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Borussia Mönchengladbach: Lars Stindl ist seit Corona noch nicht in Fahrt gekommen

Stindl seit Neustart noch ohne Torbeteilung : Bei Borussia stellt sich die Zehner-Frage

Lars Stindl konnte sich zuletzt beim Sieg gegen Union Berlin steigern, war aber noch nicht effektiv und der einzige in Borussias Angriff ohne Scorerpunkt. Kommt es zum Wechsel im offensiven Mittelfeld?

Für Lars Stindl lief es beim 4:1 gegen Union Berlin schon deutlich besser. Borussias Kapitän war von Beginn an recht gut im Spiel, das blieb auch so über weite Strecken. Insgesamt war er an fünf Torschüssen beteiligt, zweimal versuchte er es selbst, dreimal bereitete er vor. 66 Ballkontakte hatte Stindl, 86 Prozent seiner Pässe kamen an, darunter einige der Marke „tödlicher Pass“. Dennoch war es wieder nicht so zwingend was der 31-Jährige leistete. Da waren seine Angreifer-Kollegen Marcus Thuram (zwei Tore), Alassane Plea (ein Tor, zwei Assists) und auch Patrick Herrmann (eine Vorlage) produktiver. Es war also noch nicht ganz die Rückkehr zu der ausgezeichneten Form, die Stindl vor der Corona-Pause hatte.

In den fünf Partien war der „Capitano“ der effektivste Borusse. Fünf Tore erzielte er in dieser Zeit und bereitete zudem einen Treffer vor. Vor allem seine beiden Doppelpacks in Düsseldorf (4:1) und Augsburg (3:2) waren spielentscheidend. Doch seitdem der etwa zweimonatige Unterbrechung wegen der Pandemie, ist der Wurm drin bei Stindl. Er kam in allen vier Partien zum Einsatz, dreimal stand er in den Startelf, doch in 243 Minuten war er an keinem Tor beteiligt, er hatte vor dem Union-Spiel auch nur bei sechs Chancen (vier Torschüsse, zwei Vorlagen) seine Füße im Spiel.

Dass Stindl auch als Anführer sehr wichtig für die Borussen ist, ist klar, doch seine bisherigen Leistungen dürften nicht für eine weitere Startelf-Garantie reichen. Es dürfte eine spannende Frage sein, wer am Freitagabend beim Spiel in Freiburg (Anstoß um 20.30 Uhr) die Zehner-Position bei den Gladbachern einnehmen wird. Zwar muss Stindl nicht fürchten, von Breel Embolo abgelöst zu werden, der in Frankfurt (3:1) und gegen Leverkusen startete, aber wohl noch immer aufgrund seiner schweren Wadenprellung ausfallen wird, doch es gibt einige Anwärter, die den Stindl-Job übernehmen könnten, sofern sich Trainer Marco Rose für eine Neubesetzung entscheiden sollte.

Alassane Plea wäre zum Beispiel eine Variante. Der Franzose ist ähnlich spielstark wie Stindl, hat aber mehr Zug nach vorne. Während sich der Kapitän öfter mal etwas zurückzieht, sucht Plea die Räume in der Offensive und will selbst zum Abschluss kommen. In den letzten drei Partien hatte der 27-Jährige seine besten Aktionen, wenn er aus einer tieferen Position agierte oder auf die Flügel auswich.

Diese Umstellung hätte für Stindl einen Vorteil: Er wäre wohl der Mann, der für Plea im Sturmzentrum übernehmen würde. Dort hatte Stindl auch seine starken Wochen vor der Corona-Pause, da kann er sein Gespür für die Situationen am besten nutzen und mit seiner Abschlussfähigkeit effektiver werden. Seine Tore gegen Augsburg dürften Parade-Beispiele sein, warum Stindl im Zentrum eine gute Wahl ist. Doch die Zehn ist seine Lieblingsposition.

Doch Rose hat auch Alternativen, die bewirken könnten, dass der Kapitän in Freiburg aus der Startelf rutscht. Raffael wird wohl nicht dazu gehören, zumal er zuletzt eine Fußverletzung hatte. Doch Jonas Hofmann hat in den vergangenen Wochen auf verschiedenen Positionen gezeigt, dass er wieder in Topform ist, er wäre auch ein Kandidat für die Zehner-Rolle. Florian Neuhaus wäre das auch, er war aber zuletzt extrem wertvoll als offensiverer Mann der Doppel-Sechs im Mittelfeld.

In den Startlöchern steht auch Laszlo Bénes. In den vergangenen Partien kam er zu seinen ersten Kurzeinsätzen in der Rückrunde, nachdem Rose zuvor gar nicht auf ihn gesetzt hatte. Der Slowake will nun auch wieder das Gefühl erleben, zu Spielbeginn auf dem Platz zu stehen. Am 15. Dezember gehörte er beim Spiel in Wolfsburg (1:2) zuletzt zur ersten Elf. Feiert Bénes in Freiburg sein Start-Comeback?

Stindl indes will dabei helfen, dass Borussia erstmals seit dem 10. Dezember 2007 ein Pflichtspiel im Breisgau gewinnt. Gegen Union hat der Kapitän gezeigt, dass er auf dem Weg zu einer besseren Form ist, in Freiburg will er den nächsten Schritt machen. Mit einem wieder produktiveren Auftreten will er, dass die Zehner-Frage trotz so vieler Möglichkeiten nur eine Antwort haben kann: Lars Stindl.