Borussia Mönchengladbach: Lars Stindl und die deutsche Nationalmannschaft

Borussias Stürmer : Lars Stindl ist voller Tatendrang

Lars Stindl arbeitet bei Borussia daran, wieder zu alter Form zu finden. Auch der Nationalmannschaft kann er in Zukunft noch helfen. Denn eine Kernkompetenz des Borussen ist das Toreschießen.

Toni Kroos ist am Dienstagabend etwas gelungen, das elf Monate lang kein deutscher Nationalspieler geschafft hat: Der Profi von Real Madrid traf gegen Frankreich. Der Mann, der das bis dato letzte Tor gegen den nun amtierenden Weltmeister erzielt hatte, zugleich das letzte, das Deutschland aus dem Spiel heraus gegen die Franzosen gelang, ist Lars Stindl. Borussias Kapitän erzielte am 14. November 2017 in der Nachspielzeit das 2:2 im Testspiel gegen die Grande Nation.

Es war Stindls vorerst letzter großer Auftritt in der Nationalmannschaft, es folgten noch ein Test gegen Spanien, den er nur von der Bank aus verfolgte, und ein 29-minütiger Einsatz im Test gegen Brasilien. Als wieder ein Länderspiel an der Reihe war, fehlte er bereits verletzt: Im April dieses Jahres hatte er sich im Bundesligaspiel auf Schalke einen Syndesmosebandriss zugezogen, der ihn 162 Tage aus dem Spielbetrieb nahm. Das war im Duell mit Thilo Kehrer passiert, der inzwischen bei Paris St. Germain unter Vertrag steht und am Dienstag sein Debüt in der Nationalelf feierte.

Stindl wiederum schuftete für sein Comeback und feierte es beim 3:0-Sieg vor zwölf Tagen bei Rekordmeister Bayern München – mit einem Ballgewinn, der zum 1:0 führte und einem eigenen Treffer zum 2:0. Den schoss er nach 16 Minuten – wer böse ist, kann da auf Mark Uth verweisen: Der Schalker, den Bundestrainer Joachim Löw zuletzt für die Nations League nominierte, hat in 428 Bundesligaminuten für seinen Klub noch keinmal getroffen.

Dass es dem Nationalteam derzeit an Treffsicherheit mangelt, weiß auch Stindl, aber der Kapitän der deutschen Mannschaft, die 2017 den Confed-Cup in Russland durch ein Tor des Borussen zum 1:0-Finalsieg über Chile gewann, bleibt zurückhaltend: „Wir haben immer noch sehr viele gute Spieler in der Offensive, die Tore schießen können und das auch wieder tun werden“, sagte Stindl am Mittwoch. Zwar habe er „absolut Bock“ auf ein Comeback in der Nationalmannschaft, doch die Länderspiele nun kamen für ihn natürlich noch zu früh nach der schweren Verletzung. „Das letzte Jahr war wirklich sehr, sehr verrückt“, sagte Stindl mit Blick auf die erstmalige Berufung durch Löw und den Confed-Cup-Sieg. „Ich wäre auch gerne im Sommer bei der WM dabei gewesen, aber das hat nicht sollen sein“, ergänzte er. Deshalb gehe es für ihn erst einmal darum, bei Borussia den „Fokus darauf zu richten, wieder den Rhythmus zu bekommen“.

Diesbezüglich habe ihm auch das Testspiel am vergangenen Freitag beim Wiener SC gut getan, versicherte Stindl, er betonte aber auch: „Ein bisschen brauche ich noch, um die volle Distanz gehen zu können.“ Die nächste Gelegenheit auf diesem Weg bietet das Bundesligaspiel am Sonntag (18 Uhr) zu Hause gegen den FSV Mainz 05. Darauf richte Borussia nun den Fokus, versicherte der Kapitän, der Bayern-Sieg sei zwar etwas „Besonderes an einem rundum tollen Tag“ gewesen, aber auch „gerade in der heutigen Zeit ja schon wieder ein bisschen her“. Und überhaupt: „Wir wissen das alles richtig einzuordnen. Wir hatten in München auch das nötige Spielglück: Wir überstehen die schwierige Anfangsphase und machen mit den ersten beiden Schüssen zwei Tore. Da passte alles.“

Mainz habe in dieser Saison eine sehr gute Mannschaft, die schwer zu bespielen sei, meinte Stindl, aber auch sein eigenes Team hat in dieser Spielzeit ja bereits überzeugt. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte der Kapitän. „Es spricht für uns, dass wir unabhängig von den Spielernamen, die auflaufen, gute Leistungen gezeigt haben. Wir haben einen guten Kader mit einer guten Breite, fast alle Spieler sind fit. Das ist eine gesunde Mischung und spiegelt sich auch in den Ergebnissen wider.“ In der Vorsaison sei es schwieriger gewesen, weil über einen langen Zeitraum viele Spieler verletzt waren, nun sei der Konkurrenzkampf im Training wieder voll da, das tue „jedem Einzelnen gut“, sagte Stindl und ergänzte: „Es gilt jetzt, immer wieder die besten rauszusuchen, um die bestmögliche Truppe auf dem Platz zu haben.“ Das gilt für Trainer Dieter Hecking bei Borussia ebenso wie für Joachim Löw bei der Nationalmannschaft.

Mehr von RP ONLINE