Borussia Mönchengladbach: Lars Stindl wohl gegen Mainz 05 auf der Zehn

Borussias Kapitän rückt wohl in die Startelf : Gegen Mainz kann Stindl wieder Roses Regisseur sein

Lars Stindl ist ein Mann für die Spielkultur. Möglich, dass Borussias Kapitän das am Samstag gegen Mainz 05 den Job als Zehner einbringt. Auskunft über die Besetzung wollte Marco Rose noch nicht geben.

Natürlich wollen die Borussen am Samstag im ersten Heimspiel des Jahres gegen Mainz 05 ihr Ding machen. Und doch muss Trainer Marco Rose die Talente des Gegners im Blick haben. Er weiß, dass die Mainzer körperlich robust sind und das „Thema vor allem das Umschaltspiel sein wird“ – inklusive langer Bälle, die auf seine Defensive zukommen werden. Die Offensive wird sich einem vielbeinigen Verbund gegenüber sehen, der kaum Räume anbietet. Weswegen Rose einen Mann braucht, der weiß, wie man verborgene Räume findet und öffnet. Ein solcher ist Lars Stindl, Borussias Kapitän. Eben der könnte gegen Mainz zur Startelf gehören – als der Spielmacher hinter den Spitzen, als Zehner.

„Jeder kennt die Qualitäten von Lars. Er ist ein ausgezeichneter Fußballer zwischen den Linien, er erkennt Räume und kann seine Mitspieler super in Szene setzen. Das sind Qualitäten, die wir gegen Mainz durchaus gebrauchen könnten“, sagte Rose. Der Trainer zählte danach noch einige andere Kandidaten auf, die den Job hinter der Angriffsreihe übernehmen könnten: Breel Embolo zum Beispiel, der sich auf Schalke auf der Position mit Alassane Plea abwechselte. Florian Neuhaus, der in der Hinrunde vor allem im Rauten-System öfter dort zu finden war. Natürlich Raffael, der „Maestro“, oder auch Jonas Hofmann. „Auch ihre fußballerischen Qualitäten könnten wir gebrauchen“, sagte Rose.

Er sortierte Stindl als „Mittelfeldspieler“ ein. Das ist dahingehend interessant, dass der 31-Jährige in der Hinrunde mal in der Zentrale, aber fast ebenso oft auch als Mittelstürmer eingesetzt wurde. Von Haus aus ist Stindl jedoch tatsächlich ein Mischwesen aus Mittelfeldspieler und Stürmer, eine Neuneinhalb, ein spielmachender Stürmer oder ein stürmender Spielmacher. Vor allem aber ist er ein Mann mit Spielkultur, der ein Spiel organisieren kann, der das Tempo gestalten und mit seinen Pässen eine Abwehr zerlegen kann.

Im Trainingslager in Jerez beim 2:1 im ersten von zwei Testspielen gegen den SC Freiburg gab Rose Stindl den Zehner-Posten im dort praktizierten 4-2-3-1-System, Stindl legte Alassane Plea das 1:0 auf. Auch im defensiven 4-3-3 mit zwei Sechsern und im 3-5-2-System gibt es die Position. Gegen Mainz dürfte Rose die Variante mit drei Spitzen wählen, Stindl wäre der Regisseur dahinter.

Auf Schalke setzte Rose komplett auf Wucht mit Embolo, Thuram, Plea und Herrmann. Embolo ist als Zehner wie ein Rammbock, der die Defensive des Gegners niederwalzen kann, doch die feine Klinge, die ist eher das Ding von Stindl. Plea kann feine Pässe spielen, das hat er schon gezeigt, doch er ist eben mehr Stürmer als Mittelfeldmann. So fehlte ein Strukturgeber beim 0:2.

Stindl hat Lust, dem Team zu helfen, das hat er dem Fachmagazin „Kicker“ verraten, das ihn wohl zurecht als „Favorit“ unter den Zehner-Kandiaten ausgemacht hat. Jetzt im Team zu sein und zu überzeugen, das kann einen Effekt auf die gesamte persönliche Saison haben. Denn Rose, im ersten Saisonteil wegen der vielen Spiele recht wechselfreudig, hat angedeutet, dass er künftig die Positionen etwas fixer verteilen will.

„Ich bin froh über die vielen Alternativen auf der Zehn. Wir haben auch schon richtig gute Spiele dort gemacht. Nur haben wir jetzt weniger Spiele und irgendwann kann sich auch jemand festspielen. Deswegen schaue ich genau hin, wer seine Leistung bringt und wie wir die Position am besten besetzen können“, sagte Rose. Neuhaus, Hofmann und auch Laszlo Bénes, der wie Stindl in Jerez mal auf der Zehn spielte, sind aber eher Spieler, die aus der Tiefe ihre Wirkung entfalten, Embolo ist eher ein Mittelstürmer, als solcher könnte er auch gegen Mainz zum Einsatz kommen. Im Hinspiel traf er als Joker zum 3:1.

Stindls Saison ist bislang von Effektivität geprägt. In 15 Spielen traf er dreimal und bereitete zwei Treffer vor. Insbesondere seine Europa-League-Tore in Rom (1:1) und Wolfsberg (1:0) waren effizient, sie brachten vier Punkte ein. In der Liga war er federführend am letzten Heimsieg beteiligt: Beim 2:0 gegen den SC Paderborn legte er erst Plea das 1:0 auf, um später das 2:0 per Elfmeter selbst zu erzielen. Stindl war der Matchwinner, indes der Stürmer Stindl, bildete er doch mit Plea den Zweierangriff im 3-5-2. Nun dürfte es einen Stindl mit anderem Aufgabenprofil gegen Mainz geben, wenn er zur Startelf gehört. Der Auftrag jedoch wäre derselbe: Tore einleiten oder selbst erzielen. Hinzu kommt: Regie führen mit der Drehbuchvorgabe Heimsieg. „Wir werden wieder die Überzeugung an den Tag legen, die der Trainer sehen möchte“, verspricht Stindl.