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Borussia Mönchengladbach: Laszlo Bénes könnte großer Corona-Gewinner werden

Borussias Mittelfeldspieler : Warum die Corona-Krise für Bénes eine große Chance ist

Laszlo Bénes kam in diesem Jahr noch gar nicht zum Einsatz. Die Spielpause könnte das ändern, wenn der Betrieb wieder aufgenommen werden sollte. Das wäre auch wichtig für die Europameisterschaft, die ins Jahr 2021 verschoben wurde.

Für Laszlo Bénes sollte das Jahr 2020 ein ganz Besonderes werden. Nachdem er in den vorigen zwölf Monaten zunächst bei Zweitligist Holstein Kiel Spielpraxis gesammelt und sich im nächsten Halbjahr bei Borussia in der Bundesliga einen Stammplatz ergattert hatte, wollte Bénes seinen Höhenflug fortsetzen. Seine Ziele: weiter regelmäßig zur Startelf gehören und im Sommer mit der Slowakei an der Europameisterschaft teilnehmen. Doch es kam anders, Bénes wurde in diesem Jahr noch in keinem Pflichtspiel eingesetzt, was seine EM-Chancen deutlich verringerte – doch jetzt bietet ihm die Corona-Krise eine Chance. Auch für das Nationen-Turnier, das ins Jahr 2021 verlegt wurde.

Wenn die Bundesliga Anfang Mai tatsächlich wieder den Spielbetrieb aufnehmen sollte, wird es sicher Englische Wochen geben. Wie viele, das hängt davon ab, wann genau man starten kann. Die Belastung wird demnach höher sein als im bisherigen regulären Betrieb, die Spieler sind nicht derart austrainiert und im Rhythmus wie zuletzt, entsprechend wird es wieder mehr Rotation bei den Gladbachern geben – und da wird auch Bénes, sofern er sich im Training seinem Coach Marco Rose anbietet, die Gelegenheit bekommen, sich wieder zu beweisen.

Im Trainingslager im spanischen Jerez de la Frontera stand der 22-Jährige zum letzten Mal auf dem Platz in den Testspielen gegen Heracles Almelo und zweimal den SC Freiburg. Schon da deutete sich an, dass Bénes nicht zur ersten Garde gehört, er spielte jeweils eine halbe Stunde im Doppel-Test gegen den Bundesliga-Konkurrenten, ein Einspielen und in den Rhythmus kommen war da nicht so sehr möglich.

In der Liga bestätigte sich dieser Eindruck. Zwischenzeitlich bremsten ihn Oberschenkelprobleme und eine Erkältung aus, doch es waren sportliche Gründe, die dafür sorgten, dass Bénes nicht mehr spielte. „Der Trainer und ich haben vor der Winterpause miteinander gesprochen. Da ging es um die gesamte Hinrunde und da war alles positiv“, sagte Borussias Mittelfeldspieler vor etwa zwei Monaten. „Ich war deswegen auch überrascht, weil ich in der Hinrunde auch gezeigt habe, was ich kann. Ich habe immer mein Bestes gegeben, für die Mannschaft gekämpft und viele gute Spiele gemacht. Wir waren in dieser Zeit sogar lange Tabellenerster in der Bundesliga. Dann bin ich natürlich auch ein bisschen enttäuscht.“

Trotzdem hat sich an seiner Situation nichts geändert. Und in der Hinrunde hat er konstant gute Leistungen gezeigt, mit seinem Kampfgeist, Mut und starken linken Fuß passt er in das Gladbacher Konstrukt. Gerade seine Stärke bei Freistoßflanken, mit denen er mehrere Tore in dieser Saison vorbereitet hat, ist beispiellos im Kader.

Nun wird Bénes die Spielpause nutzen, um sich bestmöglich für den Moment zu präparieren, wenn es wieder losgeht, und zeigen, dass er mindestens eine Alternative sein kann. Und mit Blick auf die EM hat er nun wieder ein ganzes Jahr lang Zeit, sich zu entwickeln und dem slowakischen Nationaltrainer Pavel Hapal anzubieten. So könnte der junge Borusse in dieser Corona-Krise sogar sportlich im Endeffekt der große Gewinner der Gladbacher werden.