Borussia Mönchengladbach: Länderspielpause kann der Borussia helfen

Zeit zum Durchschnaufen : Warum die Länderspielpause Borussia helfen kann

Das 1:1 gegen Freiburg zeigt, dass die Probleme der Borussen nicht gänzlich behoben sind. Nun gilt es, während der Länderspielpause durchzschnaufen und sich nochmal neu aufzustellen für die letzten acht Saisonspiele. Trainer und Mannschaft müssen die Zeit effektiv nutzen.

Es hat schon Länderspielpausen gegeben, die den Borussen weniger gelegen kamen. Der Trend der letzten sechs Spiele ist nicht gut, auch das 1:0 in Mainz hat die Probleme offenbar nicht gänzlich behoben. Das 1:1 gegen Freiburg war ernüchternd, Geist und Körper waren nicht stark genug, um endlich wieder daheim zu gewinnen. Sonst kann man schon mal fürchten, durch eine Spielpause den Rhythmus zu verlieren, doch den gab es zuletzt nicht.  Darum kann die Pause sehr hilfreich sein für Dieter Hecking und sein Team. „Da können wir mal Durchschnaufen“, gestand Mittelfeldmann Tobias Strobl.

Es ist die letzte Zäsur vor dem großen Finale dieser Saison, in der es die Borussen lange richtig gut gemacht haben, nun aber ins Wanken geraten sind. Strobl meint mit „durchschnaufen“: die mentalen Akkus  nochmal aufzuladen. Sich Zeit zu nehmen für eine klare Analyse. Um das, was in den letzten Spielen nicht lief, zu reaktivieren. Um wieder den Rhythmus und die Leichtigkeit zu finden, die das Team braucht, um seine Qualitäten auszuleben.

Sicherlich: Großartige taktische Neuordnungen kann man nicht einstudieren, da zehn Borussen auf Länderspielreise sind. Trotzdem sind genug Spieler da, um etwas zu erarbeiten. Zum Beispiel ist das Gros der Abteilung Attacke vor Ort: Alassane Plea, Lars Stindl, Raffael, Patrick Herrmann und auch der junge Julia Villalba. Da kann man durchaus gegen die Torarmut der vergangenen Wochen anarbeiten. Zudem bietet sich das Testspiel am Donnerstag gegen den Drittligisten FSV Zwickau für Experimente an: So könnte Hecking tatsächlich mal die Doppelacht-Acht Stindl mit Jonas Hofmann, die es gegen Freiburg einige Minuten lang gab, über eine längere Distanz ausprobieren.

Den Borussen, die bei ihren Nationalteams sind, kann die Luftveränderung gut tun. Ein anderes Umfeld, ein anderer sportlicher Input, andere Gespräche. Zudem kann man sich Anregungen holen: Thorgan Hazard zum Beispiel. Er hat gegen Freiburg einen starken Assist eingesammelt, konnte aber seine Torflaute nicht beenden. Er könnte sich von seinem Bruder Eden beim belgischen Nationalteam nochmal in Sachen Torabschluss beraten lassen.

Die Schweizer Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Michael Lang könnten derweil mit dem Ex-Borussen Granit Xhaka darüber sprechen, wie es geht, große Ziele zu haben, diese selbstbewusst zu formulieren und dem dann auch Taten folgen zu lassen. Xhaka trägt seinen unbedingten Siegeswillen zuweilen wie eine Monstranz vor sich her, zumindest ein wenig davon müssen die Borussen wieder an den Tag legen. Denn das war es, was auch den Unterschied machte in den ersten 20 Spielen dieser Saison.

Und Matthias Ginter kann den Geist des Neustarts vom DFB-Team mitbringen. Auf gewisse Weise braucht auch Gladbach so etwas. Vielleicht ist es auch an der Zeit, nun klare Ziele zu formulieren. Dann gibt es keine Ausreden mehr. Nach wie vor ist die Ausgangsbasis ein Champions-League-Rang, den Gladbach an 24 von 26 Spieltagen innehatte. Mit diesem (Selbst)Bewusstsein müssen die Borussen in den Rest der Saison gehen. In den vergangenen beiden Spielzeiten haben sie im Schlussspurt viel verspielt. Nun ist es an der Zeit zu zeigen, ob sie daraus gelernt haben oder nicht.

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