Borussia Mönchengladbach: Laszlo Bénes blüht bei Leih-Klub Kiel auf

Leih-Geschäft : Borussias Bénes blüht bei Holstein Kiel auf

Laszlo Bénes hat am Wochenende beim 5:1-Sieg von Holstein Kiel gegen Aue zwei Tore erzielt und zwei Treffer vorbereitet. Im Sommer kehrt auf jeden Fall zu Borussia zurück. Mit dem gleichen Ergebnis wie bei Florian Neuhaus?

Bei den Gladbachern hakt es derzeit insbesondere in der Offensive. Nur neun Tore haben sie in den bisherigen neun Spielen der Rückrunde erzielt. An fast halb so vielen Treffern war ein Borusse am vergangenen Wochenende in nur einer Partie beteiligt – nur ist der gerade nicht in Mönchengladbach: Laszlo Bénes.

Das slowakische Top-Talent wurde im Winter für ein halbes Jahr zum Zweitligisten Holstein Kiel verliehen. Mit seinem aktuellen Klub hat er am vergangenen Spieltag 5:1 gegen Erzgebirge Aue gewonnen, Bénes war dabei der überragende Mann. Zwei Tore erzielte er selbst, zwei weitere bereitete der 21-Jährige vor. „Wegen solcher Momente spiele ich Fußball“, ließ er hinterher auf Instagram seiner Freude freien Lauf.

Auch sein eigentlicher Cheftrainer hat diese Leistung mit sehr viel Wohlwollen wahrgenommen. „Er hat überragend gespielt, das wird ihm mächtig Auftrieb geben. Es gefällt uns natürlich, wenn unsere Leihgabe derart den Stempel aufdrückt“, sagt Dieter Hecking im Gespräch mit unserer Redaktion. „Das ist ja auch genau das, was wir wollten. Dass Laszlo das halbe Jahr in Kiel nutzt, um mit mehr Selbstvertrauen zurückzukommen und im nächsten Sommer hier angreift.“

Das schaffte in der Vergangenheit schon Florian Neuhaus eindrucksvoll. Der war an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen, der er zum Aufstieg in die Bundesliga verhalf, und wurde dann nach seiner Rückkehr zu Borussia einer der Leistungsträger der Hinrunde dieser Saison. „Unabhängig von Florian muss man immer den Einzelfall bewerten, ob so ein Vorgehen sinnvoll ist und an welchen Verein man einen Spieler verleiht. Kiel kam uns insoweit gelegen, dass sie auch offensiven Fußball spielen wollen, da kann Laszlo seine Qualitäten ausspielen. Es wäre anders gewesen, wenn ein Team angefragt hätte, das von Haus aus defensiver eingestellt wäre“, sagt Hecking.

„Bis jetzt ist das sehr gut aufgegangen“, bilanziert Borussias Trainer das bisherige Leihgeschäft. Bénes hat in acht Einsätzen bereits sieben Scorerpunkte (zwei Tore, fünf Assists) für die Kieler eingesammelt. Vor seiner Gala-Vorstellung gegen Aue saß er jedoch wochenlang nur auf der Bank und kam lediglich zu Kurzeinsätzen. „Ich habe vor der Partie mit ihm telefoniert, da war er nicht ganz so glücklich. Er hatte nicht das Vertrauen gespürt. Aber ich habe ihm gesagt, dass seine Chance kommen wird, und so kam es dann ja auch“, sagt Hecking. „Kiel spielt ein anderes System als wir, das war auch eine Umgewöhnung für ihn, und es braucht Zeit, bis man alle Abläufe verinnerlicht hat.“

Im kommenden Sommer wird sich Bénes wieder an das Spielsystem der Gladbacher gewöhnen dürfen. „Das ist mit ihm und Kiel ganz klar abgesprochen, sie könnten ihn auch gar nicht bezahlen“, sagt Hecking mit einem Schmunzeln. Wenn bei Bénes tatsächlich auch eine Art „Neuhaus-Effekt“ einsetzt, bekommt der Trainer für die neue Saison einen Spieler dazu, der ein ernsthafter Kandidat für einen Stammplatz sein kann. Zuletzt setzte ihn Hecking bei Borussia auf der Sechs ein, aber auch die Achter-Position beherrscht er. Im Mittelfeld könnte also zukünftig mit Bénes und Neuhaus ein Duo auflaufen, dass bei Leihgeschäften in der zweiten Liga die „Borussia-Reife“ erlangt hat.

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