Borussia Mönchengladbach: Lars Stindl spricht über die Borussia-Krise

„Müssen keinen Reset-Knopf drücken“ : Borussia trotzt der Krise

Borussia Mönchengladbach hat in den vergangenen sechs Partien nur fünf Punkte eingefahren. Doch das spielt laut Kapitän Lars Stindl keine Rolle. Das Selbstbewusstsein sei nach wie vor da.

„The trend is your friend“ (übersetzt: Der Trend ist dein Freund) ist eine der Weisheiten, die häufig im Sport verwendet werden und hinter denen auch eine gewisse Wahrheit steckt. Sie besagt, dass die Teams eine höhere Chance auf einen zukünftigen Erfolg haben, die in einer erfolgreicheren Phase stecken. Im Gegenzug heißt es dann auch, dass Mannschaften, die in einer schlechteren Situation stecken, abrutschen könnten – das könnte Borussia passieren, wenn es so weitergeht wie in den vergangenen Wochen.

Nach wie vor sind die Gladbacher in der Bundesliga auf dem vierten Platz und haben damit die bessere Ausgangsposition gegenüber den Verfolgern Eintracht Frankfurt (ein Punkt dahinter) sowie Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg, die jeweils fünf Zähler hinter ihnen lauern. Aber sind sie deswegen die Favoriten im Kampf um einen Champions-League-Platz, um den es in diesem Vierkampf geht? Wohl kaum, betrachtet man die jüngste Schwächephase der Gladbacher. Fünf Punkte holten sie in den vergangenen sechs Spielen. Freundlich ist der Trend aus Borussen-Sicht also nicht, ihn müssen sie in den letzten Saisonspielen auch besiegen.

Dass die Gladbacher sich von dieser jüngsten Vergangenheit nicht beirren lassen wollen, belegen die Aussagen von Lars Stindl, die er im Gespräch mit unserer Redaktion tätigt. „Selbstvertrauen haben wir genug. Wenn man nach 26 Spieltagen auf dem vierten Platz steht, hat man so einiges richtig gemacht in einer Saison“, sagt der Kapitän. Viel zu sehen war von diesem Selbstbewusstsein zuletzt jedoch nicht. Gerade beim 1:1 vor einer Woche gegen Freiburg agierten die Gladbacher recht harmlos und scheinbar auf Sicherheit bedacht, dabei hatten sie am Wochenende zuvor beim 1:0-Erfolg in Mainz ihre Ergebnis-Durststrecke von vier Spielen ohne Sieg beendet.

Stindl betont dennoch, dass der Kopf bei den Borussen klar sei. Das Selbstvertrauen sei durch die Misserfolge nicht angeknackst. „Wir müssen jetzt keinen Neustart-Knopf drücken oder so etwas. Wir wissen, dass nun die letzten acht Spiele kommen und dass sich einige Mannschaften in Position gebracht haben. Wir können froh sein, dass wir oben dabei sind, und diese Chance wollen wir nutzen“, sagt Stindl. „Wir wollen auf unserem vierten Platz aufbauen, und es ist nicht entscheidend, was in den letzten Wochen war. Wichtig ist, was jetzt auf uns zukommen wird, und das ist Fortuna Düsseldorf.“

Beim rheinischen Nachbarn, der die vergangenen beiden Spiele gegen Frankfurt (0:3) und Wolfsburg (2:5) deutlich verloren hat, ist der Trend zuletzt auch kein guter gewesen. Die Vorzeichen sind also bei beiden Teams ähnlich, was Borussia zum klaren Favoriten auf die drei Punkte in dieser Partie macht. Zähler, die das Team dringend braucht, denn gerade die Frankfurter befinden sich derzeit im Leistungs- und Ergebnis-Hoch. „Wir sind Adler, wir lieben es zu jagen“, sagte SGE-Sportdirektor Fredi Bobic zuletzt und schickte damit eine Kampfansage an die vor seinem Team liegenden Mannschaften, insbesondere an Borussia. Die jedoch will natürlich den Status des Gejagten auch in den letzten acht Spielen behalten. „Wir hätten nichts dagegen, wenn es die ganze Zeit so bleibt“, sagt Stindl.

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