Borussia Mönchengladbach: Lars Stindl will bei seinem Team sein

Borussias Kapitän : Stindl arbeitet hart an seinem Comeback

Borussias Kapitän ist mit ins Trainingslager gereist, um in der Nähe des Teams seine Reha voranzutreiben. Wie lange es noch dauert, bis Lars Stindl nach seinem Schienbeinbruch wieder richtig trainieren, geschweige denn spielen kann, darüber gibt es keine Auskunft.

Lars Stindl fand die Balance. Borussias Kapitän stand auf einer Halbkugel und ging in die Knie. Nebendran stand Andreas Schlumberger, Leiter der Abteilung Medizin und Prävention bei Borussia. Es war eine der Übungen, die der 30 Jahre alte Stindl am Mittwochvormittag hinter dem Tor des Sportplatzes am Birkenmoos in Rottach-Egern absolvierte. „Lars macht Koordinations- und Krafttraining, Ausdauertraining und arbeitet an seiner Fitness, es ist die Vorbereitung dafür, dass er wieder ins Lauftraining einsteigen kann“, sagte Schlumberger später. Stindl arbeitet nach seinem Schienbeinbruch, den er sich im April in Hannover zugezogen hat, am Comeback.

Natürlich schaute Stindl ab und an auch verstohlen hinüber auf den Platz, wo seine Teamkameraden mit dem neuen Trainer Marco Rose daran arbeiten, den Stil des Trainers umzusetzen. Stindl ist nicht mittendrin, das tut ihm weh. Denn es beginnt ein neues Kapitel des Borussen-Fußballs, und er, der Boss des Teams, ist nur Zuschauer. Trotzdem ist es psychologisch wichtig, dass er mitgereist ist an den Tegernsee. „Das ist gut für den Kopf“, sagte Schlumberger, „so ist Lars auch bei der Mannschaft.“ Auch die Gerätschaften des in Bad Wiessee ansässigen Reha-Partners Medical Park haben die Borussen genutzt für die Stindl-Reha.

Es ist der zweite Sommer in Folge, in dem Stindl als Patient im Trainingslager dabei ist. Im vergangenen Jahr erholte er sich von seinem Syndesmosebandanriss. Er kam erst Anfang Oktober 2018 zurück, beim Comeback schoss er beim 3:0 in München ein Tor, er war der Überraschungseffekt von Trainer Dieter Hecking. Nun dürfte es ähnlich lange dauern, bis zu Stindls Rückkehr. Über Zeitpunkte wird nicht gesprochen, Stindl soll in Ruhe gesunden, ohne Druck. „Ich bin mir bewusst , dass es noch etwas dauern wird, bis ich wieder richtig trainieren kann“, sagte Stindl nun bei „Sky“.

Stindl hat sich allerdings schon ausführlich mit Rose ausgetauscht über das, was in Gladbach kommen wird. Was die Taktik des Trainers angeht, schult er sich per Video. Er ist, wie die anderen Spieler in der Reha, bei den Videositzungen dabei und bekommt sozusagen Lehr-Filme, um den neuen Ansatz zumindest in der Theorie zu studieren.

Was er sieht, gefällt ihm. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl für die neue Saison, man spürt, dass sich etwas verändert hat von der Idee und von der Art und Weise, wie wir spielen wollen“, sagte Stindl bei „Sky“, riet aber, nicht zu hohe Erwartungen zu haben: „Man darf nicht alles an Tabellenplätzen messen.“

Für den Moment ist er aber „auf mich selbst fokussiert“. Er genießt,  „das Gefühl zu haben, zum Team zu gehören“. Allein deswegen hat sich die Reise zum Tegernsee gelohnt für Borussias Kapitän. Es war für ihn die richtige Balance zwischen individuellem Reha-Training und der Nähe zu seiner Mannschaft.

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