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Borussia Mönchengladbach: Lars Stindl ist aktuell wichtiger denn je

In Augsburg erneut entscheidender Mann : Warum Stindl für Borussia wichtiger denn je ist

Lars Stindl unterstrich mit seinem Doppelpack in Augsburg seine Topform. Die Tore des Kapitäns sind für Borussia Gold wert.

Lars Stindl hat am Samstag sogar Menschen überrascht, die ihn schon lange und richtig gut kennen. „Manchmal macht er einfach ein paar überraschende Dinge“, sagte Jonas Hofmann nach dem 3:2-Erfolg der Borussen beim FC Augsburg. Auch Stindls Ehefrau Tanita hatte ihrem Gatten sogleich eine Nachricht zukommen lassen, in der sie scherzhaft geschildert hat, dass sie überrascht sei, wie beweglich ihr Mann noch sei.

Anlass für diese Aussagen war das 3:1 durch Borussias Kapitän. Erzielte er das 2:0 noch in gewohnter Art und Weise nach einem Querpass von Alassane Plea mit einem flachen Direktschuss mit der rechten Innenseite, machte er es später mit ganz großer fußballerischer Kunst. Nach einer Flanke von Stefan Lainer lenkte Stindl den Ball mit dem ersten Kontakt um seine eigene Achse und seinen Gegenspieler Raphael Framberger vorbei und nahm den Ball aus der Luft. „Ich drehe mich und habe dann etwas Glück, dass der Ball abgefälscht wird und hinten reinfällt“, sagte Stindl über seinen Geniestreich, der wie sein erster Treffer ein wichtiger Baustein für den Erfolg der Borussen war. „Natürlich ist es schön, wenn du als Spieler ein bisschen was zum Erfolg beiträgst, das ist auch ein persönliches Erfolgserlebnis und tut mir gut. Fast alle Tore von mir waren wichtig, gerade in unseren engen Spielen, und ich versuche auch, dass wir gewinnen, wenn ich treffe.“

Sieben Tore hat Stindl in dieser Saison in Pflichtspielen erzielt und drei Treffer vorbereitet. Alle Scorerpunkte hatten Folgen für Borussia, fünf der sechs Spiele, in denen das geschah, gewann Borussia. In Rom machte er in der letzten Minute das 1:1 zum Punktgewinn. Stindl ist der Mann für solche wichtigen Momente, er erfüllt damit auch in der Statistik seine Rolle als Kapitän wichtiger Spieler.

Vermutlich ist Stindl aktuell wichtiger denn je. Seine Offensiv-Kollegen tun sich derzeit etwas schwer mit dem Toreschießen. Jonas Hofmann und Alassane Plea versuchten es mehrfach vergeblich in Augsburg, Marcus Thuram ist seit mehreren Wochen ohne Tor, Breel Embolo und Patrick Herrmann ebenfalls. Stindl dagegen ist in Topform, in den vergangenen sieben Spielen war er an sieben Toren beteiligt, zuletzt in Düsseldorf beim 4:1 hatte er schon einen Doppelpack erzielt. „Das hat sich beim letzten Mal gut angefühlt und macht es jetzt auch“, sagte Stindl.

Doch es war erwartbar, dass der 31-Jährige bei den Fuggerstädtern glänzen wird. Weil er in guter Verfassung ist und der FCA sein Lieblingsgegner ist. Zwölfmal spielte er zuvor gegen Augsburg, nie erlebte er eine Niederlage in der Bundesliga gegen die Schwaben. Sein Scorerkonto schraubte er am Samstag auf elf Torbeteiligungen, gegen keinen anderen Klub hat er so viele Male die Füße bei Treffern mit im Spiel. „Ich weiß auch nicht, warum das so ist. Denn eigentlich ist es immer schwer gegen Augsburg“, sagte Stindl.

In Augsburg hat seine Leistung dazu beigetragen, dass Borussia eine klubinterne Misere beenden konnte. Im neunten Anlauf konnte Gladbach beim FCA erstmals in der Bundesliga gewinnen. Am Samstag will Stindl, der nun erstmal gesetzt sein dürfte in der Startelf, die nächste Serie mit seinem Team beenden. Gegen Borussia Dortmund, dem nächsten Gegner am Samstag (Anstoß 18.30 Uhr), verlor Gladbach die vergangenen zehn Pflichtspiele. „Wir freuen uns auf dieses Top-Spiel, werden alles reinhauen und versuchen, das Spiel zu gewinnen“, sagte Stindl.