und den Raum, ist für Borussia zu einem wichtigen Element geworden. So ist dem Spiel auch anzumerken, wenn der Slowake mal nicht spielen kann. „Es gibt immer so Dinge im Spiel, die entscheiden, ob es gut aussieht oder nicht. Wenn du in der Türkei sieben Ecken hast und alle kommen nicht dahin, wo sie hinkommen sollen, dann sieht es blöd aus auf Dauer. Und wenn du dreimal den Ball ins Aus schießt, sorgt das für Unmut, beim Team, bei dir selbst und bei den Spielern.“

Wovon Rose spricht, ist der Auftritt der Gladbacher beim 1:1 in Istanbul gegen Basaksehir FK in der Europa League. Bénes fehlte aufgrund einer Oberschenkelzerrung und Borussia damit die Sicherheit im Passspiel sowie die gefährliche Ausstrahlung bei Standards. Alle zehn Ecken, die Borussia hatte, waren harmlos. Ein ähnliches Bild gab es auch schon beim 1:0-Derbysieg in Köln, da waren es sieben Ecken, die ohne Gefahr blieben, außerdem eine Reihe an Freistößen aus dem Halbfeld. Florian Neuhaus war an diesem Tag derjenige, der für die Standards eingeteilt war und bewies, dass diese nicht in seinen Spezialitätenbereich fallen. Anders als bei Bénes, für den diese Partie derzeit die letzte auf der Gladbacher Bank war.

Bei diesen Situationen hat er nicht nur den Treffer beim 1:3 gegen RB Leipzig durch Breel Embolo vorbereitet, sondern im Laufe der Saison schon einige gefährliche Aktionen, bei denen der Torabschluss jedoch nicht passte. Doch auch die übrigen Statistiken sprechen für Bénes. 79 Prozent seiner (häufig risikoreichen) Zuspiele kommen an, 61,9 Prozent der Zweikämpfe gewinnt er, er verliert nur 1,24-mal pro Spiel den Ball und kreiert durchschnittlich fast in jedem Spiel eine Großchance. Arbeiten muss Bénes aber auf jeden Fall noch an seinem eigenen Torabschluss, er ist zwar eifrig, jedoch gingen nur drei von 14 Schüssen auf das Tor.

Aktuell ist der Mittelfeldspieler mit der slowakischen Nationalmannschaft unterwegs, beim EM-Qualifikationsspiel gegen Wales (1:1) wurde er jedoch nicht in den Kader berufen. Beim Freundschaftsspiel gegen Paraguay (Sonntag) könnte Bénes zu seinem dritten Länderspiel kommen. Nach seinen Leistungen bei Borussia wäre das nun keine Überraschung mehr.

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